Rechtsextremismus

Durchsuchungen wegen rechtsextremer Drohschreiben

Wegen rechtsextremer Drohschreiben gegen Moscheen, Parteizentralen, Medien und andere Einrichtungen laufen in vier Bundesländern Durchsuchungen. Sechs Personen sind vorläufig festgenommen worden.

09
10
2019
Durchsuchung, Polizeieinsatz (c)shutterstock, bearbeitet by iQ
Durchsuchung, Polizeieinsatz (c)shutterstock, bearbeitet by iQ

Wegen rechtsextremer Drohschreiben gegen Moscheen, Parteizentralen, Medien und andere Einrichtungen laufen in vier Bundesländern seit dem frühen Morgen Durchsuchungen. Von Polizei und Staatsanwaltschaften gebe es seit 6.00 Uhr Aktionen in insgesamt sieben Objekten in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen-Anhalt, teilten die Generalstaatsanwaltschaft München und das Bayerische Landeskriminalamt am Mittwoch mit.

Anlass dieser Durchsuchungsaktion seien Ermittlungsverfahren gegen die Urheber von insgesamt 23 Drohschreiben. Sie wurden bereits im Juli per E-Mail bundesweit verschickt. Darin wurde unter anderem mit Sprengstoffanschlägen gedroht.

Rechtsextremisten unterzeichneten Drohschreiben

Unterzeichnet waren die Drohschreiben mit „Volksfront“, „Combat 18“ oder „Blood and Honour“. Das Neonazi-Netzwerk „Blood & Honour“ (Blut und Ehre) ist verboten. Die gewaltbereite rechtsextreme Organisation „Combat 18“ gilt als bewaffneter Arm von „Blood and Honour“ und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv.

„Combat“ steht im Englischen für Kampf. „18“ gilt als Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also A und H – die Initialen von Adolf Hitler. Die „Volksfront“ ist eine ursprünglich aus den USA stammende rechtsextreme Organisation. Offiziell hatte sie sich 2012 aufgelöst.

Betroffen waren von den Drohschreiben den Angaben nach unter anderem Ankerzentren in Bayern, islamische Zentren, Moscheen, Parteizentralen und Presse- und Medienagenturen.

120 Beamte bei Durchsuchungen beteiligt

Beteiligt seien an den Durchsuchungen rund 120 Beamte, sagte ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamts auf Anfrage. In Bayern gebe es drei Durchsuchungen: jeweils eine in Oberbayern, Niederbayern und Oberfranken. Nähere Angaben zu den duchsuchten Objekten machte der Sprecher zunächst nicht.

Die Ermittler werden von Spezialeinsatzkräften und der örtlichen Polizei unterstützt. Neben der Generalstaatsanwaltschaft und dem Landeskriminalamt in Bayern ist auch die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) an den Ermittlungen beteiligt.

Sechs von sieben Personen seien vorläufig festgenommen worden, teilte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München mit.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen seien die sechs Verdächtigen wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der siebte Beschuldigte sei bislang noch nicht angetroffen worden. (dpa/iQ)

Leserkommentare

stratmann sagt:
Wieder kam mein Kommentar nicht - darum hier der zweite Versuch. Stratmann sagt: Islamfeindlichkeit und Islamophobie sind zweierlei. Wenn man Islamophobie mindern will, darf auch Islamiq bestimmte Ereignisse nicht einfach aussparen. Warum wurde über die Morde in Paris vom 3. Oktober nicht berichtet? Warum nicht über Mohamad den Messer-Mann vor der Neuen Synagoge in Berlin am 6. Oktober? Berichte wären auch ohne Vorverurteilung möglich gewesen. Warum wurde bei manchen Koranschändungen gleich mit Vorverurteilungen gearbeitet und erst viel später nach Aufforderung versteckt korrigiert, dass der Täter Iraki war? Offene Ehrlichkeit darf keine Einbahnstraße sein. 08.10.19 22:06
09.10.19
14:34