Wahlaufruf

Muslime rufen zu Europawahlen auf

Muslime rufen zur Teilnahme an den Europawahlen auf. Sie warnen auch vor dem Erstarken rechter und islamfeindlicher Parteien, die sich im Parlament zusammenschließen.

22
05
2019
Europawahl
Plakataufruf zur Europawahl © YoungSchura, bearbeitet by iQ.

Islamische Religionsgemeinschaften und muslimische Organisationen rufen zur Teilnahme an den Europawahlen am Sonntag auf. Durch Pressemitteilungen und Plakataktionen machen sie auf die Bedeutung der Wahlbeteiligung aufmerksam.

„Die Europawahl am 26. Mai ist eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der EU. Muslime sind ein Teil Europas und wollen die europäische Gesellschaft aktiv mitgestalten“, erklärt der Vorsitzender der Schura Hamburg, Fatih Yıldız. Es erfülle Muslime mit Sorge, wenn in vielen europäischen Ländern rechte und nationalistische Parteien auf dem Vormarsch seien, die massiv Rassismus und Islamfeindlichkeit schürten. Rassisten und Nationalisten müsse deshalb an der Wahlurne eine Absage erteilt werden, heißt es in der Pressemitteilung der Religionsgemeinschaft.

Auch die Schura Niedersachsen setzt die Europawahlen auf ihre Agenda. „Durch die Teilnahem an den Wahlen am kommenden Sonntag können wir den rechtspopulistischen Parteien, die das einmalige Friedensprojekt unserer europäischen Geschichte zerstören wollen, Einhalt gebieten“, so Recep Bilgen, Vorsitzender der Schura Niedersachen. Bilgen weiter: „Die Europäische Union und deren Institutionen stehen für Vielfalt, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“.

Die Jugendorganisation der Schura Niedersachsen, YoungSchura, hat zudem eine Kampagne gestartet, um zur Wahlbeteiligung zu motivieren. Mit Slogans wie „VIELFALT IST REICHTUM, RASSISMUS UNSER ELEND!“; „REDEN IST SILBER, WÄHLEN IST GOLD!“ und „RECHTSRUCK GERADERÜCKEN, MINDERHEITEN SCHÜTZEN!“ werden die Wahlberechtigten sensibilisiert.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) startete ebenfalls anlässlich der Europawahlen eine Aufklärungskampagne mit dem Titel „Europa stärken. Rassismus stoppen. Menschenrechte wählen.“ „Damit setzt der ZMD ein Zeichen gegen die Infiltrierung rechter Parteien in europäischen Ländern, die Rassismus gegen Minderheiten und Muslime schüren und die die freiheitlich-demokratischen Ordnung bedrohen. (…) Die muslimischen Bürgerinnen und Bürger dieses Landes sollen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und helfen für eine EU des gegenseitigen Respekts, der Menschenwürde und der Toleranz einzutreten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Von Lega bis AfD – rassistische Gruppen schließen sich zusammen

Grund zur Sorge besteht vor allem, weil die rechten Parteien in Europa sich zusammenschließen und gemeinsam gegen Muslime und Migranten hetzen. Italiens Vizepremier Matteo Salvini will Europas zersplitterte Rechte nach der Wahl im EU-Parlament zusammenführen. Die Bandbreite potenziell Beteiligter an der geplanten neuen „Superfraktion“ mit dem Namen „Bündnis Europäische Allianz der Völker und Nationen“ ist groß.

Salvini selbst führt die rechte Lega an. In den vergangenen Jahren wetterte er vor allem gegen Flüchtlinge und Migranten, bezeichnete Sinti und Roma als „Würmer“ und Migranten als „Abschaum“. Er betreibt eine Politik der Abschottung Europas. Im Wahlkampf traten noch der rechtsradikale Vlaams Belang aus Belgien mit auf, Marine Le Pens Rassemblement National (früher Front National) aus Frankreich, die rechte FPÖ aus Österreich sowie die Alternative für Deutschland (AfD).

Aus den Niederlanden signalisierte der rechtspopulistische Geert Wilders Unterstützung, aus Finnland die EU- und migrationsskeptische Partei „Die Finnen“ (ehemals „Wahre Finnen“). Hinzu können Gruppierungen am rechten Rand des Spektrums etwa aus Bulgarien, Tschechien oder Dänemark kommen. Viele von ihnen sind im Parlament bislang in der ENF-Fraktion („Europa der Nationen und der Freiheit“) organisiert. Nach der Wahl könnte sich auch Ungarns rechtsnationaler und islamfeindlicher Premier Viktor Orban anschließen. (dpa/iQ)

