Terre des Femmes

Unterschriftensammlung zum Kopftuchverbot für Minderjährige

Die Frauenrechtsorganisation Terres des Femmes startet eine Unterschriftenaktion um ein Kopftuchverbot für Minderjährige durchzusetzen. Unterstützt wird die Aktion von Alice Schwarzer und Seyran Ates.

26
08
2018
Wieder eine Scheindebatte um das Kopftuch. Diesmal bei Kindern. © shutterstock
Wieder eine Scheindebatte um das Kopftuch. Diesmal bei Kindern. © shutterstock

Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes fordert mit prominenter Unterstützung ein Kopftuchverbot für minderjährige Mädchen. „Die Verschleierung von Mädchen ist seit längerer Zeit kein vereinzeltes Phänomen mehr“, sagte die Bundesgeschäftsführerin der Organisation, Christa Stolle, am Donnerstag in Berlin. Es handele sich um eine Verletzung von Kinderrechten. Man wolle ein Verbot des „Kinderkopftuchs“ für Minderjährige aus allen Kulturkreisen.

Terre des Femmes hat eine entsprechende Petition gestartet. Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderen die Schauspielerin Sibel Kekilli, die Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer, der Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer (Grüne), und die Anwältin Seyran Ates.

Die Verschleierung von Mädchen stehe für eine Diskriminierung und Sexualisierung von Minderjährigen, heißt es im Text der Petition, die mit mindestens 100.000 Unterschriften an das Bundesjustizministerium übergeben werden soll. Bislang sind weniger als 10.000 zusammengekommen. Gefordert wird ein Verbot des Kopftuchs für Minderjährige im öffentlichen Raum, etwa in Schulen.

Ates sagte, das Kopftuch für Minderjährige sei aufgrund der damit verbundenen Sexualisierung eine Form von sexuellem Missbrauch. „Religionsfreiheit bedeutet nicht, dass jeder machen kann, was er will“, sagte die Anwältin. Es müsse diskutiert werden, wo die Grenzen der Religionsfreiheit seien. Daneben gebe es auch eine „Religionsmündigkeit“, die ab 14 Jahren beginne.

Zahlen dazu, wie viele Mädchen in Deutschland bereits ein Kopftuch tragen, gebe es nicht, hieß es. „Ein einziges Mädchen, das ein Kopftuch trägt, reicht für mich aus“, sagte Ates. „Menschenrechte werden nicht an Zahlen gemessen.“

Die Vizepräsidentin des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte, Sigrid Peter, sagte als Unterstützerin der Petition, dass Minderjährige, die Kopftuch trügen, zu wenig mit Vitamin D versorgt würden. Sie seien auch weniger in Bewegung, machten weniger Sport und nähmen viel seltener am Schwimmunterricht teil. Die Rechte der Kinder würden beim sogenannten Kinderkopftuch mit Füßen getreten, weil nicht die Mädchen entscheiden würden, sondern die Eltern.

Der Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände, Ali Ertan Toprak, sagte, beim „Kinderkopftuch“ gehe es nicht um die Erfüllung einer religiösen Pflicht. Vielmehr sollten Männer und Frauen gesellschaftlich voneinander getrennt werden. Nordrhein-Westfalens Landesregierung prüft die Einführung eines „grundsätzlichen“ Kopftuchverbots für Kinder in öffentlichen Einrichtungen.

Ein Kopftuchverbot für Kinder ist jedoch überaus umstritten. Unter anderem hatte sich auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), dagegen ausgesprochen. Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) kann der Idee eines Kopftuchverbots für Minderjährige ebenfalls nichts abgewinnen. „Ich persönlich halte nichts von solchen Verboten“,

In den sozialen Netzwerken macht sich Kritik an der Unterschriftenaktion von Terre des Femmes breit:


(KNA/dpa/iQ)

