GLOSSAR

Was ist die Schahada?

Immer mehr islamische Begriffe werden im alltäglichen Sprachgebrauch benutzt. Im IslamiQ Glossar erklären wir die Bedeutung dieser Begriffe. Heute die „Schahada“.

06
01
2024
Schahada © shutterstock, bearbeitet by iQ
Schahada © shutterstock, bearbeitet by iQ

Die Schahada (arab. „Bezeugung“ oder „Zeugnis“) bezeichnet die erste Säule des Islams. Mit dem Glaubensbekenntnis werden die Einheit Allahs (Tawhîd) und die Prophetenschaft Muhammads (s) bestätigt. In deutscher Übersetzung lautet die Schahada: „Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad sein Gesandter und Diener ist“.

Das Glaubensbekenntnis fasst den Islam kurz und bündig zusammen und gilt als das Tor zum Islam. Denn es ist die erste Voraussetzung, um Muslim zu werden.

Wer die Schahada ausspricht, bezeugt Allahs Einheit, sein unteilbares Recht auf Anbetung und den Glauben an den Propheten Muhammad (s) als Vermittler der göttlichen Offenbarung. Gleichzeitig erkennt man den Propheten als Vorbild für die eigene Lebenspraxis an. Wer den Islam annehmen möchte, muss die Schahada in Anwesenheit zweier Zeugen aussprechen.

Die Schahada ist daher kein Wort, das man nur mit der Zunge ausspricht, sondern sie zieht sich durch das ganze Leben eines Muslims. Nach der Geburt wird die Schahada ins Ohr des Neugeborenen geflüstert. Sie ist zudem Teil des Gebetsrufs und der täglichen Pflichtgebete. Außerdem erinnert sich der Muslim vor dem Tod an sein Versprechen mit Allah und spricht die Schahada als die letzten Worte seines Lebens aus.

Literatur

Hans Wehr 1985: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart: Arabisch-Deutsch. 5., neu bearb. u. erw. Aufl. Harrassowitz Verlag

Richard Heinzmann (Hrsg.) 2013: Lexikon des Dialogs. Grundbegriffe aus Christentum und Islam, Herder Verlag.

Leserkommentare

Minimalist sagt:
Wird dieses Wort "Schahada" auch tatsächlich - wie oben behauptet - immer mehr im alltäglichen Sprachgebrauch in Deutschland benutzt? Ich jedenfalls lese es heute zum ersten Mal bzw. nehme es zum ersten Mal wahr, weil es hier groß in der Überschrift herausgestellt wird. Von einem zunehmenden Sprachgebrauch konnte ich bislang nichts feststellen und bezweifle auch, daß dem so wäre. Wieso sollte dieses Wort denn immer mehr alltäglich benutzt werden? Selbstverständlich kann oder wird dieser Begriff in einem islamischen Diskurs Verwendung finden, aber bis zu einer weiten Verbreitung im alltäglichen Sprachgebrauch in Deutschland ist da schon noch ein sehr weiter Weg. In meinem Leben erwähnte noch niemand mir gegenüber dieses Wort. Vielleicht möchte der Autor eine weite Verbreitung im Sprachgebrauch auch nur herbeireden? Evtl. soll damit sein islamisches Weltbild weiter in den Vordergrund gerückt und damit allgemein eine stärkere gewünschte Bedeutungszumessung erreicht werden? Dass der Gott Allah auch wirklich Wert darauf legt, ständig angebetet zu werden und mit täglichen Pflichtgebeten bedacht zu werden, ist ein interessanter Gedanke, der aber näher thematisiert gehört. Generellen Verordnungen durch muslimische Autoritäten - in Verbindung mit Gehorsamszwang - stehe ich schon mehr als skeptisch gegenüber. Wenn ich die Wahl hätte zwischen einem 'Tor zum Islam' und einem 'Tor zur Freiheit' - dann würde ich eher die Freiheit wählen.
06.01.24
23:21
Deine Mutter sagt:
Ist Das 🙏 Emoji haram
27.10.25
12:51
Veritas Bürgerlieb sagt:
@minilmalist: Die Behauptung, das Wort Schahada werde „immer mehr im alltäglichen Sprachgebrauch“ in Deutschland benutzt, ist eine Überspitzung um eine gewisse Aufmerksamkeit beim Leser zu erzeugen. Im normalen Alltag hört man diesen Begriff kaum – das stimmt. Aber daraus zu folgern, jemand wolle damit „ein islamisches Weltbild herbeireden“, ist ebenso unbegründet. Sprache verändert sich ständig, und Begriffe aus verschiedenen Kulturen und Religionen finden ihren Weg in öffentliche Debatten, wenn Themen gesellschaftlich relevant werden. Niemand würde ernsthaft behaupten, Deutschland werde „christianisiert“, nur weil Wörter wie „Taufe“, „Gebet“ oder „Segen“ Teil unseres Wortschatzes sind. Warum also beim Islam sofort der Verdacht auf Mission oder Einflussnahme? Dass ein Autor den Begriff Schahada aufgreift, ist kein Versuch, den Islam aufzuwerten, sondern Ausdruck sprachlicher und kultureller Realität. In Medien, Religionsunterricht oder Integrationsdiskussionen wird der Islam heute schlicht öfter thematisiert – und damit erscheinen auch seine Begriffe häufiger. Das ist keine Bedrohung, sondern Bildung. Die Unterstellung, jemand wolle dadurch eine bestimmte Weltanschauung „in den Vordergrund rücken“, sagt letztlich mehr über die Befürchtungen des Kritikers aus als über den tatsächlichen Sprachgebrauch. Wer Religion erwähnt, propagiert sie nicht automatisch. Und wer religiöse Praxis beschreibt, schränkt damit keine Freiheit ein. Glaube ist freiwillig – Zwang ist politisch, nicht spirituell. Kurz gesagt: Schahada ist kein alltägliches Wort, aber seine gelegentliche Verwendung ist ein Zeichen einer vielfältigen, aufgeklärten Gesellschaft – nicht ihrer Islamisierung. Wer das als Gefahr deutet, verwechselt kulturelle Sichtbarkeit mit ideologischer Vereinnahmung
01.11.25
4:29