Leserkommentare

Harousch sagt:
Jetzt heißt es: Mobilisieren, Mobilisieren, Mobilisieren: Jeder Europäer und jeder in Europa lebende Muslime, der zur Wahl zugelassen ist, ist verpflichtet zur Wahl zu gehen. Für unsere Mütter, Väter, Geschwister, Kinder und für ein friedvolles und gemeinschaftliches Europa. Ein Europa in dem wir gerne miteinander leben. Ein Europa wo unsere Kinder sich einheimisch fühlen und als stolze Europäer mit muslimischem Glauben stolzen Hauptes ein Teil der Gesellschaft bilden und einen wichtigen Beitrag in den verschiedensten Sparten des täglichen Lebens leisten wollen. Ein Europa in dem wir ein Gegengewicht zu den rechten Tendenzen in der Politik setzen können, indem wir die liberalen Gegenkräfte zu den Populisten wählen. Ich sage mal lieber ganz ganz weit links wählen, als irgendwo die Mitte oder halbrechts, wie etwa CDU/CSU bzw. who the FCK is SPD? Was bleibt denn da eigentlich übrig? Bündnis 90 die Grünen oder die Piraten oder die Linken mit Özlem Alev Demirel? Mehr bleibt ja nicht übrig... Solange es keine Partei gibt, die unter anderem auch und explizit die Interessen der muslimischen Bevölkerung vertritt, bleiben zwei Parteien, die etwas bewirken können. Es geht weder um das Gebot der Kopftücher in den Schulen, Gerichten, Supermarktkassen oder Einhaltung des Fastens für Kinder während der Fastenzeit oder um die Vermietung von Immobilien an muslimische MitbürgerInnen....es geht um das Ganze. Es geht um ein Europa, wo Mensch Mensch sein kann, unabhängig seines Glaubensbekenntnisses oder seiner Herkunft. Geht wählen und nehmt eure Geschwister, Eltern, Tanten, Onkels, Cousinen und Cousins und ihre Eltern und Freunde mit. Den Wahlzettel und Perso im Petto sonst landest du noch im Warsch....er Ghetto.
22.05.19
21:44
Kritika sagt:
L.S. Muslims benehmen sich in jedes der EU- Länder wie Fremdkörper mit Kopftuch. Wenn wir Muslims " mitgestalten " erlauben, werden sie versuchen, uns in einen weiteren Mufti bestimmter, chaotischer Allahstaat zu Verwandeln. Je weniger wir Muslims beachten und teilnehmen lassen, umso freier wird unsere Republik sein. Und was Geert Wilders und die AfD betrifft: Es sind die Muslims, welche diese Geister gerufen haben. Nun sind die Geister da; die Zukunft wird lehren, ob die Geister sie imstande sind, den Islam dahin zurückzudrängen, von wo er her kam und wo er hin gehört. Ohne Muslims wäre Deutschland wesentlich sicherer, Ohne Muslims wäre die Welt wesentlich friedlicher. Gruss, Kritika
22.05.19
23:38
Peter Stauer sagt:
Aber Muslims sind keine Europaer, Dennis Sie sind keine Christen Oder Juden, under ich halter ihren Beitrag zu underwriting Christlike juedischen Civilisation further where negatives Natural. Nun, vielleicht sehe ich das falsch, schliesslich lernen wir durch Sie, das christliche Europa zu schaetzen.
24.05.19
15:54
Emanuel Schaub sagt:
Bestrickende "Logik" also ohne JUDEN keine Shoa...??? ohne "Hexen" und Ketzer ... keine Verbrennungen derselben??? ohne NATIVE INDIANS keine Verbrechen an ihnen. Ohne Bauern keine Knuten in Russland und "Bauernkriege" in Deutschland ??? Ohne CHRISTEN kein 30 jähriger Krieg??? Ohne "Bettler" keine Belästigung in der Fussgängerzone?? Als das mit den Opfern als heimliche Täter.. haben die KARMA Ideologen eleganter ausgedrückt, wenn auch nicht ethisch richtiger... Viel Freude beim Nachdenken .gruss emanuel
27.05.19
12:21
Landpirat sagt:
Peter Stauer: Muslime sind die besseren Juden und noch bessere Christen, weil der Koran beides beinhaltet und noch viel mehr! Eines stimmt jedoch, dass man sich an der Art wie Euromuslime zu Europa stehen orientieren kann, weil wir für ein besseres und liebenswürdigeres Europa stehen. Im Gegensatz zu den rechten Blindgängern, die ausländischen Mächten zuspielen, in dem sie Europa verraten und somit schwächen. Das haben die Einfältigen noch immer nicht verstanden, oder? Die Beziehungen der rechten Rattenfänger zu ausländischen Großmächten und die beabsichtigte Destabilisierung Europas ist doch offensichtlich nützlich für ... Von alleine kommt ihr nicht drauf. Ohje, ohje....voll der Balkenschuss im Hirn... Super geil ist doch auch die Haltung einiger Parteien, die sich ins EU Parlament einwählen lassen, um den Austritt aus der EU vorzubereiten. Demokratische Strukturen schaffen die Demokratie selbst ab. Das ist wirklich pervers!
27.05.19
22:43