Aleviten

Alevitentum ohne Islam?

Die Frage, ob die Glaubensgrundlagen der Aleviten in den Islam münden, stellt sich immer wieder. Dr. Ecevit Polat hat sich mit dieser Frage beschäftigt.

10
03
2019
Aleviten (c)facebook, bearbeitet by islamiQ
Aleviten © Facebook, bearbeitet by islamiQ

Wahrscheinlich gibt es in der Neuzeit keine Religionsgemeinschaft außer den Aleviten selbst, die darauf bedacht sind ihre historischen Traditionen wieder neu zu entdecken. Das liegt sicherlich vorerst darin begründet, dass die inhaltlichen Lehren der anatolischen Aleviten sich primär auf mündliche Überlieferungen und nicht auf schriftliche Katechismen, wie sie etwa im Katholizismus oder in anderen Glaubensgemeinschaften als praktische Anleitungen zu dienen hat, begründet wird. Tatsächlich ist es nicht selten von Aleviten selber zu hören bekommen, dass sie in Wirklichkeit gar keine Muslime seien und sich eigentlich auf die vorislamischen Lehren des Schamanismus und anderen synkretistischen Lehren beziehen, die im Grunde genommen noch viel älter als die Religion des Islams sei.

Danach hätten sich die synkretistischen Lehren der Aleviten erst ab dem 9. Jahrhundert sich mit einigen Gepflogenheiten des Islam im Gärverfahren vermischt. Im Gegensatz dazu sind wiederum andere anatolische Aleviten der felsenfesten Überzeugung, dass sie sehr wohl Muslime seien und man sie quasi mit den anderen sunnitischen madahib (= Weg, Lehre, Schule) wie die der hanafitischen, schafiitischen, malikitischen und der hanbalitischen Rechtsschulen vergleichen könne.

Die Entwicklung der alevitischen Gemeinschaft in der Türkei

Aufgrund ihrer minderheitlichen Situation in der Türkei – was sicherlich in der Geschichte nicht immer ohne Ausgrenzung erfolgen sollte – schlossen sich nicht wenige Aleviten den politischen Strömungen des Kommunismus und des Marxismus Anfang des 20. Jahrhunderts an, um gegen die am eigenen Leibe erfahrenen staatlichen Willkür zumindest in der Opposition agieren zu können.  Zudem wurden in der jungen Republik der Türkei, sämtliche Ordensaktivitäten der Sufi Bruderschaften (tekke, dergah, zawiya) 1925 aufgrund des eifrigen Begehrens von Atatürk und seiner Gefolgsleute per-Gesetz für verboten erklärt. Was daraus Erfolgte ist, dass sowohl Gläubige Aleviten als auch die Sunniten durch den ausgehenden politischen Druck der nationalistischen Zusammenschlüsse der Republik, von ihren religiösen Wurzeln entzweit werden sollten.

Etwa zeitgleich war der anhaltende weltpolitische Aufbruch des Kommunismus mit dem zielstrebigen Auftrag einer universalen Ausbreitung der ihr zugrunde liegenden atheistischen Weltanschauung, aus der politischen Weltbühne nicht mehr weg zu denken. Besorgniserregend mahnte in diesem Zusammenhang der einflussreiche Gelehrte Said Nursi (1877-1960) seine Alevitischen Geschwister eindringlich davor, wegen den bestehenden konfessionellen Unterschieden zu den Sunniten nicht in die Falle der Atheisten im Gewand des Materialismus zu verfallen: 

„Die Aleviten sollten besser die Häretiker und die Atheisten, die mit Recht die Feindschaft sowohl der Aleviten als auch der Sunniten verdient haben, links liegen lassen und nicht gegen die Leute der Wahrheit Front bilden. Ja ein Teil der Aleviten hat sogar den Sunniten zum Trotz die Sunna aufgegeben“ […] „Bringt diesen bedeutungslosen, haltlosen, ungerechten und gefährlichen Streit unter euch möglichst schnell zu Ende! Sonst wird euch diese gegenwärtige atheistische Strömung mit starker Hand und in souveräner Weise als ein Instrument gebrauchen, um so den einen mit dem anderen zu erdrücken.“ 

