Thüringen

Theaterstück NSU-Monologe erinnert an Opfer rechter Gewalt

Wie kämpfen Hinterbliebene von NSU-Opfern um Anerkennung und Aufklärung? Das dokumentarische Stück und Podiumsgespräche geben Einblicke.

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2025
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Kinosaal © Leo Hidalgo auf flickr, bearbeitet by IslamiQ.

Mit den „NSU-Monologen“ erinnert das Theater Altenburg Gera an die Opfer der rechtsextremen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Das dokumentarische Stück ist am Sonntag (18.00 Uhr) und am Montag (9.00 Uhr) im Heizhaus Altenburg zu sehen, wie das Theater mitteilte. Erzählt werden die Geschichten dreier Familien, deren Angehörige vom NSU ermordet wurden.

Im Mittelpunkt stehen der Kampf der Hinterbliebenen um Anerkennung und Aufklärung. Nach beiden Aufführungen ist ein Podiumsgespräch geplant – unter anderem mit Vertreterinnen und Vertretern von MigraNetz Thüringen, Abli e.V. und dem NSU-Dokumentationszentrum Chemnitz. Die Moderation übernimmt die Bundeszentrale für politische Bildung.

Die Monologe geben intime Einblicke in den Kampf der Hinterbliebenen Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat um Anerkennung und Wahrheit. Der NSU war eine rechtsterroristische Gruppe, die zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordete, Sprengstoffanschläge verübte und Raubüberfälle beging. Der Eintritt ist frei. Kostenlose Tickets sind jedoch erforderlich.

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) war am 4. November 2011 aufgeflogen, mit dem Tod von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Erst dann stellte die Polizei fest, dass es Neonazis waren, die zwischen 2000 und 2007 neun Gewerbetreibende mit ausländischen Wurzeln und eine Polizistin getötet hatten. Nach den Attentaten war jahrelang in die falsche Richtung ermittelt worden.