Studie

Schlechtere Noten für Grundschulkinder mit Migrationshintergrund

Markus zwei, Mehmet vier. Eine neue Studie zeigt, dass Grundschulkinder mit ausländischen Wurzeln im Fach Deutsch von angehenden Lehr­kräften schlechter benotet werden – bei gleicher Leistung.

24
07
2018
SchülerInnen, Religionsunterricht
Symbolbild: SchülerInnen © shutterstock, bearbeitet by iQ.

In einer experimentellen Studie konnten die Forschenden zeigen, dass angehende Lehr­erinnen und Lehrer schlechtere Diktat-Noten für Grundschulkinder mit ausländischen Namen vergeben, auch wenn die Anzahl von Fehlern in den Diktaten gleich war. 204 Studierende einer Pädagogischen Hochschule im Alter von durchschnittlich 23 Jahren haben an dieser Studie teilgenommen.

Ausschlaggebend für die unterschiedliche Benotung war allein der Name der Grundschulkinder: Während die eine Gruppe ein Diktat von „Max“ benotete, erhielt die andere Gruppe ein identisches Diktat, allerdings von „Murat“.

Problem: Notenvergabe

Die Anzahl der gefundenen Fehler war dabei gleich, unabhängig davon, ob das Kind vermeintlich deutsch oder türkisch war. Dennoch leiteten die Beurteiler aus der gleichen Anzahl von Fehlern unterschiedliche Noten ab – mit Nachteil für die vermeintlich türkischen Schülerinnen und Schüler. Offensichtlich liegt das Problem also nicht in der Ermittlung der Fehler, sondern in der Notensetzung.

„Unsere Studie liefert neue Ansatzpunkte für die Lehr­kraftausbildung“, sagt Meike Bonefeld von der Universität Mannheim, die die Auswertungen geleitet hat. „Vor allem die Bewertungs­standards sollten vereinheitlicht werden, damit angehende Lehr­erinnen und Lehrer in Zukunft Noten nach objektiveren Standards vergeben“.

Schlechtere Bewertung auch im Fach Mathematik

Im vergangenen Jahr hat das Team um Professor Oliver Dickhäuser untersucht, wie sich der Migrations­hintergrund von Schülern auf ihre Mathe-Noten auswirkt. Dafür haben die Bildungs­forscher 1.500 Gymnasiasten im Verlauf von zwei Schuljahren regelmäßig auf ihre Mathe­kenntnisse geprüft. Auch dabei kam heraus, dass Migrantenkinder im Fach Mathematik bei gleicher Sprachfertigkeit und sozialer Herkunft im Vergleich zu ihren Mitschülern ohne Migrations­hintergrund schlechter bewertet wurden.

Urteilsprozesse der Lehrer verstehen

Im weiteren Verlauf ihrer Studien wollen die Forscher herausfinden, wie die Urteilsprozesse der Lehr­erinnen und Lehrer bei Notenvergabe ablaufen und was die Gründe für die festgestellten Unterschiede sind. Diese Mechanismen zu verstehen und zu durchbrechen, sei eine wichtige Herausforderung für zukünftige Forschung, so Bonefeld.

Leserkommentare

Kritika sagt:
L.S. Die vorgestellte Studie ergab angeblich: « Auch dabei kam heraus, dass Migrantenkinder im Fach Mathematik bei gleicher Sprachfertigkeit und sozialer Herkunft im Vergleich zu ihren Mitschülern ohne Migrations­hintergrund schlechter bewertet wurden. » Wurden die Mathe Arbeiten zurecht schlechter bewertet, zB. weil mehr Fehler darin waren? Wussten die Bewerter den Namen cq Herkunft der Kinder? Gingen etwa schlechter bewertete Kinder in ihrer Freizeit zur Koranschule um mit Islamischen Nonsense vollgepumpt zu werden, hatten sie dadurch weniger Zeit für die viel wichtigere Hausarbeit? Bekanntlich sind Islamische Länder seit Jahrhunderten und bis heute sehr rückständig, verglichen mit westlichen Ländern oder Israël. Hat das etwas mit den schlechte Leistungen der MigrantenKinder zu tun? Diese Veröffentlichung wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet. Auch Kritika würde gerne das unzensierte Original kennen lernen; steht es im Internet zum Download? Gruss, Kritika
24.07.18
23:10
Kritika sagt:
An die Redaktion Auch Kritika würde gerne das unzensierte Original kennen lernen; steht es im Internet zum Download? Danke Gruss, Kritika
28.07.18
10:20