Das Alevitentum in Deutschland

Abgesehen von den politisch-konfessionellen Differenzierungen in der Türkei, wurde inzwischen das Alevitentum in Deutschland als eine eigenständige Religionsgemeinschaft in der Absonderung zum Islam anerkannt. Im Auftrag des Ministeriums für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, verfasste die Turkologin Ursula Spuler-Stegemann 2003 ein Gutachten zu den Aleviten mit der Überschrift „Ist die Alevitische Gemeinde Deutschland e.V. eine Religionsgemeinschaft?“. Spuler-Stegemann war von Anfang an sehr darum bemüht gewesen, die alevitische Glaubensauffassung als eine nicht islamische Glaubensgemeinschaft zu klassifizieren.

Im Gewand eines wissenschaftlichen Gutachtens bemühte sie sich sehr darum, die Aleviten von der Islamischen Theologie abzusondern. Im Gegensatz zu der Auffassung von Spuler-Stegemann, wird die Glaubensauffassung der Muslime in der Heiligen Schrift klar umrissen dargestellt. Darin wird die Theologie des Islam (2: 285; 4: 136) als die sogenannten Säulen des Glaubens (arkan al-iman), eingehend beschrieben: 

„Alle (Gläubigen) glauben an Allah und seine Engel und Seine Schriften und Seine Gesandten und machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten“. 

Daraus resultierend wird der Kernbestand der muslimischen Orthopraxie in den besagenden „Fünf Säulen des Islam“ (arkan ad-din) nach der folgenden Reihenfolge aufgelistet: 

  • Glaubensbekenntnis (shahada)
  • Rituelles Gebet (salat) 
  • Fasten im Monat Ramadan (saum) 
  • Sozialabgabe (zakat) 
  • Pilgerfahrt nach Mekka (hajj).

Jedes dieser einzelne für die Muslime unumgängliche Säulen, werden in mehreren authentischen Überlieferungen des Propheten, wie etwa nachfolgend in al-Buhari tradiert:

„Ibn Umar berichtet, der Gesandte Gottes (s) habe gesagt: Der Islam basiert auf fünf grundlegenden Pflichten: Dem Glaubensbekenntnis-„Es gibt keinen Gott außer Gott, und Muhammad ist der Gesandte Gottes“-, dem Gebet, der gesetzlichen Abgabe, der Wallfahrt sowie dem Fasten im Ramadan.“    

Bezogen auf diese Fünf Säulen fügt Spuler-Stegemann lapidar in ihrem Gutachten die folgende Anmerkung dazu an: „Die Aleviten lehnen diese „fünf Säulen“ fast ausnahmslos ab bzw. haben Äquivalente dafür, die vom orthodoxen Islam als „häretisch“ eingestuft werden.“ 

Bereits zuvor schrieb Spuler-Stegemann in ihrem Buch Muslime in Deutschland den Aleviten ihr Muslimsein mit dem folgenden Satz ab: 

Die Aleviten lehnen die Befolgung der fünf Pflichten des Islam und die Scharia, das islamische Gesetz, ab. Statt des Monatsfasten im Ramadan begehen sie zehn oder zwölf Fasttage in jenem Monat Muharram […]. Aleviten dürfen Alkohol trinken und Schweinefleisch essen […]. Aleviten brauchen keine Moscheen, denn sie kennen weder das rituelle Gebet noch das Freitagsgebet“. 

