Freitagspredigten, 23.08.2019

Geschwisterlichkeit, neues Schuljahr, Ihsân

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Freitagspredigten
Symbolbild: Minbar, Freitagspredigt, Hutba

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) wird diese Woche das Recht der Geschwisterlichkeit behandelt. Die Muslime umschließe ein Band der Geschwisterlichkeit. Dieses besondere Verhältnis gehe sogar so weit, dass ein Muslim seine Geschwister sich selbst vorziehe. So haben es die Prophetengefährten jedenfalls vorgelebt. Sie sind ein wichtiges Vorbild für Muslime der heutigen Zeit; eine Zeit, die leider oft von Egoismus geprägt sei.

Alle Muslime seien, unabhängig von ihrer Hautfarbe, Sprache und ethnischen Herkunft, Geschwister im Glauben. Niemand sei dem anderen überlegen. Das einzige was die Muslimen untereinander trenne ist die Gottesfurcht (Takwâ).

Es gehöre zu den Notwendigkeiten der islamischen Geschwisterlichkeit, das Leid der Glaubensgeschwister zu teilen, egal wo sie leben. Gleichgültigkeit und Desinteresse gegenüber den Belangen der Umma seien eine große Unachtsamkeit. Wer so handele, sollte seinen Îmân prüfen. Ein Grund für die ungelösten Konflikte in der islamischen Welt sei, dass sie sich von der gottgewollten Geschwisterlichkeit entfernt haben.

Zum Beginn des Schul- und Ausbildungsjahres

Die Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) thematisiert den Beginn des Schul- und Ausbildungsjahres thematisiert. Der Mensch wurde beauftragt, die Welt materiell und ‎spirituell aufzubauen. Anders als die sonstigen ‎Geschöpfe könne der Mensch sich Wissen aneignen und dieses im ‎Leben einsetzen. Unwissenheit sei der größte Feind des Islam. Das Ziel des ‎göttliche Bildungs- und Anleitungsprozesses sei es, vorbildliche Gesellschaften ‎aufzubauen, die sich materiell und spirituell ‎fortentwickeln und ausbilden lassen. Somit werde eine Vollkommenheit von Körper und Seele erlangt.‎

So habe auch der Prophet Muhammad (s) nach der göttlichen Offenbarung eine Bildungs- und Studienbewegung in Mekka gestartet und in Medina fortgeführt. Dieser wurde auch in den ‎schwierigsten Zeiten nie ausgesetzt. Jeder konnte Wissen erlernen, egal ob ‎Mann oder Frau, alt oder jung.

Seine Arbeit gewissenhaft erledigen

In der Freitagspredigt des Verbands Islamischer Kulturzentren (VIKZ) geht es um Ihsân. Ihsân bedeute, dass Muslime ihre Tätigkeiten und Arbeiten im Bewusstsein verrichten, dass Allâh sie sehe und dass sie diese eines Tages vor ihm verantworten müssen. Der Islâm möge keine widerwillig verrichteten Tätigkeiten und Arbeiten, sinnloses Herumwerkeln oder lieblose und hingepfuschte Arbeit.

Zu den schönsten Geboten des Muslimseins zählen Festigkeit in der Îmân, Aufrichtigkeit im Umgang mit anderen, Ehrlichkeit in Handel und Kaufgeschäft, hingebungsvoll und genau in der Kunst und ehrlich und auf Qualität bedacht bei der Arbeit zu sein. Damit aber all diese Dinge möglich seien, müssen Muslime die Absicht hegen, ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen ausführen zu wollen.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.

Leserkommentare

Brad Lewis sagt:
Ob ein wahrer Gott wirklich Gottesfurcht - also Furcht vor ihm - verbreitet haben möchte? Vorbildliche Gesellschaften aufbauen zur Vervollkommnung und Vollkommenheit als islamisches Ziel? Wieso zeigt sich besonders in islamisch beherrschten Ländern oder entsprechenden politischen Islam-Diktaturen eher das Gegenteil?
23.08.19
22:28