Deutsche Islamkonferenz

Grüne fordern Anerkennung islamischer Religionsgemeinschaften

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt fordert von der Deutschen Islamkonferenz konkrete Vorschläge für die Anerkennung islamischer Religionsgemeinschaften.

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2018
Katrin göring-Eckardt © Facebook, bearbeitet by iQ.

Die Grünen erwarten nicht, dass die Deutsche Islam-Konferenz (DIK) unter dem Vorsitz von Bundesinnenminister Horst Seehofer schnelle Ergebnisse liefern wird. „Es ist zu befürchten, dass eine Menge der Debattenzeit erstmal darauf verwendet werden muss, die entstandenen atmosphärischen Störungen zu glätten“, sagte Bundestagsfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Deutschen Presse-Agentur.

Der CSU-Politiker hatte im vergangenen März kurz nach seiner Ernennung zum Bundesinnenminister erklärt, er halte den Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ für falsch. Die Islam-Konferenz kommt an diesem Mittwoch erstmals in neuer Besetzung zusammen. Seehofer hat neben den islamischen Religionsgemeinschaften diesmal auch weitere Theologen und Wissenschaftler eingeladen. Einige von ihnen hatten die Religionsgemeinschaften in der Vergangenheit wegen ihres vermeintlich konservativen Islam-Verständnisses scharf kritisiert. Die Konferenz bringt deutsche Muslime und Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen zusammen. In den vergangenen Jahren hatte sie unter anderem Fragen wie Religionsunterricht und islamische Seelsorge erörtert.

Göring-Eckardt forderte einen Neuanfang des Dialogforums. Sie sagte, dazu gehöre auch, dass in Deutschland mehr Imame ausgebildet würden. Die Grünen-Politikerin sagte: „Es braucht endlich konkrete Vorschläge zur Anerkennung islamischer Religionsgemeinschaften.“ (dpa/iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Frau Göring-Eckardt ist eine Religions-Lobbyistin, sie war lange Zeit Spitzenrepräsentantin der Evangelischen Kirche. Bei der Forderung nach einer rechtlichen Sonderstellung für islamische Religionsgemeinschaften hat sie sicher im Auge, damit die ungerechtfertigten Privilegien Ihrer eigenen Religionsgemeinschaft einzuzementieren. Fairerweise sollte für alle religiösen und nichtreligiösen Gesinnungsgemeinschaften ohne Unterschied Vereinsrecht gelten. Warum betrachtet man die Rechtsform des Vereins für die politischen Parteien wie die CDU und die SPD als völlig ausreichend, während immer mehr ausgewählten Religionsgemeinschaften der Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts zuerkannt werden soll? Auch für die katholische und evangelische Kirche sollte die Geltung von Vereinsrecht eingeführt werden.
28.11.18
12:14
SoWas sagt:
Liebe Autoren von Islamiq, mit diesem Artikel lassen sie erkennen, dass sie teilweise von journalistischer Arbeit nichts halten. Sie zitieren Frau Göring-Eckhart unvollständig !!!! Hier ein Zitat aus Spiegel Online: Göring-Eckardt fordert einen Neuanfang des Dialogforums. Dazu gehöre auch, dass in Deutschland mehr Imame ausgebildet würden. "Es braucht endlich konkrete Vorschläge zur Anerkennung islamischer Religionsgemeinschaften." Mit Blick auf den türkischen Islam-Verband Ditib schränkte sie jedoch ein, es dürfe keine Anerkennung für Verbände geben, "die fundamentale Verfassungsprinzipien unserer Gesellschaft nicht akzeptieren, weil sie zum Beispiel ihre Mitglieder bespitzeln und faktisch der verlängerte Arm des Erdogan-Regimes sind". Sie erkennen den Unterschied? Grüße
29.11.18
12:37