In Anlehnung an das Gutachten gelang es dem organisierten Dachverband der Aleviten AABF (Alevitische Gemeinschaft Deutschland e.V.) im Sinne des Art. 7. Abs. 3 Grundgesetz sich den Status einer eigenständigen Religionsgemeinschaft zu sichern. Unmittelbar nach der Absegnung des Gutachtens, was eine nicht zu unterschätzende Auswirkung auch auf die übrigen Bundesländer hatte, wurde der alevitische Religionsunterricht vorerst im Schuljahr 2006/2007 in Baden-Württemberg als eigenständiges Fach eingeführt. Schließlich wurde der Religionsunterricht übergreifend im Schuljahr 2008/2009 in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern im direkten Anschluss dazu als nächstes eingeführt.  

Wie das Alevitentum zur islamischen Glaubenslehre steht

Aber wie steht das Alevitentum denn tatsächlich zur islamischen Glaubenslehre? Handelt es sich hierbei durchaus um eine eigenständige Philosophie, oder eher doch um einen Bestandteil innerhalb des Islams, die ausschließlich aus der islamischen Mystik hervorgegangen ist? Der wichtigste ethische Leitspruch der Aleviten „Eline, diline, beline sahip ol“ (Beherrsche deine Hände, deine Zunge und deine Lende), die dem einflussreichsten alevitischen geistlichen Haci Bektas Veli (1209-1271) zugeschrieben wird, kann sich ohne weiteres in allen monotheistischen Religionen begründen lassen.

Aber gibt es dennoch bei den Aleviten sogenannte autoritative Texte, die eine verbindliche Glaubenslehre der Aleviten unmissverständlich definieren können? Die wesentlichen Grundlagentexte, die vor allem einen verbindlichen Charakter darzustellen vermögen, können bereitwillig folgendermaßen skizziert werden:

  1. Buyruk („Gebot“, „Befehl“, „Weisung“). Die Buyruk wird als das meistgelesene Buch der Aleviten bezeichnet, was auch unter dem Namen „Das Gebot Imam Ga´far“ (imam Cafer Buyrugu) genannt wird, da sie unmittelbar auf den sechsten Imam Ga´far as-Sadiq (702-767) zurückgeführt wird. Timo Güzelmansur bemerkt hierzu an: „Die Aleviten verstehen das Buch als ein den Qur´an erklärendes und ergänzendes Werk“. 
  2. Vilayetname („Erzählung“). Die Vilayetname soll die Erzählungen von Haci Bektas Veli beinhalten. In einem bis heute erhalten gebliebenen Manuskript wird von Ali Celebi darauf hingewiesen, dass er dieses Werk in den Jahren zwischen 1624/1625 seinerseits direkt vom Originaltext abgeschrieben hat.     
  3. Makalat (Abhandlungen). Die Makalat wird als das wichtigste Vermächtnis von Haci Bektas Veli betrachtet. Mit größter Wahrscheinlichkeit wurde das Werk direkt von Haci Veli diktiert.
  4. Nahdsch-ul-Balagha (Pfad der Eloquenz). Hier sind die Aussagen und Predigten von Ali b. Abi Talib (ca. 597/601-661) zusammengestellt worden. Scharif Radhi (ca. 969-1015), der zugleich auch ein Nachkomme von Ali war, verschriftlichte und trug die Sprüche, die Predigten und Vermächtnisse des vierten Khalifen Ali zusammen. Allerdings wies Radhi darauf hin, dass für sein Buch die wichtigste Grundlage das Werk von Zaid ibn Wahab al-Dschuhni (gest. ca. 715) gedient hatte, da al-Dschuhni bei Versammlungen und anderen Gelegenheiten die Predigten persönlich aufschrieb, die Imam Ali gehalten hatte.

Interessanterweise zeugen alle diese zitierten Primärquellen ausnahmslos davon, dass die Glaubenssäulen des Islam ein fester Bestandteil auch in der Alevitischen-Lehre darstellen. In dem Buyruk wird ausdrücklich darauf Bezug genommen, wonach an alle in der Chronologie geoffenbarten Heiligen Bücher von Gott zu glauben sind. Des Weiteren werden die Menschen im Buyruk nachdrücklich dazu aufgefordert, sich in die Lehren des Qur´an zu vertiefen, um den Segen Gottes zu erhalten.

