Die andauernde Schließung der Al-Aqsa Moschee im Ramadan stößt auf scharfe Kritik muslimischer Organisationen. Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş spricht von einem schweren Eingriff in die Reliogonsfreiheit.

Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) hat die Schließung der Al-Aqsa-Moschee während des Fastenmonats Ramadan verurteilt. Anlass ist die Entscheidung der israelischen Behörden, die heiligen Stätten in der Altstadt Jerusalems am dritten Freitag des Ramadan aus Sicherheitsgründen für Gläubige und Besucher aller Religionen zu schließen.
Der IGMG-Vorsitzende Kemal Ergün erklärte, die Maßnahme sei eine „entsetzliche Entwicklung“, die nicht nur Muslime betreffe, sondern „das Gewissen der gesamten Menschheit“. Dass die Tore der Al-Aqsa-Moschee erstmals seit der Besetzung Ost-Jerusalems im Jahr 1967 während des Ramadan für Gebete geschlossen worden seien, sei ein „Warnsignal für die Weltöffentlichkeit“.
Die Al-Aqsa-Moschee gilt im Islam als eines der wichtigsten Heiligtümer und als erste Gebetsrichtung der Muslime. Ergün bezeichnete die Schließung daher als unter keinen Umständen hinnehmbar und sprach von einem Zeichen dafür, „welches Ausmaß Willkür und Rechtsverletzungen erreicht haben“.
Zugleich verwies der IGMG-Vorsitzende auf internationale Normen zum Schutz religiöser Stätten. Der Schutz heiliger Orte sei im Völkerrecht verankert, ebenso die Religionsfreiheit, betonte er. Die Schließung der Moschee betreffe deshalb nicht nur Muslime in Palästina oder die islamische Gemeinschaft weltweit, sondern alle Menschen, die sich universellen Werten verpflichtet fühlten.
Ergün rief die internationale Öffentlichkeit dazu auf, sich gegen die Schließung der Moschee zu stellen. Zugleich warnte er vor angeblichen Zerstörungs- und Annexionsbestrebungen der israelischen Regierung gegenüber dem Heiligtum.