Freitagspredigten, 24.08.2018

Reue und schöne Kindernamen

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Gebetsketten
Muslimische Gebetsketten in einer Moschee © by Beggs auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um die Reue (Tawba). In einem Koranvers heißt es dazu: „Sprich: ‚O meine Diener, die ihr euch gegen euch selber vergangen habt! Verzweifelt nicht an Allahs Barmherzigkeit; seht, Allah verzeiht die Sünden allzumal. Er ist gewiss der Vergebende, der Barmherzige.’“ Es gehört zu der Pflicht eines jeden Muslims seine Fehler und Sünden aufrichtig zu bereuen und Allah um Vergebung zu bitten. Dabei erinnert Allah im Koran in vielen versen daran, dass man als Sünder nicht verzweifeln solle, denn Allah sei barmherzig und verzeihe alle Sünden.

Als der Prophet s.a.s. danach gefragt wurde was Reue sei, antwortete er: „Dass der Diener die Sünde bereut, sich Allah zuwendet und dann nie wieder diese Sünde begeht.“ Und Sufyân bin Uyayna sagte: „Die Zeichen der Reue sind vier: die Geringschätzung des Weltlichen, die Zähmung des Nafs, die Vielzahl der Bittgebete bei gleichzeitiger Einsicht, dass diese nur gering sind.“ Damit die Reue von Sünden von Allah angenommen werden, müsse allerdings Buße gezahlt werden, im Sinne der Sünde, die begangen wurde. Jemand den nicht gefastet hat, muss beispielsweise als Buße das Fasten nachholen.

Kinder haben ein Recht auf schöne Namen

In der Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) geht es um die Vergabe von schönen Namen. Der Prophet Muhammad sei auch in dieser Angelegenheit ein großes Vorbild. So gab er seinen geliebten Enkelsöhnen die Namen „Hasan“ und „Hussein“, die die Bedeutung „schön“, „elegant“ und „wohlwollend“ haben.

Kinder sind ein von Allah anvertrautes Gut und Geschenk. Eltern tragen die große Verantwortung Kinder zu aufrichtigen und gläubigen Menschen zu erziehen. Der erste Schritt dahin sei die Auswahl eines schönen Namens, denn der Name stellt den Grundstein ihrer Identität. In einem Ausspruch des Propheten heißt es: „Ihr werdet am Tage der Auferstehung mit euren Namen und den Namen eurer Väter gerufen werden. Also, gebt euren Kindern schöne Namen.“ Abgesehen von der Namensgebung durch die Eltern eines Kindes, sei es nicht erlaubt schlechte und böse Spitznamen zu vergeben.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.

Leserkommentare

Frederic Voss sagt:
Dürfen in islamisch regierten Ländern Eltern ihren Kindern schöne biblische oder christliche Vornamen geben? Wie beispielsweise Christian oder Gabriel? Und die Art und Weise der Erziehung zu "gläubigen Menschen" bestimmen alleine Korantext-Deuter, islamische Predigerautoritäten und gläubige Imame?
26.08.18
22:45
Emanuel Schaub sagt:
Das mit den schönen Namen sollten sich mal Eltern von deutschen... Kindern zu Herzen nehmen. Mir ist schleierhaft was an vielen Namen mit den Jungs hier leben lang gerufen werden ,schön sein soll . Namen wie Nayme Rana ,Ayse etc.gefallen mir jedenfalls besser als Tim und co. gruss emanuel
27.08.18
11:47
Ute Fabel sagt:
Ich würde Eltern keinesfalls empfehlen, ihre Tochter Aischa zu nennen. Dieser Name wird mit fragwürdigen religiösen Erzählungen assoziiert, die nicht mehr dem heutigen Verständnis von Kinderrechten entsprechen. Die dritte und jüngste der zehn Frauen des islamischen Propheten Mohammed soll so geheißen haben. Aischa soll zum Zeitpunkt der Eheschließung mit dem fünfzigjährigen Mohammed neun und beim Vollzug der Ehe zwölf Jahre alt gewesen sein.
28.08.18
11:05