Rheinland-Pfalz

AfD will Kopftuchverbot in Grundschulen

Die AfD-Landtagsfraktion fordert ein Kopftuchverbot in rheinland-pfälzischen Grundschulen. Einen entsprechenden Antrag möchte die AfD am Donnerstag im Parlament vorlegen.

22
05
2018
AfD-Mitglieder © Metropolico.org auf flickr, bearbeitet by IslamiQ

In den rheinland-pfälzischen Grundschulen sollten Kopftücher nach Ansicht der AfD-Landtagsfraktion tabu sein. „Das Kopftuch in der Grundschule ist kein Zeichen der religiösen Identität, sondern eher der Zugehörigkeit zu einer gewissen patriarchalisch-traditionellen fundamentalistisch ausgerichteten Gruppe“, sagte der stellvertretende AfD-Fraktionschef Joachim Paul am Dienstag in Mainz.

„Da sehen wir natürlich die Entwicklungsmöglichkeiten der Grundschülerinnen deutlich eingeschränkt und gefährdet.“

Die AfD will dazu am kommenden Donnerstag einen Antrag ins Parlament einbringen. „Der Antrag richtet sich nicht gegen die Muslime, die gut integriert bei uns leben und unsere demokratische Grundordnung respektieren, sondern gegen eine Interpretation des Islams, die sogar über das hinausgeht, was im Koran steht“, teilte der Abgeordnete Michael Frisch mit.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte ein gesetzliches Kopftuchverbot für junge Mädchen trotz Skepsis in den eigenen Reihen und bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes nicht ausgeschlossen. Das Integrationsministerium in Nordrhein-Westfalen prüft ein Verbot. Vor dem 14. Geburtstag können Mädchen nach Ansicht von Minister Joachim Stamp (FDP) nicht selbstbestimmt entscheiden, ob sie das Kopftuch tragen wollen. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Prinzessin Rosa sagt:
Den Kindern wird durch solch ein Gesetz Schaden zugefügt. Egal ob es eins trägt oder nicht. Aus dem einfachen Grund das es das Tragen des Tuches kriminalisiert. Bei allem gesunden Menschenverstand ist dieses Gesetz abzulehnen.
22.05.18
20:27
Frederic Voss sagt:
Die aufgeführten Aspekte haben Substanz. Denn nicht alles, was in den Köpfen islamisch geprägter Menschen abläuft, ist für ein Gemeinwesen im Jahr 2018 sinnvoll und förderlich. Keine andere Religion verursacht so viele Debatten, Probleme und Konflikte wie der Islam. Er löst keine Probleme, sondern schafft welche, die vorher nicht da waren.
22.05.18
22:45
Ute Fabel sagt:
Kinderrechten wurde in den letzten Jahren immer mehr Bedeutung beigemessen, was einen sehr erfreulichen gesellschaftlichen Trend darstellt, der unbedingt weiterentwickelt werden sollte. Minderjährige dürfen nicht zu bloßen Objekten der ideologischen Betätigung ihrer Eltern degradiert werden. In Grundschulen sollte alle religiöse, weltanschauliche und politische Kleidungsstücke und auffällig sichtbare Zeichen untersagt werden.
23.05.18
7:51
Johannes Disch sagt:
@Frederic Voss (22.05.18, 22:45) Nichts, aber auch gar nichts, was die AfD sagt, hat Substanz. Wenn wir ihr in gewissen Dingen "Substanz" zugestehen, dann werten wir sie auf und es ist nicht mehr weit, auch alle anderen Forderungen der AfD zu legitimieren. So haben nämlich auch viele bezüglich der Nazis argumentiert. Sicher, das mit den Juden und dem (Welt)Krieg war übertrieben. Aber hat Hitler nicht auch die Autobahnen gebaut und Arbeitsplätze geschaffen? Wer so argumentiert, der übersieht, dass das alles nur einem Zweck diente: Einen Weltkrieg zu entfesseln und die "Judenfrage" endgültig zu lösen. So instrumentalisiert auch die AfD pharisäerhaft das "Kindeswohl", um das es der AfD gar nicht geht. Es geht ihr darum, Grundrechte für Muslime immer mehr einzuschränken. Dafür schreckt die AfD auch nicht davor zurück, Kinder zu instrumentalisieren. Und wenn ich lese "Kinderrechte": Auch das ist ein Hype. "Kinderrechte" sind längst in unserer Verfassung verankert. Unser GG fußt auf den Menschenrechten. Und Kinder sind was? Genau: Menschen.
23.05.18
14:09
Mohammad Al-Faruqi sagt:
Bei den Befürwortern und den hier anwesenden Unterstützern des Kopftuchverbots verhält es sich doch, wie folgt: Die zynischste Form der Unterdrückung ist die, die den Unterdrückten sagt, sie diene zu deren Schutz. Auf diese hinterhältige Form der vermeintlichen Fürsorge für muslimische Kinder und Jugendliche durch die zuvor Genannten kann man nur so antworten: Wir durchschauen Sie, und Nein Danke, Eure geheuchelte "Fürsorge" brauchen Muslime nicht!
23.05.18
19:14
Andreas B sagt:
@Frederic Voss Tatsächlich verursachen nicht die Muslime die vielen Debatten, Probleme und Konflikte um deren Glaubensinhalte, sondern die Islamgegner. Das gäbe es nämlich alles nicht, wenn wir die Religionsfreiheit der Muslime respektieren würden.
24.05.18
12:19
Andreas B sagt:
Es ist mal wieder typisch, dass die Islamgegner damit kommen, dass sie die Kinder retten wollen, deren Rechte vermeintlich in Gefahr seien. Bewiesen ist das natürlich gar nicht, sondern ledigliich eine Behauptung. Ganz abgesehen davon, dass die Relevanz eines solchen Verbotes überhaupt fraglich ist. Ich sehe darin eher islamfeindlichen Populismus.
24.05.18
14:22
Saadet sagt:
21% der Kinder in Deutschland leben dauerhaft oder wiederkehrend in Armutslagen. (Herhebung 2017 der Bertelsmann Stiftung) Vielleicht passt dieses Thema nicht zur rechten Gesinnung der AfD und wird aus diesem Grund nicht angesprochen. Das heuchlerische Interesse am Kindswohl der muslimischen Mädchen ist durchschaubar und hinterlistig. Um Kinderrechte geht es in diesem Fall genausowenig wie um die Prävention von Unterdrückung. Peinlich wer das glaubt. Lösungsvorschläge: Wie wäre es schulinterne Programme zu starten, die gestützt vom deutschen Bildungssystem und mit in Deutschland ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer unter dem Konzept eines Lehrplans, Islamischen Unterricht zu erteilen? Präventions-und Schutzräume für Frauen und Mädchen schaffen z.B.angrenzend an Jugendzentren und Schulen. Das kostet alles Geld. Fragt sich ob sich die AfD dieses Kindswohl leisten möchte. Wer es glaubt wird selig! Muslimische Mädchen für rechte Propaganda zu mißbrauchen kostet nichts und zieht die verblödete Wählerschaft an,wie der Abgrund die Lemminge.
24.05.18
15:57
Harousch sagt:
Die Entscheidung über das Tragen eines Kopftuchs obliegt der Entscheidungsmacht der Eltern und Erziehungsberechtigten. Man sollte eher eine ernsthafte Diskussion darüber führen, ab wann man der AfD und ihren Anhängern einen Maulkorb verpassen wird. Im Hinblick auf den hohen Anteil der Bevölkerung, der gegen die AfD gewählt hat (über 80 %), ist die Entscheidung doch offensichtlich pro Maulkorb!
24.05.18
19:01