Hamburg

„Qualifizierung von Imamen ist wichtiges Anliegen“

In einer Pressemitteilung kritisiert die Schura Hamburg den Antrag zur Neuregelung der Einreisebestimmungen für Imame. Das Selbstbestimmungsrecht sollte nicht durch staatliche Regulierung eingeschränkt werden.

14
03
2019
SCHURA Hamburg © Facebook, bearbeitet by iQ
Die SCHURA Hamburg steht dem Antrag der rot-grünen Regierungskoalition zur Neuregelung der Einreisebestimmungen und Qualifikationen von islamischen Religionsgelehrten skeptisch gegenüber, wenn durch Einreisebestimmungen der Zugang von Moscheegemeinden zu Imamen auch aus dem Ausland beschnitten würde. „Die Freiheit der Religionsgemeinschaften, ihr religiöses Personal selbst zu bestimmen, sollte nicht durch staatliche Regulierung eingeschränkt werden“, erklärt SCHURA-Vorsitzender Daniel Abdin in einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung.
 
Zudem hätte es sich erwiesen, dass der Erwerb von Sprach- wie gesellschaftlichen Kenntnissen besser und nachhaltiger funktioniere, wenn nach Einreise von Imamen in Hamburg hierfür umgehend qualifizierte Kurse angeboten würden.

SCHURA startete Qualifikations- und Sprachkurse

Die Förderung von Qualifikationsmaßnahmen für Religionsgelehrte sei für die SCHURA ein zentrales Anliegen, dem sie sich in Zusammenarbeit mit BASFI, Schulbehörde und Senatskanzlei längst angenommen habe. Wir sind bereits im letzten Jahr mit diesem Thema an die Stadt herangetreten und haben eine Qualifikations- und Exkursionsreihe gestartetwo die Imame verschiedene politische und soziale Einrichtungen in der Stadt besuchen und in einen wechselseitigen Austausch geraten. Einige Imame besuchen zudem auch Sprachkurse“ betont Abdin.

Der Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg weist darauf hin, dass die Imame in den Gemeinden wichtige religiöse wie auch soziale Aufgaben erfüllten. Die von ihnen hier erbrachten Integrationsleistungen würden aber oft zu wenig wahrgenommen werden. „Unsere Imame sind alles andere als Integrationsverweigerer“ meint Daniel Abdin. Als SCHURA sind wir Staatsvertragspartner und es geht um unser religiöses Personal“ unterstreicht Abdin nochmals die Wichtigkeit einer Beteiligung der islamischen Religionsgemeinschaften

Senat soll Sprachtest für Imame prüfen

SPD und Grüne in Hamburg wollen für mehr Deutsch sprechende Imame in den Moscheegemeinden sorgen. In einem gemeinsamen Antrag der Bürgerschaftsfraktionen wird der Senat aufgefordert, zu prüfen, ob islamische Religionsgelehrte vor ihrer Einreise nach Deutschland zu einem Sprachtest verpflichtet werden können. Das Bundesinnenministerium hatte kürzlich mitgeteilt, eine entsprechende Änderung der Einreisevoraussetzungen vorzubereiten. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Frederic Voss sagt:
Imame als wichtiges Anliegen? Die Förderung von Imamen - also den religiös-politischen Anführern der Muslime bzw. Islam-Koran-Anhänger - soll ein wirklich wichtiges Thema für den deutschen Staat sein? Wenn man die über 83 Millionen Einwohner hier fragt, in welchem Land möchten Sie gerne freiwillig leben, in dem der Islam die herrschende Religion ist, dann wird die Antwort erschreckend ernüchternd ausfallen. Man könnte auch fragen: Leben Sie lieber in einem Land mit dem Islam als Staatsreligion oder lieber in einem Land ohne islamische Herrschaftsstruktur? Soll aus Toleranzgründen der demokratiefeindliche Islam immer mehr Einzug auf allen Ebenen halten? Oder gibt es in Deutschland tatsächlich eine islamische Demokratie-Sondervariante?
15.03.19
0:40
symonstylos sagt:
Es wäre wichtig, die Imam/Imaminausbildung in Deutschland stattfinden zu lassen (Universität plus zwei- oder dreijährigen Pastoralkurs). Dann hätte man Imamine und Imame, die Deutsch sprechen, die Kultur und Lebensgewohnheiten der Menschen kennen und eine adäquate akademische und professionell-pastorale Ausbildung haben. Dann müsste man aber auch auf politschem Wege die muslimischen Gemeinden in Deutschland strukturell dazu in die Lage bringen, dass sie die Imame/Imamine auch anständig bezahlen können.
15.03.19
9:33