Als dann besagt dieselbe Quelle den nachkommenden fundamentalen Satz, der wahrscheinlich auch nicht wenige Aleviten verwundern würde: „Und den Leuten der Scharia bedarf es folgender Dinge: Beten, fasten, nach Mekka pilgern und wenn sie in der Lage sind, die Almosenabgabe (zakat) verrichten“. Ferner unterstreicht Haci Bektas Veli in seinem Makalat in aller Deutlichkeit den Wert des Glaubens (arkan al-iman) hervor, wie sie punktuell im Qur´an (2: 285; 4: 136) beschrieben worden sind. 

Aber dennoch: wenn die Glaubensgrundlagen der Aleviten sich tatsächlich primär auf die Blutsverwandtschaft des Propheten Muhammad in der Erscheinung der Ahl-ul-Bait beziehen, wie kann es trotzdem dazu kommen, dass in der Gegenwart nicht wenige Aleviten sich gegen die islamische Orthopraxie aussprechen, ja sich sogar außerhalb des Islam wie in dem berüchtigten Slogan Ali´siz Alevilik (ein Alevitentum ohne Ali) sehen und definieren? Die im muslimischen Kulturkreis ältesten erhalten gebliebenen historischen Quellen wie etwa: Kitabu´l al-Magazi (Buch der Feldzüge) von Az- Zuhri (gest. 742), As-Sira An-Nabawiya (Das Leben des Propheten) von Ibn Ishaq (704-767) und Kitab at-tabaqat al-kabir (Das große Klassenbuch) von Ibn Sa´d (784-845) berichten einvernehmlich von der vorbildhaften religiösen Verbundenheit von Ali b. Abi Talib an die islamische Orthopraxie.

Daher erscheint es für Muslime nicht selten etwas befremdlich, wenn sie im Alltag Aleviten begegnen, die zwar vorgeben Ali zu lieben und ihn als idealen Vorbild zu ehren jedoch im gleichen Atemzug sich distanzierend zu den fünf Säulen des Islam verhalten. Es ist historisch keineswegs zu bestreiten, dass sowohl die konstitutiven Schriften der anatolischen Aleviten sowie deren geistliche Bezugspersonen der Ahl-ul-Bait (Nachkommen des Propheten) als auch Haci Bektas Veli, vorbildhafte Muslime in der Anlehnung an den Qur´an und dem Propheten Muhammad gelebt hatten. Als der Prophetengefährte Abdullah Ibn Abbas über den vierten Khalifen Ali befragt wurde, beschrieb er dessen vorbildhaften Charakter für alle Muslime mit dem folgenden Satz:

 „[…] Er (Ali) führte die Pilgerfahrt und den siebenmaligen Lauf zwischen As-Safa und Al-Marwa vorbildlich durch; er war der beste Prediger unter den Menschen nach den Propheten und dem auserwählten Propheten Muhammad, Allahs Segen und Friede auf ihm; er nahm an Gebeten in beide Gebetsrichtungen der Muslime teil (zuerst Jerusalem, dann Makka). Ist ihm also ein Bekenner der Einheit Allahs ebenbürtig? […].“    

Allerdings bleibt weiterhin die paradoxe Frage im Raum stehen, weshalb bestimmte Anhängerschaften der Alevitischen Gemeinden sich weiterhin außerhalb des Islam verorten, wo doch ihre Primärquellen unbestritten im Meer des Islam münden? 

