Hamburg

Senat soll Sprachtest für Imame prüfen

Laut einem Antrag der SPD und Grüne würde es Hamburger Imamen an Sprachkenntnissen fehlen. Dies soll der Senat jetzt überprüfen.

10
03
2019
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Imam
Symbolbild: Der Imam © shutterstock, bearbeitet by IslamiQ.

SPD und Grüne in Hamburg wollen für mehr Deutsch sprechende Imame in den Moscheegemeinden sorgen. In einem gemeinsamen Antrag der Bürgerschaftsfraktionen wird der Senat aufgefordert, zu prüfen, ob islamische Religionsgelehrte vor ihrer Einreise nach Deutschland zu einem Sprachtest verpflichtet werden können. „Wir wollen die veralteten Einreisevoraussetzungen für Imame überarbeiten und neu regeln“, sagte der Integrationsexperte der SPD-Fraktion, Kazim Abaci, der Deutschen Presse-Agentur. „Für eine gelungene Integration von Einwanderern ist es wichtig, dass sich Religionsgelehrte aus dem Ausland auch mit der Sprache und der Lebenswirklichkeit in Deutschland vertraut machen“. Damit sei man „grundsätzlich auf einer Linie mit der Bundesregierung“, sagte Abaci. Das Bundesinnenministerium hatte kürzlich mitgeteilt, eine entsprechende Änderung der Einreisevoraussetzungen vorzubereiten.

„Ausbildung in Hamburg verbessern“

Einige der in Hamburger Moscheen tätigen islamischen Religionsgelehrten werden durch den türkischen Staat entsandt und bezahlt. „Die Entsendepraxis von Imamen aus der Türkei halten wir für überholt und wollen daran arbeiten, dass zukünftig mehr in Deutschland ausgebildete Religionsgelehrte in Hamburg tätig sind, die auch finanziell und inhaltlich unabhängig von der Türkei arbeiten“, sagte die religionspolitische Sprecherin der Grünen, Filiz Demirel. „Langfristig muss es uns gelingen, die Ausbildung in Hamburg zu verbessern“, sagte ihr SPD-Kollege Ekkehard Wysocki.

Grundsätzlich sei es im integrationspolitischen und interreligiösen Interesse, dass in den Hamburger Moscheen auch in Deutschland sozialisierte und ausgebildete Imame eingesetzt werden, heißt es in dem der dpa vorliegenden Antrag, der Ende des Monats in der Bürgerschaft beraten werden soll. Bis dies möglich ist, solle geprüft werden, inwieweit entsandte islamische Religionsgelehrte verpflichtet werden können, vor der Einreise deutsche Sprachkenntnisse und Wissen über die deutsche Gesellschaft zu erwerben.

„Das beugt kulturell bedingten Missverständnissen vor, erleichtert das interreligiöse Leben und stärkt den sozialen Zusammenhalt“, sagte Abaci. Es brauche rechtlich verbindliche Regelungen, „damit die Imame aktiv auf eine gesellschaftliche Teilhabe ihrer Gemeindemitglieder hinwirken können.“ (dpa/iQ)