Rechtspopulismus

CDU will Zusammenarbeit mit AfD verhindern

Immer wieder gibt es in der CDU Gedankenspiele einer Öffnung hin zur AfD. Die Parteiführung versucht nun erneut, dem einen Riegel vorzuschieben.

24
06
2019
CDU (c)shutterstock, bearbeitet by islamiQ
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CDU-Spitzenpolitiker haben eine Zusammenarbeit ihrer Partei mit der rechtspopulistischen AfD kategorisch ausgeschlossen. „Das Thema AfD ist eindeutig beantwortet. Es gibt mit dieser Partei keine Zusammenarbeit“, sagte der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer am Montag vor Gremiensitzungen der Bundes-CDU in Berlin. „Wer sie einmal im Bundestag oder im sächsischen Landtag erlebt hat, wird wissen: Es geht nicht. Diese Partei spaltet, sie ist nicht gut für Deutschland.“

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“ gesagt, sie wolle mit den Justiziaren der Bundespartei und der Landesverbände jedes Mittel prüfen, um eine Zusammenarbeit oder Annäherung an die AfD zu verhindern. Die AfD sei „eine Partei, die zumindest in Teilen oder mit Repräsentanten keine klare Linie zu Rechtsextremismus und Rechtsradikalen zieht“. Sie schaffe zum Teil das geistige Klima, in dem der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke ermordet wurde.

Kretschmer sagte, die CDU wolle die Gesellschaft versöhnen und nicht weiter spalten. „Ich weiß, dass mit der AfD nur Chaos verbunden ist. Und deswegen schließen wir eine Koalition kategorisch aus.“ Der CDU-Politiker kämpft bei der Landtagswahl am 1. September gegen eine weitere erstarkende AfD – in einigen Umfragen liegen beide Parteien nahezu gleichauf. Der thüringische CDU-Chef Mike Mohring, der vor einer Landtagswahl am 27. Oktober steht, betonte: „Wir gewinnen nichts, wenn wir mit denen zusammenarbeiten, die am rechten Rand mit dem Feuer spielen.“

Der baden-württembergische CDU-Chef und Bundesvize seiner Partei, Thomas Strobl, sagte: „Mit der AfD, mit einer Partei, in der Antisemitismus und Rassismus zu Hause sind, gibt es für christliche Demokraten keine Art der Zusammenarbeit. Keine Koalition, keine Duldung, keinerlei Unterstützung durch diese Partei. (…) Hier ist eine klare rote Linie.“ Zur Forderung von CDU-Landespolitikern aus Sachsen-Anhalt, das Soziale und das Nationale wieder zu versöhnen und eine Koalition mit der AfD nicht auszuschließen, sagte Strobl, hier sei eine „klare Führung seitens der Bundespartei“ nötig. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Ebu Memleketeyn Tarbush sagt:
Ich bin kein Demokrat und nehme an Wahlen nicht teil - auch nicht in der Türkei. Die Welt ist größer als Deutschland. Die AfD ist definitiv das kleinere Übel, CDU, SPD, Gründe und Linke haben per Saldo sehr viel muslimisches Blut vergossen - Man darf das Gesamtbild nicht aus den Augen lassen. Möge Allah - der Liebevolle - die AfD reichlich segnen.
24.06.19
19:40
Dilaver Çelik sagt:
Die AfD lehnt Religionsfreiheit für Muslime fundamental ab. Die CDU greift ungeachtet aller Ermahnungen von muslimischen Vertretern paternalistisch in das religiöse Selbstbestimmungsrecht der Muslime ein. Das ist nicht gerade vereinbar mit dem Vorsatz der CDU, dass sie die Gesellschaft versöhnen möchte, womit dieser Vorsatz zur Unehrlichkeit verkommt. Insofern sind beide Parteien nicht wählbar. Für Außenstehende mag dieser Blickwinkel auf die gegenwärtige Politik verengt sein. Dennoch sind die hier betreffenden Fragen für fromme Muslime von entscheidender Bedeutung für ihr Wahlverhalten. Und nein, es ist nicht Haram, wählen zu gehen.
25.06.19
15:09
Landpirat sagt:
Hört, hört! Die CDU möchte die Zusammenarbeit verhindern? Ja haben die Chritsdemokraten etwa vergessen, dass die Oberriege der gegenwärtigen AfD einst zur konservativen rechten Flanke der CDU + CSU gehörte? Was für eine dumme Scheibe ist das denn bitte? Die CDU hört einfach nicht auf die Bevölkerung für dumm zu verkaufen. Seehofer+Maassen+ Gauland usw. alles ist aus der selben braunen Brühe entstanden. Und sie kochen fleißig weiter. Schade nur, dass diejenigen mit echter Courage und einem wahren Sinn für Menschlichkeit von der braunen Brut ermordet wird. All diese Politiker waschen ihre Hände zu unrecht/unrechts in Unschuld, weil keiner den Mut aufbringen kann die Selbstverantwortung zu erkennen.
27.06.19
12:01
THOMAS sagt:
Unsäglich was MAAßEN cdu derzeit so von sich gibt gefährlich zu wissen, dass er ein hohes Tier des verfassungsschutzes gewesen ist
23.08.19
22:05