Leserkommentare

HeMan sagt:
Dr. Polat dogmatisiert interpretiert die islamische Religion mit der sunnitischen Auffassung. Dies ist mitnichten falsch. Geht man dieser falschen Auffassung nach, wäre sein Ergebnis korrekt. Da die Grundlage seine Annahme aber schon falsch ist, ist auch das Ergebnis falsch. So ein undifferenziert einseitiges Islam Bild eines Professors ist aus der Türkei zu erwarten, aber aus den USA?! Der Mann nimmt scheinbar seine subjektive Islam Vorstellung als Maßstab.
11.03.19
12:20
Dilaver Çelik sagt:
Das ist ein sehr heikles Thema. Wir dürfen keinesfalls zulassen, dass die Deutschen die Aleviten und Sunniten gegeneinander ausspielen. Da müssen wir dagegen zusammenhalten. Denn nur gemeinsam sind wir stark. Said Nursi hat vollkommen Recht mit seinen Warnungen, welche durch das einseitig-manipulative Gutachten von Spuler-Stegemann einmal mehr bestätigt werden. Die Aleviten sind keine homogene Gruppe, wie von Spuler-Stegemann sowie vom politischen Kampfverband AABF dargestellt. Das Alevitentum ist vielmehr ein Sammelbegriff für Gruppen, die untereinander sich extrem voneinander unterscheiden. Mithin sind die Aleviten sehr heterogen. Die AABF vertritt keineswegs alle Aleviten in Deutschland. Die AABF versucht aus den vergangenen Traumata der Aleviten für sich politisches Kapital zu schlagen. Es ist ein fataler Fehler, diesen politischen Kampfverband, der erwiesenermaßen mit linksextremistischen Organisationen kollaboriert, die zum Teil Terrororganisationen nahestehen, als "Religionsgemeinschaft" anzuerkennen (was sie keinesfalls ist). Es ist auch kein Geheimnis, dass die AABF gegen alles und jeden agitiert und diskreditiert, der nicht mit ihr spurt. Sogar gegen kleinere alevitische Dachverbände (z.B. Alevitisch-Islamische Union in Deutschland), die von den Deutschen ignoriert werden und mit dem Kurs der AABF nicht einverstanden sind. Lediglich Einzelpersonen trauen sich, die Machenschaften der AABF offen auszusprechen und anzuprangern, weil die AABF jeden ins Visier nimmt und diskreditiert, der sich mit ihr anlegt. Die islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland schweigen sich über die Machenschaften der AABF aus, um keine Fitna zuzulassen, da die gegenwärtigen deutschen Machthaber geradezu dazu erpicht sind, muslimische Gruppen gegeneinander auszuspielen. Auch zu den Aleviten gegenüber gibt es keine andere Alternative zum Zusammenhalt sowie zum innermuslimische Dialog. Man kann sich an einen Tisch setzen und auf Augenhöhe miteinander reden sowie Probleme ausdiskutieren, ohne sich gegenseitig zu beleidigen. Man darf das nur nicht nach außen kommunizieren, um Fitna-Stiftern keine Gelegenheit zu bieten.
11.03.19
19:03
Dilaver Çelik sagt:
Ergänzungen: Die AABF ist zu einem Werkzeug der Fitna-Stifter geworden, wovor Said Nursi die Aleviten zu recht gewarnt hat. Die AABF ist längst ein Fall für den Verfassungsschutz, weil ihr destruktiv-politisches Agieren mit den Prinzipien der Völkerverständigung nicht vereinbar ist. Ihr Status als Religionsgemeinschaft muss ihr aus oben genannten Gründen auch aberkannt werden. Ich bezweifle allerdings, dass der Verfassungsschutz sich der Sache annehmen wird. Hingegen wird eine unpolitische gemäßigte Organisation zum Prüffall für den Verfassungsschutz gemacht. Das zeigt einmal mehr, dass der Verfassungsschutz ihrer Unabhängigkeit nicht mehr gerecht werden kann und