Schweiz

Nationalrat stimmt für muslimische Millitärseelsorge

Die Schweizer Armee soll auch Militärimame einsetzen können. Eine parlamentarische Initiative wollte dies verbieten. Der Nationalrat hat diesen Vorstoß abgelehnt.

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03
2019
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Symbolbild: Schweizer Armee © shutterstock, bearbeitet by iQ.
Symbolbild: Schweizer Armee © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Der Schweizer Nationalrat hat sich überraschend mit großer Mehrheit für ein Einsetzen von muslimischen Seelsorgern in der Armee ausgesprochen. Der Nationalrat stimmte am Mittwoch mit 102 zu 67 Stimmen gegen einer entsprechenden parlamentarischen Initiative der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP).

Laut Gesetz hätten Angehörige der Armee ein Recht auf seelsorgerische Betreuung – ungeachtet ihres Glaubens. Aufgrund der steigenden Anzahl muslimischer Soldaten sollten auch muslimische Seelsorger eingestellt werden. 

Die Initiative um den Walliser SVP-Mitlglied Jean-Luc Addor wollte das Gesetz durch eine Bestimmung ergänzen, um muslimische Soldaten auszuschließen. Dieser Vorstoß scheiterte nun vor dem Nationalrat.

Militärseelsorge für Muslime

Im August 2017 veröffentlichte der Bundesrat Schreiben, in dem erklärte, dass ohne die Rekrutierung muslimischen Fachpersonals die Militärseelsorge ihre Aufgabe nicht mehr für alle Soldaten befriedigend erfüllen könne. Gemäß dem Militärgesetz hätten die Angehörigen der Armee ungeachtet ihres Glaubens das Recht auf seelsorgerische Betreuung. Diese Aufgabe falle in das Aufgabengebiet der Militärseelsorge, die auf dem Grundgedanken der Ökumene basiere. Der Militärseelsorger sei am Ort seiner Einteilung für die seelsorgerischen Anliegen aller da.

Es sei schon seit einem längeren Zeitraum Gegenstand der Gespräche, wie damit umgegangen werden soll, dass die Zahl der Armeeangehörigen muslimischen Glaubens zunimmt. Auch heute schon können die Armeeseelsorger laut dem Bundesrat in gewissen Fällen muslimische Fachpersonen kontaktieren.