Halle

Integrationsbeauftragte für Solidarität mit beschossener Moschee

In Halle wurde eine Moschee innerhalb eines Jahres zwei Mal beschossen. Sachsen-Anhalts Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck solidarisiert sich mit der Gemeinde.

14
07
2018
Die Moschee in Halle, die zum zweiten Mal Zielscheibe eines Angriffs wurde. © facebook
Die Moschee in Halle, die zum zweiten Mal Zielscheibe eines Angriffs wurde. © facebook

Nach Schüssen auf das Gebetshaus des Islamischen Kulturcenters (IKC) Halle hat Sachsen-Anhalts Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck der Gemeinde die Solidarität der Landesregierung zugesagt. „Die Muslime in Sachsen-Anhalt und in Halle gehören zu uns“, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch bei einem Besuch des IKC. Sie wolle bei der islamischen Gemeinde in Halle in Erfahrung bringen, welche Angebote die Politik machen könne, damit sich die Menschen sicher fühlten.

Angriff auf Freiheit

„Wir wollen das Zusammenleben mit unseren Nachbarn nicht auf diesen Vorfall reduzieren“, sagte Moien Abu-Saif von der Gemeinde. Dennoch müsse festgehalten werden, dass die Schüsse ein „Angriff auf die Freiheit, das friedliche Zusammenleben und auf die Verfassung waren, die uns die freie Religionsausübung gewährt.“ Die Gemeinde selbst hat nur etwa 160 Mitglieder. Zu den fünf täglichen Gebeten kommen nach ihren Angaben immer um die 80 Gläubige in das Gebetshaus, zu den Freitagsgebeten seien es jedoch bis zu 1200.

Halles Polizeipräsident Mario Schwan sagte, dass es bislang noch keine Hinweise auf Täter oder Motiv gebe. Auch habe die Polizei keine Erkenntnisse über ein möglicherweise fremdenfeindliches Umfeld in der Umgebung der Gemeinde. Die Schüsse seien vermutlich aus einer Luftdruckwaffe abgegeben worden, ein Mann wurde dabei leicht verletzt. Schon im Februar hatte es einen ähnlichen Vorfall gegeben. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
Es wäre eine gute Geste, wenn die betroffene Moschee als Zeichen der Solidarität ein 20 Meter hohes Minarett mit installierten Lautsprechern bekommt. Das sowie Sicherheitskameras müssen mittlerweile zur Standardausstattung jeder Moschee gehören. Ich hoffe, der Täter wird bald gefasst und ins Gefängnis gesteckt.
14.07.18
18:19