längst zu einem Organ verkommen ist, welcher vollständig der politischen Konjunktur unterworfen ist. Die destruktive Methode der AABF darf uns vom Dialog mit den Aleviten nicht abhalten, da längst nicht alle Aleviten mit dem Kurs der AABF glücklich sind. Maßstab beim Dialog mit Aleviten sind die Methoden von Said Nursi. Denn Said Nursi setzt ausschließlich auf Konstruktivität. Ohne diese Methoden ist ein konstruktiver Dialog auf Augenhöhe nicht möglich. Hinweis: Mir ist bewusst, dass das ein sehr heikles Thema ist. Deshalb erkläre ich hiermit, dass meine Angaben wahrheitsgemäß und gut belegt sind, so dass ich meine Angaben mit bestem Gewissen gemacht habe. Jegliche Angriffe und Vorwürfe gegen meine Person weise ich deshalb a priori zurück.
11.03.19
20:42
Sezgin sagt:
Ich wuchs mit alevitischen Freunde auf. Auch heute gehören sie zu meinen besten Freunden. Allerdings musste ich immer wieder verblüffend feststellen, dass in den freundschaftlichen Gesprächen über die Glaubenslehre der Aleviten unterschiedliche Meinungen ich mir anhören musste. Die einen bekennten sich zur islamischen Religion, andere wiederum versuchten mir zu erklären, dass das Alevitentum im Grunde genommen nichts mit dem Islam zu tun habe. Deshalb fragte ich mich des öfteren, ob Aleviten auch vergleichbare sogenannte heilige Bücher besitzen würden. Durch den Artikel von Herrn Polat ist mir nun bewusst geworden, dass die Aleviten eben doch ein fester Bestandteil des Islams sind. Durch ihre primären Quellen sind auch sie dazu angehalten, die Religion des Islam zu verinnerlichen und entsprechend wie alle anderen Rechtsschulen zu praktizieren.
11.03.19
22:59
Dilaver Çelik sagt:
Nur einige Notizen dazu: 1. Die Aleviten sind keine homogene Gruppe, wie von einigen Wissenschaftlern und Laien irreführend dargestellt, sondern setzen sich aus sehr heterogenen Gruppen zusammen. Die breite Palette reicht dabei von Aleviten, welche in der islamischen Glaubenspraxis sich kaum von Sunniten/Schiiten unterscheiden bis hin zu Atheisten, welche sich als Aleviten ausgeben ("Aleviten ohne Ali"). 2. Die AABF vertritt keineswegs alle Aleviten in Deutschland, auch wenn sie zur Zeit noch der größte und bekannteste Dachverband der Aleviten ist und eine Alleinvertretung für sich in Anspruch nimmt. Der Alleinvertretungsanspruch der AABF ist ein Mythos. Es gibt auch andere alevitische Dachverbände, u.a. die CEM AAF und die Alevitisch-Islamische Union in Deutschland, welche mit dem gegenwärtigen Kurs der AABF nicht einverstanden sind. 3. Das Gutachten von Ursula Spuler-Stegemann zur AABF ist in Anbetracht des gegenwärtigen Profils der AABF veraltet bzw. nicht mehr aktuell. 4. Die Vergangenheit ist vergangen, aus und vorbei. Im Umgang miteinander dürfen keine vergangenen Traumata bestimmend und maßgebend sein, sondern ausschließlich die Gegenwart und die Lokalität. Die Übertragung vergangener Traumata (auf beiden Seiten) auf die Gegenwart ist stets Gift für das friedliche Zusammenleben. Beide Seiten dürfen sich durch die Fitna der Verderbungskomitees nicht gegenseitig ausspielen lassen. 5. Wir müssen die Aleviten immer gut und respektvoll behandeln, ihnen mit Beweisen die islamischen Glaubenswahrheiten näherbringen, sie in die Moschee einladen und gute nachbarschaftliche Beziehungen mit ihnen pflegen. Maßstab hierfür sind die Methoden von Said Nursi, die ausschließlich auf Konstruktivität ausgerichtet sind.