Leserkommentare

Lisa Müller sagt:
Wie kann man zunächst ReligionsFREIHEIT und „in grenzen“ in einem Satz verwenden? Wie kann man von Zwang und Sexualisierung reden, wenn sich das Mächen entblößen MUSS, weil die Gesellschaft es so verlangt. Wie kann man es wagen nach so kurzer Zeit WIEDER eine Weltreligion „anzugreifen“. Ein Land, welches nicht nur was gegen Juden hatte, jetzt auch noch was gegen Muslime. Gegen Menschen die andere Werte haben, anders aussehen, anders denken, andere Kulturen und Sprachen mit sich bringen. Einfach nur Traurig. Es fehlt an nötigen Respekt an Religionen in diesem Land.
27.08.18
0:36
Emanuel Schaub sagt:
Also das mit der Vitamin D Produktion Minderung durch ein Kopftuch ist ja wohl ein schlechter Scherz. In Deutschland sin nahezu die meisten Menschen Vitamin D defizient ,wenn man den Vitamin "Päpsten" schlechter Ausdruck... Glauben schenken darf... Vor einigen Jahren habe ich eine Gruppe von jungen Frauen mit Kopftuch!! dermassen begeistert in einem Freizeit Park Ball spielen sehen ,dass mir die Worte fehlen für obigen Schw.Sinn (wir dürfen ja nicht beleidigen..) Und das 12 jährige Mädchen ,dass ich vor Jahren in einer Solinger Moschee kennenlernen durfte (die als einzige den Ayat Nur gegenüberstzen konnte (im Gegensatz zu allen Erwachsenen.. ) braucht nicht vom Islam befreit werden und kriegt auch zu wenig Sonne ab (auch wenn sie den Eindruck machte eine besonders fleissige Schülerin zu sein. Ihr Au revoir werde ich niemals vergessen !! gruss emanuel
27.08.18
11:15
Dilaver Çelik sagt:
Die faschistischen Säkularisten sowie Feministen werden wohl nie kapieren, dass sich Muslime ihre Glaubenspraxis niemals verbieten lassen werden und sich solchen Verboten niemals unterwerfen werden, selbst wenn dafür die Todesstrafe steht. Weder in einer Diktatur noch in einer Demokratie.
27.08.18
14:03
Ute Fabel sagt:
@ Dilaver Celik: „Muslime werden sich ihre Glaubenspraxis nie verbieten lassen und sich Verboten nie unterwerfen“ Sie dürfen von sich nicht auf andere schließen! Sie unterschätzen die intellektuelle Wendigkeit von vielen anderen Muslimen wirklich um Längen. Kürzlich erst hatte ich ein Gespräch mit einer Muslimin, die gerade eine Ausbildung als Steuerberaterin erfolgreich absolviert hatte. Sie entschied sich, bei den bevorstehende Vorstellungsgesprächen aufs Kopftuch zu verzichten. Sie wollte vermeiden, dass die Aufmerksamkeit auf ihre Religionszugehörigkeit anstatt auf ihre Fachkompetenz fehlgeleitet wird. Sehr vorbildlich! Solche Musliminnen würden sich auch mal einen Artikel in IslamIQ verdienen. Ich würde auch einem kommunistischen Bankkundenberater davon abraten, sich in einem roten Shirt mit aufgedrucktem gelben Hammer-Und-Sichel zu bewerben. Im Artikel hier geht es übrigens um religions- und weltanschauungsunmündige Kinder. Einer Zehnjährigen ein Kopftuch aufzudrücken ist genauso unanständig wie einen Zehnjährigen mit PEGIDA-Anstecker zur Schule zu schicken. In beiden Fällen hat der Staat schützend einzugreifen.
27.08.18
19:08
Kritika sagt:
L.S. Erfreulicherweise setzt sich nun Terre des Femmes auch für Kinder ein. Sie sollen nicht als lebende Propagandasäule für eine zweifelhafte Ideologie misbraucht werden. Die Muslims sollten eigentlich von den Missbrauchsfällen in der Römischen Kirche gelernt haben, und Kinder respektieren anStelle sie zu missbrauchen.. Sie, die Muslims, sollten keine arglose Kinder mit ReligionsProvokation auf die Strasse schicken, damit diese nicht von IslamGegnern belästigt werden. Da Muslims selber offensichtlich nicht rücksichtsvoll genug ihren eigenen Kindern gegenüber sind, meldet sich hier eine neutrale Organisation zu Wort. Auch in der Politik regen sich nun Menschen, die diese böse Seite des Islam verurteilen und die generelle KopftuchVerbote für > 14 jährige Kinder fordern. Kritika wünscht Terre des Femmes und den anderen aktiven Politikern viel Erfolg mit ihren KopftuchVerboten für Kinder. Kritika meint: mit immer mehr Einschränkungen RE Kopftuchtragen, wird das Strassenbild ständig neutraler. Burkas/Nikab sieht man fast gar nicht mehr. Als nächster Schritt ist nun das Kinderkopftuch an der Reihe. Die Ludin's mögen gerne deshalb den Mond ankleffen, weise Politiker liessen sich bereits vor 20 Jahren nicht davon beëindrücken, heute erst recht nicht mehr. Gruss, Kritika
28.08.18
0:17
Johannes Disch sagt:
Ach, wieder mal die üblichen Verdächtigen (Alice Schwarzer, Seyran Ates, Ahmad Mansour, etc.) an der Verbotsfront. Das Ersuchen hat wenig Chancen, da es mit höchster Wahrscheinlichkeit verfassungswidrig wäre.
28.08.18
11:12
Ute Fabel sagt:
@Johannes Disch: Finden Sie es gut und schutzwürdig, wenn Eltern Minderjährige zum bloßen Objekt ihrer eigenen Religionsausübung degradieren wollen? Wenn etwas verfassungswidrig scheint, dann der Kniefall der Bundestagsmehrheit im Jahr 2012 vor abergläubischen Befindlichkeiten, durch den das Herumschnipseln an den Genitalien von Kindern - und damit eine irreversible Amputation - legalisiert werden sollte.
30.08.18
9:38