Islamische Friedhöfe

Vorzeigeprojekt muslimischer Friedhof: Noch fehlt das Geld

Deutschlands erster Friedhof in muslimischer Trägerschaft ist fertig geplant. Aber noch existiert das Projekt nur auf dem Papier. Für den Bau werden mehr Spenden benötigt. Der Trägerverein hofft auf Förderung durch das NRW-Heimatministerium.

03
12
2018
Symbolbild: Islamischer Friedhof, muslimische Bestattungen
Symbolbild: Islamischer Friedhof, muslimische Bestattungen @ Initiative Kabir / http://bit.ly/2myFNCi

Die islamischen Gemeinden in Wuppertal sammeln seit rund einem Jahr Geld für den Bau des bundesweit ersten muslimischen Friedhofs. Die Planungen sind abgeschlossen. „Wir könnten loslegen mit dem ersten von zwei Bauabschnitten“, sagte Mohamed Abodahab, der Vorsitzende der Interessensvertretung der Wuppertaler Moscheen, der Deutschen Presse-Agentur. Bislang seien über 150 000 Euro gespendet worden, benötigt würden aber 500 000 Euro. Aus den örtlichen Moscheen heraus entstand der muslimische Friedhofsträgerverein. Nach dessen Angaben wäre es der bundesweit erste Friedhof in muslimischer Trägerschaft. Die Stadt unterstützt das Projekt.

„Es müsste möglich sein, ein solches Projekt zu stemmen“

In Wuppertal leben 30 000 Muslime. „Da müsste es normalerweise möglich sein, ein solches Projekt zu stemmen“, meinte Abodahab. Aber der Spendenfluss sei in jüngster Zeit ins Stocken geraten. Der Trägerverein setzt auch auf eine Förderung durch das Land. Daher sei ein Antrag auf Zuschuss durch ein Programm des NRW-Heimatministeriums gestellt worden, erläuterte Abodahab. „Wir haben große Hoffnung, dass das Land NRW uns unterstützt.“

Es gebe kein besseres Heimatprojekt, sagte er. „Denn wenn Menschen sich hier begraben lassen, dann haben sie hier auch ihre Heimat gefunden.“ Das Ministerium in Düsseldorf bestätigte den Antrag. Es sei aber noch nichts entschieden. Es gebe viele Anfragen.

Für den Friedhof kein Geld aus dem Ausland

Für den Friedhof solle auf keinen Fall Geld aus dem Ausland verwendet werden, betonte der Vorsitzende des örtlichen Moscheen-Verbundes. Das Projekt auf einem 20 000 Quadratmeter großen Grundstück umfasst auch den Bau einer Aussegnungshalle, wo die im muslimischen Glauben vor einer Beerdigung erforderliche Totenwaschung erfolgen und das Totengebet gesprochen werden kann. Voraussetzung war eine Änderung des NRW-Bestattungsgesetzes im Jahr 2014.

Das Gelände an einem Hang im Wuppertaler Ortsteil Varresbeck soll in Terrassen angelegt werden. In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es bereits einen jüdischen und einen evangelischen Friedhof. (dpa/iQ)

Leserkommentare

Emanuel Schaub sagt:
Hoffentlich ist das Projekt erfolgreich und noch wichtiger wird dann ... kein Wachdienst notwendig..! gruss emanuel
05.12.18
13:37