Statistisches Bundesamt

Sprache in Haushalten mit Migrationshintergrund oft Deutsch

Deutsch wird in sehr vielen Haushalten gesprochen. Auch wenn mehrteilig Menschen mit Migrationshintergrund dort leben. Das hat das Statistische Bundesamt heute gemeldet.

05
09
2018
Ja, das tun laut dem Statischen Bundesamt sehr viele. © shutterstock, bearbeitet by IslamiQ
Ja, das tun laut dem Statischen Bundesamt sehr viele. © shutterstock, bearbeitet by IslamiQ

In mehr als der Hälfte der Mehrpersonenhaushalte in Deutschland (56 Prozent), in denen mindestens eine Person einen Migrationshintergrund hat, ist im vergangenen Jahr überwiegend Deutsch gesprochen worden. Das meldete das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden. Eine Person hat den Angaben zufolge dann einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Wie das Amt auf Basis des Mikrozensus 2017 weiter mitteilt, war die am häufigsten gesprochene ausländische Sprache in diesen Haushalten Türkisch (17 Prozent), gefolgt von Russisch (16), Polnisch (9) und Arabisch (7).

Ob in einem Haushalt Deutsch oder eine andere Sprache gesprochen wird, hängt laut Statistik stark von der Zahl der Haushaltsmitglieder mit Migrationshintergrund ab. In rund 89 Prozent der Haushalte, in denen nur ein Teil der Mitglieder ausländische Wurzeln hatte, verständigte man sich überwiegend auf Deutsch. Hatten dagegen alle Haushaltsmitglieder ausländische Wurzeln, waren es 40 Prozent.

Herkunftsländer haben einen starken Einfluss

Zudem hängt die gewählte Sprache stark von der Herkunft der Haushaltsmitglieder ab. Zum Beispiel wurde in rund 4 Prozent der Haushalte, in denen alle Menschen syrische Wurzeln hatten, überwiegend Deutsch gesprochen. Der jeweilige Anteil lag höher, wenn die Haushaltsmitglieder türkische (34 Prozent) oder russische Wurzeln (50) hatten. In den meisten Haushalten, in denen alle Personen oder deren Eltern aus Kasachstan stammten, wurde dagegen überwiegend Deutsch gesprochen (62) – unter anderem, weil Kasachstan eines der Hauptherkunftsländer von (Spät-)Aussiedlern ist.

In Haushalten, in denen niemand in Deutschland geboren, sondern zugewandert ist, ist laut Statistik zudem die Aufenthaltsdauer entscheidend: Je länger die Haushaltsmitglieder in Deutschland lebten, desto eher verständigten sie sich auch auf Deutsch. Lebten sie im Durchschnitt weniger als zwei Jahre hier, sprachen sie nur zu 8 Prozent überwiegend Deutsch miteinander. Hielten sie sich seit mindestens zehn Jahren im Land auf, lag der Anteil bei 47 Prozent. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Im Zeitalter der Globalisierung ist Zwei- oder Mehrsprachigkeit mittlerweile Normalität. Danke für diesen Beitrag, welcher dies bestätigt.
07.09.18
14:39