Auszeichnung

Initiativen in Hanau erhalten Aachener Friedenspreis

Der Aachener Friedenspreis 2021 wird unter anderem an zwei nach den rassistisch motivierten Morden von Hanau gegründete Initiativen verliehen.

21
09
2021
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#saytheirnames - Initiative 19. Februar in Hanau
#saytheirnames - Initiative 19. Februar in Hanau

Der diesjährige Aachener Friedenspreis geht an zwei Anti-Rassismus-Initiativen rund um die Anschläge von Hanau sowie ein interreligiöses Friedensprojekt in Nigeria. Trotz eigener Betroffenheit und Traumata setzen sich die drei Gruppierungen für Frieden, Sensibilisierung und Aufklärung ein, wie der Verein Aachener Friedenspreis am Dienstag mitteilte.

Ausgezeichnet werden einerseits die „Initiative 19. Februar Hanau“ sowie die „Bildungsinitiative Ferhat Unvar“. Beide Projekte wurden von Angehörigen der Opfer des rassistischen und rechtsextremen Anschlags von Hanau gegründet. Am 19. Februar 2020 tötete ein Attentäter neun Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund. Anschließend erschoss er seine Mutter und sich selbst.

Ziel der „Initiative 19. Februar Hanau“ ist den Angaben zufolge, Fehlverhalten der Sicherheitskräfte und Behörden vor, während und nach der Tat aufzudecken und strukturell-institutionellen Rassismus anzuprangern. Die „Bildungsinitiative Ferhat Unvar“, die nach einem der Opfer von Hanau benannt ist, leiste Aufklärungsarbeit gegen Rassismus etwa an Schulen und sei eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche mit Rassismus-Erfahrungen sowie deren Eltern.

„Wir müssen uns jeden Tag selbst reflektieren, wo auch wir rassistische Muster in uns tragen“, erklärte das Vorstandsmitglied des Vereins Aachener Friedenspreis, Benedikt Kaleß: „Wir dürfen aber auch die Verharmlosung von rechten Umtrieben nicht länger tolerieren.“ (KNA, iQ)