Papenburg

AfD plant Demo gegen Moschee-Neubau

Die AfD plant eine Demonstration gegen einen Moschee-Neubau der Religionsgemeinschaft Ditib im niedersächsischen Papenburg. Gegendemos sind bisher nicht bekannt.

04
06
2018
Minarette und Moschee in Deutschland © Tor'Bled-Nam auf flickr.com (CC 2.0), bearb. iQ.
Moschee in Deutschland © Tor'Bled-Nam auf flickr.com (CC 2.0), bearb. iQ.

Die islamfeindliche AfD hat gegen einen Moschee-Neubau im niedersächsischen Papenburg eine Demonstration angekündigt, wie die „NOZ“ berichtete. Die Stadtverwaltung bestätigte die Anmeldung einer Demonstration am 10. Juni gegen einen von der Religionsgemeinschaft DITIB geplanten Moschee-Neubau. Themen der Kundgebung seien: „Verhinderung des Moscheebaus, Bürgerdialog zum Moscheebau, Aufklärung über den Islam und Aufklärung über DITIB“. Gegendemonstrationen seien bisher nicht angemeldet worden.

Der Papenburger Ratsherr Jens Schmitz und der AfD-Landtagsabgeordnete Stephan Bothe rufen bei facebook zur Teilnahme an der Demo auf. Von einem „Bürgerbündnis“ und einer „örtlichen Bürgerbewegung“ ist hier die Rede.

Die Religionsgemeinschaft DITIB plant in der Kleinstadt den Bau einer neuen Moschee mit einer 9,75 Meter hohen, sechseckigen Kuppel und einem 13 Meter hohen Minarett. Die Bauarbeiten sollen im Herbst dieses Jahres beginnen. Neben dem Gebetshaus sollen weitere Gebäude errichtet werden, mit Versammlungsräumen, einem Lebensmittelladen und einer Wohnunterkunft für den Imam der Moschee. Der Bau des gesamten Komplexes soll etwa 1,5 Millionen Euro kosten.

Leserkommentare

Andreas B sagt:
Und die Hetze geht weiter. Es geht der AfD ganz sicher nicht um eine Aufklärung über den Islam. Vielmehr möchte sie lediglich ihre Vorstellung vom Islam unter die Leute bringen. Genausowenig geht es um eine Aufklärung über die Ditib. Es soll mal wieder einfach nur Hetze betrieben werden, um den Bau einer Moschee zu verbieten. Dieselben Leute, die Moscheen nicht bauen lassen, beklagen sich dann aber auch, dass die Muslime sich (angeblich!) nicht integrieren. Dabei sind es gerade die Islamgegner, die die Integration von Muslimen behindern. Muslimen, die zum Teil tatsächlich zugewandert sind, zum Teil aber auch hier geboren wurden (entweder in der zweiten oder gar schon dritten und vierten Generation) zu verbieten, Moscheen zu bauen, trägt nicht gerade dazu bei, dass sie sich bei uns heimisch fühlen können. Natürlich wollen die Islamgegnegr auch gar nicht, dass Muslime sich bei uns heimisch fühlen. Dies zu durchschauen sollte aber Aufgabe des Rests der Gesellschaft sein und entsprechend zu handeln. Statt sich von der AfD aufhetzen zu lassen, sollten die Einwohner von Papenburg den Kontakt mit der muslimsichen Gemeinde suchen, die die Moschee bauen möchte und sich vor Ort über den Islam informieren. Das dürfte eine bessere Quelle sein, als die AfD.
04.06.18
16:56