12.03.19
17:22
Ali sagt:
Wie ich die Kommentare lese hat man wieder nichts verstanden. Aleviten! Die Arme "alevitische jugend" ist wieder mal vollgepumpt mit nichtswissen. Immer die selbe leier, bin selber alevite und ich kann nur sagen Hr Dr Polat hat vollkommen recht, er hat in seinem Beitrag sehr sorgfältige quellen gegeben. Islam ist 1,es gibt keine anderen Ströme Der Prophet Muhammed ist vorbild des Korans(heilige Buch). Entweder oder, der khalif Ali ist 1.nefe des Propheten 2.sein schwieger Sohn 3.Er ist von den personen die mit dem Propheten gebete gerichtet hat und nach Hatice(Muhammeds 1. Gatte) und Khalif Ebu bekir der den Islam angenommen hat. Khalif Ali wurde sogar auf dem Mosche zum Morgengebet getötet. Er war immer neben dem Propheten, so jetzt sagt Ihr Ali hat mit islam nichts zu tun,! Ihr seit verwirrt Null Ahnung absolut despot und faschistisch, obwohl alles absolut LOGISCH ist. Schade und Schande.
14.03.19
18:14
grege sagt:
"Wir dürfen keinesfalls zulassen, dass die Deutschen die Aleviten und Sunniten gegeneinander ausspielen" Jawohl, alle deutschen Ungläubigen sind Aleviten- und Sunnitenhasser. Offensichtlicher kann man seinen rassistisch Motivierten Hass gegen eine ganze Volksgruppe nicht zeigen.
15.03.19
17:17
Kritika sagt:
L.S. Soweit Kritika bekannt, besteht kein Alleiniges Recht auf den Vereinsnamen "Islam" In der Christlichen Welt gibt es zahlreiche Variationen: Babtisten, Protestanten, Frei-Christen, Alt-Katholiken usw. Niemand kümmert sich darum, was irgendein ChristenGrüppchen nun genau glaubt. Kritika wunder sich, dass Dr. Ecevit Polat offensichtlich nicht wichtigeres zu tun hat, als sich über Variationen einer Nonsense-Teorie den Kopf zu zerbrechen. Nicht immer sind Äußerungen Diliavers mit Kritikas Meinung dermassen deckungsgleich wie heute. Seine Bemerkung Nr. 5. vom Post 11/03/2019 zeigt eine erfreuliche und bemerkungswerte Gelassenheit und Kompromissbereitschaft. Kritika wünscht Dr. Ecevit Polat, dass er sich davon eine Scheibe abschneiden möge. Schade, dass Shakespeare den Polatschen Artikel nicht mehr lesen kann. Er ( Shakespeare ) hätte bestimmt geseufzt: Raten Sie es, verehrte Leserin? verehrter Leser? "Much ado About Nothing". Gruss, Kritika
16.03.19
1:19
Dilaver Çelik sagt:
"Jawohl, alle deutschen Ungläubigen sind Aleviten- und Sunnitenhasser. Offensichtlicher kann man seinen rassistisch Motivierten Hass gegen eine ganze Volksgruppe nicht zeigen." Da tobt aber einer lautstark, weil er seine Fitna-Absichten durchschaut sieht. Hier haben wir es mit einem klassischen Fall von narzisstischer Wut zu tun. So einen will ich jedenfalls nicht zum Nachbarn haben.
20.03.19
23:03
Cafer Düzgün sagt:
Ich finde, dass die Diskussionen hier vom eigentlichen Thema zu sehr abweicht. Es geht in dem Artikel von Professor Ecevit Polat lediglich darum, dass die primären Quellen der Aleviten denselben Weg zum Islam aufzeigt, wie sie in den sunnitschen Quellen auch vorzufinden sind. Die Schriftlichen-Quellen der Aleviten sprechen hier eine zu deutliche Sprache, um sie hier außerhalb der islamischen Religion verordnen zu können. In diesem Sinne wäre es sehr hilfreich, wenn diese Quellen in absehbarer Zeit auch in die deutsche Sprache übersetzt werden, damit die Aleviten nicht länger durch politische Umtriebe außerhalb der islamischen Religionsgemeinschaft tituliert werden können.
21.03.19
10:05