Freitagspredigten, 29.03.2019

Mirâdsch – die Nacht der Himmelfahrt

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Freitagspredigten
Symbolbild: Minbar, Freitagspredigt, Hutba

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um den Glauben an Isrâ und Mirâdsch. Muslime glauben an die Allmacht Allahs. So wie Allah alles aus dem Nichts erschaffen habe, so sei Er auch jederzeit dazu in der Lage, außergewöhnliche Ereignisse hervorzubringen. Seinen Propheten habe Allah Bestätigungswunder (Mûdschizât) gegeben, um seine Wahrhaftigkeit zu bestätigen.

Zu den offenkundigsten Wunder, die dem Propheten (s) gegeben worden seien, zählen der Koran und die Nacht- und Himmelsreise (Isrâ und Mirâdsch). Die Mirâdsch-Nacht falle in diesem Jahr auf den 2. April. In dieser Nacht reiste der Prophet (s) in kürzester Zeit mit dem Reittier Burak von Mekka nach al-Kuds (Jerusalem). Dort stieg er zu den Himmeln empor und traf der Reihe nach die früheren Propheten, bevor er schließlich zu Allah vortrat. Noch in derselben Nacht kehrte der Prophet zurück nach Mekka.

Die Nacht der Himmelfahrt (Mirâdsch)

Die Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) thematisiert die Nacht der Himmelfahrt. In dieser Nacht wurden dem Propheten (s) ‎sehr viele göttliche Weisheiten, Geheimnisse und ‎Wunder zuteil. So habe der ‎Prophet – ohne Mittler und ohne dass Allah auf ein ‎Ort angewiesen sei – mit Allah ‎gesprochen. Außerdem wurden ihm drei Dinge verkündet: die täglichen fünf Gebete, die Vergebung der Sünden jener, die Allah nichts beigesellen und die letzten Verse der Sure Bakara.

Im Koran gibt es ein Kapitel, das seinen ‎Namen von dieser großen Nacht ‎erhalten habe. Darin seien sehr wertvolle Gebote und ‎Empfehlungen, sowohl für unsere Welt, als auch ‎für unser Jenseits enthalten. 

Die Nacht der Himmelreise

In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um die Nacht der Himmelreise. Nach islamischem Verständnis umfasse der Begriff Mirâdsch, die sowohl physisch als auch geistig stattgefundene Reise des Propheten von Mekka nach Kuds, von dort in die sieben Himmelssphären und an noch andere Orte und Dimensionen, die Allah für ihn gewünscht habe. Darüber hinaus steht der Begriff Mirâdsch auch für alle Ereignisse, die in dieser Nacht sonst noch passiert seien.

Diese gesegnete Nacht sollten Muslime so gut wie möglich erwecken und versuchen sie zu ihrem Vorteil zu nutzen. Sie sollten ihre Eltern, Geschwistern und Freunden ihre Aufwartung machen, in dem sie sie mindestens anrufen und sie zu dieser Nacht beglückwünschen.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.

Leserkommentare

Frederic Voss sagt:
Natürlich können auch schöne Fantasie-Geschichten als anregend und erhaben betrachtet werden. Die hier geschilderte Nachtreise ist - aufgrund meiner Lebenserfahrung - als eine Mischung aus erdichteter Poesie und reinster Fantasie anzusehen. Nicht mehr und nicht weniger. Jeder Mensch träumt jede Nacht mit durchaus auch interessanten Aspekten. Schließlich ist die wahre Identität des Menschen endloses Bewußtsein. Und da kann endlos viel passieren und auch geträumt werden.
29.03.19
21:51