Hannover

Islamfeindliche Aufkleber an Haustür angebracht

In Hannover haben Unbekannte islamfeindliche Aufkleber an Häuser angebracht, in denen muslimische Familien wohnen. Der Staatsschutz ermittelt.

25
04
2019
Islamfeindliche Aufkleber in Hannover
Islamfeindlicher Aufkleber in Hannover

Unbekannte haben am Mittwoch einen islamfeindlichen Aufkleber an die Eingangstür eines Mehrfamilienhauses in Hannover geklebt. In dem Gebäude leben muslimische Familien. Auf dem Aufkleber steht „Islamists not welcome. Stay back or we’ll kick you back“. Übersetzt heißt es: „Islamisten nicht willkommen. Bleibt fern oder wir werden euch zurückjagen“.

Auf Anfrage von IslamiQ teilte die Polizeidirektion Hannover mit, dass sie durch einen Tweet von dem Sachverhalt informiert wurde. Wo der Aufkleber angebracht wurde, sei den Ermittlern bisher nicht bekannt. Der Tatort werde lokalisiert, teilte die Polizei mit.

Die Polizei geht von einer islamfeindlichen Motivation aus. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen.

„Solche Aktionen dienen nur denjenigen, die versuchen Unruhe in die Gesellschaft zu bringen und diese zu spalten. Wir stellen uns aktiv gegen eine Spaltung unserer Gesellschaft und verteidigen unsere gemeinsamen Werte“, sagte der niedersächsische Schura-Vorsitzende Recep Bilgen dem IslamiQ. Muslime sollten ruhig bleiben und sich nicht provozieren lassen.

Kein Einzelfall

Ein inhaltlich identischer Aufkleber wurde bereits im Jahr 2015 in Pattensen bei Hannover festgestellt. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat den Sachverhalt zum damaligen Zeitpunkt als versuchte Nötigung und Beleidigung gewertet.

Mit Verweis auf die damalige Bewertung der Staatsanwaltschaft wurde auch im aktuellen Fall ein Strafverfahren wegen des Verdachts der aufgeführten Straftaten eingeleitet. Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Aufklebern bestehe müsse noch überprüft werden, so die Polizei.

Leserkommentare

Dirk sagt:
Der Islam hat doch mit Muslime nichts zu tun ! Meinen jedenfalls linksgrüne KinderFCK die alles in diese Richtung befürworten um ihre Neigung in Zukunft legal ausleben zu können !
27.04.19
13:13
Landpirat sagt:
Es gibt mittlerweile sehr vielfältige Aufkleber gegen nutzlose und hirnlose Sozialschmarotzer (Arbeitslosigkeit bei Rechtsextremen deutlich höher als bei Erwerbstätigen laut Uni Bonn und IZA Institut für Zukunft der Arbeit Zürich) die in der Anzahl und im Design breitgefächert sind zum Beispiel: FCK AfD! Nazis aufs Maul! gegen besorgte Bürger mit einer Faust die das Hakenkreuz zertrümmert! Hass ist keine Alternative! Nazis essen heimlich Döner! mein Vorschlag: Gegen Sozialschmarotzer und Antieuropäer! Nazis wissen nicht, dass in der Bratwurst Gewürze aus dem Orient stecken!
04.05.19
6:32
grege sagt:
Wer auf fremde Türen ungefragt etwas aufklebt, begeht Sachbeschädigung. Daher stellt dieses Verhalten mindestens eine Ordnungswidrigkeit dar. Allerdings sollte man nicht den Fehler machen, dieses Verhalten als islamfeindliche zu brandmarken, da der Aufkleber nur Bezug auf Islamisten nimmt.
05.05.19
15:25
Johannes Disch sagt:
@grege (05.05.2019, 15:25) Hallo. Prima auf den Punkt gebracht.
07.05.19
10:18
Salam sagt:
Egal welcher Religion oder Weltanschauung die übrigen Kommentatoren angehören... ich denke einig sind sich doch alle, dass es sehr unnett ist solche Aufkleber an die Türen von fremden Leuten zu kleben. Sollten dort Leute leben, die eine Straftat begangen haben, ist die Polizei zuständig und nicht irgendwelche Aufkleberverteiler. Es ist erschreckend, dass die meisten Kommentatoren hier meinen „ och die Aktion sei ja nur gegen Islamisten gerichtet“ der Begriff Islamist ist sehr schwammig. Ab wann ist man denn für sie ein Islamist? Wenn man betet, Kopftuch trägt... von Herzen an Allah glaubt. Jemand der wirklich Allah von Herzen liebt, wird sich von euch und eurer Propaganda in seinem Gottesdienst niemals einschüchtern lassen, also lasst euch den Rat geben: verschwendet eure Zeit nicht mit Hass. Hass ist nicht gut für das Wohlbefinden. Ihr schadet euch nur selbst.
08.05.19
23:09
Tarik sagt:
Ich denke auch, dass die designer dieses Stickers keine negativen Absichten hegten. Der abgebildete Ritter mit Lanze verweist offenbar auf eine Gruppe von Aktivisten aus dem Mittelalter, die ebenfalls gegen Islamisten tätig waren..auch wenn darunter im Grunde jeder mit Namen Ali, meryem oder Ahmad fiel und man im Eifer des Gefechts auch noch die ein oder andere jüdische Gemeinden mit über den Jordan beförderte. Okay, die damaligen Aktivisten in Rüstungen schlugen in ihrem Engagement vielleicht hier und da ein wenig über die Strenge. Aber offenbar sehen die Designer dieses Aufklebers sich in der Tradition von Templern, Johanitern und Maltesern und es geht ja auch um die Message: wir wollen keinen religiösen Fanatismus, schon gar nicht als politische Agenda. Daher von mir "Daumen hoch" für die Aktion. Mein Tipp fürs nächste Mal: den Sticker an den richtigen Adressaten raufkleben. Wie wärs mit der saudischen Botschaft? Damit beweist man auch den "ritterlichen Mut", auf den man sich plakativ berufen fühlt. Auch wenn ich durchaus nachvollziehe, dass für den modernen Internetkrieger, der das Abendland retten möchte, bereits die Haustür eines Familienhauses allerhöchste Überwindung kostet. Aber irgendwo muss man ja auch üben dürfen...
11.05.19
0:38
Johannes Disch sagt:
@Salam Die Begriffe "Islamist" bzw. "Islamismus" sind keineswegs schwammig. Das ist hier jetzt aber nicht das Thema. Solche Aufkleber anzubringen, das ist einfach nur doof. Und juristisch betrachtet ist es Sachbeschädigung, wie "grege" es richtig auf den Punkt gebracht hat.
13.05.19
11:29
mohammad al-faruqi sagt:
Ist es nicht erstaunlich wie differenzierend und verständnisvoll die Pro-Sticker Fraktion von Fabel&Co. hier argumentiert, wenn es darum geht anti-muslimische Kampagnen im öffentlichen Raum zu verteidigen?
25.05.19
4:15
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