Rechtsextremismus

Verdacht auf rechtsradikalen Anschlag – SEK stürmt Essener Wohnung

Das SEK stürmt eine Essener Wohnung. Der Bewohner steht im Verdacht, einen rechtsradikalen Anschlag geplant zu haben. Der Staatsanwalt spricht von abstrakter Gefahr. Hinweise auf ein Ziel gibt es nicht.

09
08
2018
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Symbolbild: Polizei, SEK © shutterstock bearbeitet by IslamiQ.
Symbolbild: Polizei, SEK © shutterstock bearbeitet by IslamiQ.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen einen 26 Jahre alten Mann aus Essen wegen des Verdachts, einen rechtsradikalen Anschlag geplant zu haben. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung im Essener Stadtteil Altenessen seien am Freitagmorgen Gegenstände gefunden worden, bei den es sich möglicherweise um Waffen und Sprengstoff handeln könnte, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf. Die Funde würden jetzt untersucht.

Der Mann habe sich kooperativ gezeigt. Er wurde – gekleidet in kurzer Tarnhose und schwarzem Totenkopf-T-Shirt – zur Vernehmung mitgenommen. Er müsse nicht im Polizeigewahrsam bleiben, sagte der Sprecher. Bei der Durchsuchung war auch ein Spezialeinsatzkommando der Polizei im Einsatz. Das sei üblich, wenn Waffen in einer Wohnung vermutet werden, sagte der Sprecher.

Konkrete Hinweise auf ein bestimmtes Anschlagsziel und einen genauen Zeitpunkt gebe es nicht. Es handele sich um eine abstrakte Gefahr. Allerdings sei bereits die Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat nach Paragraph 89a des Strafgesetzbuches unter Strafe gestellt.

Bericht: 2.000 Rechtsextremisten in NRW

Die Ermittler untersuchen, ob der 26-Jährige mit anderen rechtsradikalen Straftaten in Zusammenhang steht. Weitere Angaben zu dem Mann und seinem Umfeld machte die Generalstaatsanwaltschaft nicht.

Der Landesverfassungsschutz geht in seinem jüngsten Bericht von rund 2000 gewaltorientierten Rechtsextremisten in NRW aus. In dem Bericht heißt es, ein Teil der rechtsextremistischen Szene radikalisiere sich zunehmen. (dpa, iQ)