Nordrhein-Westfalen

NRW will Islamunterricht weiter ausbauen

Seitdem Schuljahr 2012/13 bietet NRW den islamischen Religionsunterricht an. Das Modellprojekt läuft nächstes Jahr aus. Das Schulministerium zieht Bilanz und legt eine wissenschaftliche IRU-Evaluation vor.

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09
2018
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SchülerInnen, Religionsunterricht
Symbolbild: SchülerInnen, Islamunterricht© shutterstock, bearbeitet by iQ.

Die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer hat das Ziel der Landesregierung bekräftigt, den islamischen Religionsunterricht weiter auszubauen. Mit diesem klaren Ziel vor Augen werde die Landesregierung auf die islamischen Religionsgemeinschaften zugehen und mit ihnen Gespräche führen. „Wir müssen klären, wie es auch nach dem Auslaufen der aktuellen gesetzlichen Grundlage ab dem 1. August 2019 mit dem islamischen Religionsunterricht weiter gehen soll“, erklärte die Ministerin im Ausschuss für Schule und Bildung.

Auf Bitten des Schulministeriums stellte Professor Dr. Hacı-Halil Uslucan, Direktor des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung an der Universität Duisburg-Essen im Ausschuss für Schule und Bildung den Bericht der Landesregierung zum islamischen Religionsunterricht vor.

Ministerin Gebauer dankte Professor Uslucan für die sorgfältige Expertise: „Der Bericht hat fundiert und klar gezeigt, dass der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht die Zielsetzung der Landesregierung bisher sehr gut erfüllt. Es gibt durchweg eine hohe Zustimmung durch die Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie die Lehrkräfte. Er trägt zur religiösen Bildung, zum interreligiösen Dialog und zur gegenseitigen Toleranz bei“, erklärte Ministerin Gebauer.

234 Schulen, 19.400 Schüler

Der Bericht sei in vollem Umfang eine Bestätigung für den Kurs der Landesregierung, den islamischen Religionsunterricht weiter auszubauen. Der IRU sei ein großer Erfolg und „eine wichtige Maßnahme für mehr Normalität im Umgang mit dem Islam“. Auch in Schulen müsse „der Staat den Muslimen in Deutschland ein Angebot für einen modernen islamischen Religionsunterricht machen, mit vom Schulministerium festgelegten Inhalten, in deutscher Sprache und unterrichtet von in Deutschland ausgebildeten Lehrkräften“, so Gebauer weiter.

Der islamische Religionsunterricht wurde in Nordrhein-Westfalen im Schuljahr 2012/13 eingeführt. Im Schuljahr 2017/18 wurde das Fach an 234 Schulen erteilt. 19.400 Schülerinnen und Schüler nahmen daran teil. 241 Lehrkräfte haben die staatliche Unterrichtserlaubnis und die religiöse Bevollmächtigung zur Erteilung des Unterrichts (Idschaza) erhalten.