Uiguren

Uiguren: Muslimische Öffentlichkeit zu wenig informiert

In Xinjiang geht China mit zunehmender Härte gegen die muslimischen Uiguren vor. Doch werde die Situation der Muslime von Medienberichten bewusst verharmlost.

24
12
2018
Unterdrückung der muslimischen Uiguren in China (c)Facebook
Unterdrückung der muslimischen Uiguren in China (c)Facebook

Die Zeitung „Jakarta Post“ hatte am vergangenen Donnerstag eine Antwort der chinesischen Regierung zur Situation der Muslime in Xinjiang veröffentlicht. Dabei habe die Zeitung die Situation der Muslime verharmlost und „alles in einem anderen Licht dargestellt“ berichtet der Philologen Prof. Dr. Hans-Christian Günther in einem Schreiben auf der Onlineplatform „Nex24 News“.

Ein Foto mit tanzenden Muslime vor der Moschee solle zeigen, dass die Uiguren eine Religionsfreiheit genießen, doch sei „die zentrale Moschee Kaschgars inzwischen für das Gebet geschlossen. Der Halbmond wurde durch eine chinesische Fahne ersetzt“, heißt es weiter.

Günther zufolge seien muslimische Länder immer noch zu wenig Informiert und werde gezielt desinformiert. Die Wahrheit über die Uiguren zu verbreiten sei die Pflicht jeden Muslims und auch Muslimische Organisationen müssen auf die Regierung Chinas mehr Druck ausüben, berichtet Günther.

China legalisiert Umerziehungslager für Muslime

Die Region gilt wegen der Spannungen zwischen den Uiguren und den Han-Chinesen als Konfliktherd. Nach blutigen Unruhen 2009 und einer Reihe von Terroranschlägen greifen die Sicherheitskräfte hart durch. Die Uiguren beklagen politische, wirtschaftliche und religiöse Unterdrückung, während ihnen die Chinesen Separatismus vorwerfen.

Im Oktober hat Chinas kommunistische Führung die international höchst umstrittenen Umerziehungslager für Muslime in Xinjiang nachträglich legalisiert. Eine Gesetzesänderung durch das Parlament der Nordwestregion erlaubt Behörden künftig, als extremistisch eingestufte Personen in Trainingszentren „zu erziehen und zu transformieren“. Menschenrechtler und UN-Experten haben die Masseninhaftierung der Muslime scharf kritisiert. Nach offiziell unbestätigten Berichten sollen Hunderttausende in den Lagern einsitzen.

Muslimische Gelehrte verurteilen Unterdrückung

Anfang Dezember verurteilte die Internationale Vereinigung muslimischer Gelehrter (IUMS) in einer Erklärung die jahrelange Unterdrückung der Muslime in China. Vor allem in Ostturkestan soll die muslimische Minderheit der Uiguren systematisch unterdrückt werden. IUMS bewertet die aktuelle Lage als einen Eingriff in die Menschenrechte der Uiguren, da unter anderem ihre Religions- und Meinungsfreiheit eingeschränkt werde.

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Bei religiöser Verfolgung mit Gefahr für Leib und Leben ist es ratsam, auszuwandern, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, Unrecht zu unterbinden. Doch kommunistische Regimes sind berüchtigt dafür, dass sie selbst Auswanderung nicht zulassen. Da ist Druck von Außen die einzige Möglichkeit, Unrecht ein Ende zu setzen. Im Zweifel sogar ein militärischer Einmarsch durch eine internationale muslimische Koalition, um China in seine Schranken zu weisen. Doch die autoritären Regimes muslimisch geprägter Länder sind vielmehr an ihrem eigenen Machterhalt interessiert als Gerechtigkeit durchzusetzen. Das finde ich einfach nur beschämend.
25.12.18
17:11
World Uyghur Congress |Weltkongress der Uiguren | Uiguren: Muslimische Öffentlichkeit zu wenig informiert sagt:
[…] 27.12.2018, Islamiq […]
27.12.18
16:12
Kritika sagt:
L.S. China versucht alle Religionen, Buddha, Christentum und auch Islam mit harten Mitteln zu abzuschaffen. Nichts und Niemand kann sie daran hindern. Auch der Protest von Delisaver nicht. Die Anhänger dieser Religionen hätten ein besseres Leben, wenn sie sich dem nicht entgegen stellen würden. Durch Widerstand bewirken sie keine Besserung sondern nur noch mehr Leiden durch Repressionen. West Europa zeigt, dass man auch ohne Christentum gut leben kann. Diese Erkenntnis muss im rückständigen Islam erst noch reifen. Für Menschen, die in ihren fiktivem Glauben gefangen sind (Christen Buddhisten Islamisten, ) ist das zunächst unangenehm. Aber schon die nächste Generation lebt befreit, unbeschwert von pseudo religiöse Pflichten Dauer- Beterei Götter und Sünden, eben freier und glücklicher. Die Christen Europas durchwandern zZ diesen Prozess. Gottesdienste sind weniger besucht, KirchenGebäude werden überflüssig. Gegen diesen Strom schwimmen zu wollen bringt auch den armen Uiguren nur unnötiges Leid, sonst nichts. Gruss, Kritika
29.12.18
3:36
Kritika sagt:
L.S Wo, sehr geehrter Herr Diliaver, Wo blieben Ihre Proteste, als bekannt wurde, dass die Islamischen Republik Pakistan eine Christliche Frau 8 Jahre lang in die Todeszelle steckte? Wo? Wo, sehr geehrter Herr Diliaver, Wo war Ihr Protest, nun bekannt ist, dass sogar ihr Anwalt nach den Islam-skeptischen Niederlanden flüchten musste, weil sogar er vom Islamischen Mob mit den Tot bedroht wurde Wo? Kritika
30.12.18
17:32
grege sagt:
Herr Erdogan steht ja bei chinesischen Banken ebenso hoch in der Kreide. Tja, Solidarität mit den Uiguren sieht anders aus.
04.01.19
20:24