Freitagspredigten, 17.08.2018

Allah nahe sein, fortlaufende Wohltat, Grundlagen des Kurban

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Freitagspredigten
Symbolbild: Minbar, Freitagspredigt, Hutba

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) wird die Nähe zu Allah durch den Kurban thematisiert. Mit ihren Opfergaben zeigen Muslime ihre Hingabe und damit auch ihre Nähe zu Allah. Der Prophet Ibrâhîm (a) wurde mit seinem Sohn Ismâîl (a) geprüft, genauer gesagt habe Allah seine Hingabe geprüft. Ibrâhîm (a) bestand den Test und habe damit seinen Îmân und seine Aufrichtigkeit bezeugt. Deshalb werde er als weiser Mensch beschrieben, der seinen Schöpfer so verehre, als würde er ihn sehen. 

Îmân und Kurban seien eine Prüfung. Sie ermöglichen Muslime aber auch, Allah nahe zu sein. Ihr Ziel solle es sein, ihre Gebete so gut wie möglich zu verrichten, Kurban-Opfer zu spenden und auch sonst nur Gutes zu tun – und zwar nur um Allahs Willen. Um Allah nahe zu sein, müssen Muslime wie Ibrâhîm (a) von den Dingen opfern, die ihnen lieb seien: ihre Zeit, ihr Besitz und ihre liebgewonnenen Gewohnheiten. 

Sadaka-i Dschâriya – die fortdauernde Wohltat

In der Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) wird die fortdauernde Wohltat (sadaka-i dschâriya) behandelt. Die fortdauernde Wohltat sei etwas Gutes zu hinterlassen, von dem dann über Generationen hinweg profitieren werde. Es sei die Verwandlung der Muslime von Gott bescherten Güter und des Reichtums und das Bemühen Gutes auf die Beine zu stellen, die nicht auf Zeit und Raum beschränkt sei.

Die islamische Zivilisation war jahrhundertelang der Vorreiter in Sachen Wohltätigkeit, Güte und Wohlwollen. Unzählige Moscheen, Brunnen, Krankenhäuser, Bibliotheken, Brücken und Schulen, die die Vorfahren mit der Absicht, eine fortdauernde Wohltat zu machen, gebaut haben, sorgen für das Fortbestehen des Guten in unserem Leben.

Islam-rechtliche Grundlagen des Kurban

In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um die islam-rechtlichen Grundlagen des Kurban. Das Wort Kurban bedeute wörtlich übersetzt “nahe sein”, “näher kommen”. Nach islamischem Verständnis sei der Kurban die Opferung bestimmter Tiere zu bestimmten Tagen, in der Absicht das Wohlgefallen Allahs zu erlangen. Die Tradition des Opferns beruhe sich auf den Koran und auf der Sunna des Propheten (s). Der Kurban sei Pflicht für jeden Mann und jede Frau, die bei Sinnen, volljährig, an einem festen Orte ansässig und reich genug sind, um ein Opfertier erstehen zu können.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.

Leserkommentare

Frederic Voss sagt:
Daß das Töten, Schlachten & Opfern von Opfertieren das Wohlgefallen eines imaginären Schöpfergottes hervorrufen würde, halte ich für einen Irrglauben auf Kosten von Lebewesen. Übrigens ist Islamkritik ein Bürgerrecht.
18.08.18
12:56
Dilaver Çelik sagt:
@Frederic Voss Ich verurteile Ihre zutiefst feindseligen und respektlosen Äußerungen aufs schärfste.
19.08.18
15:34
Frederic Voss sagt:
Das freudige Töten und rituelle Opferschlachten von Lebewesen verurteile ich als zutiefst feindselig und respektlos gegenüber den armen Tieren aufs schärfste. Das Tierwohl hat auf jeden Fall Vorrang.
21.08.18
10:30
Ute Fabel sagt:
@ Dilaver Çelik: "Ich verurteile Ihre zutiefst feindseligen und respektlosen Äußerungen aufs schärfste." Feindseligkeit kann ich in dem kurzen Tex von Herrn Voss überhaupt keine erkennen. Herr Voss denkt einfach kritisch, unterwirft sich einfach nicht bedingungslos althergebrachten islamischen Dogmen, sondern hinterfragt sie gründlich. Das ist gut so! Abgesehen davon wäre es aufgrund der Meinungsfreiheit auch zulässig, sich gegenüber Weltanschauungen wie der AfD oder der PEGIDA oder Religionen wie der Scientology-Kirche oder dem Islam respektlos zu verhalten. Respekt muss immer verdient sein. Unverdienter Respekt ist sogar schädlich und gefährlich. In einem Posting hat Herr Dilaver Celik allen Kopftuchgegner kürzlich eine schwere Bestrafung prophezeit. Andersdenkende mit Strafen zu bedrohen und im Gegenzug von ihnen tiefen Respekt vor der eigenen Gesinnung einzufordern halte ich doch für sehr vermessen.
23.08.18
10:37