Zum Internationalen Holocaust Gedenktag mahnt der Koordinationsrat der Muslime zu mehr Wachsamkeit gegenüber Hass und Ausgrenzung. Dabei wird vor einer schleichenden Gefährdung demokratischer Grundwerte gewarnt.

Zum Internationalen Holocaust Gedenktag am 27. Januar hat der Koordinationsrat der Muslime (KRM) zu einer aktiven Erinnerungskultur und zu entschlossenem Eintreten gegen Menschenfeindlichkeit aufgerufen. „Erinnerungskultur ist kein Pflichtprogramm, sondern eine Haltung“, erklärte KRM-Sprecher Ali Mete. Wer heute schweige, wenn Hass salonfähig werde, gefährde die Zukunft der Gesellschaft.
Mete nimmt in dieser Woche an Gedenkveranstaltungen im Düsseldorfer Landtag und im Deutschen Bundestag teil. Der 27. Januar sei „kein bloßer Termin im Kalender“, sondern ein Maßstab dafür, wie ernst die Würde des Menschen genommen werde. Er erinnere an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945 und an die Millionen Opfer des Nationalsozialismus, darunter Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sowie weitere verfolgte Gruppen.
„Nie wieder“ bleibe nur dann mehr als ein Satz, wenn daraus Konsequenzen für die Gegenwart gezogen werde, betonte Mete. Gerade angesichts eines spürbaren Rechtsrucks und zunehmender menschenfeindlicher Sprache sei Wachsamkeit notwendig. Demokratische Gesellschaften zerbrächen selten plötzlich, sondern schrittweise.
Der KRM-Sprecher unterstrich, dass Musliminnen und Muslime in Deutschland Antisemitismus, Antiziganismus und anderen Formen von Hass entschieden entgegentreten. Aus eigener Erfahrung wisse man, wie schnell aus Worten Taten werden könnten. Interreligiöse Verantwortung bedeute daher, frühzeitig zu widersprechen – in Schulen, Medien, Politik und im Alltag. „‚Nie wieder‘ ist keine Parole, sondern eine tägliche Aufgabe“, so Mete abschließend.