PKK

Islamische Religionsgemeinschaften besorgt über Moscheeanschläge

Islamische Religionsgemeinschaften verurteilen die Angriffe auf Moscheegemeinden und rufen Sicherheitsbehörden auf, ihre Sicherheit zu gewährleisten.

24
01
2018
Angriffe auf Ditib Moscheen in Leipzig und Minden durch die PKK © Facebook, bearbeitet by iQ

Islamische Religionsgemeinschaften in Deutschland zeigen sich besorgt über die jüngsten Moscheeanschläge und fordern die Sicherheitsbehörden auf, den Schutz von Moscheen zu gewährleisten.

In einer Pressemitteilung verurteilt der Koordinationsrat der Muslime (KRM) die Serie von Angriffen auf türkischstämmige Moscheegemeinden aufs Schärfste. „Die Kämpfe im Norden Syriens werden zum Anlass genommen, um vermehrt gegen türkische Einrichtungen und insbesondere Moscheen zu hetzen und den Terror nach Deutschland hinein zu tragen. Bei Anschlägen auf Moscheegebäuden der DITIB unter anderem in Minden und Leipzig wurden Wände beschmiert, Fenster eingeschlagen und Sachschäden verursacht. Auf dem Flughafen in Hannover spielten sich Szenen ab, die uns erschrecken und aufhorchen lassen“, heißt es in der Pressemitteilung.

„Die Sicherheitsbehörden sind aufgefordert, die Sicherheit der Gotteshäuser und ihrer Besucher zu gewährleisten“, fordert der KRM. Denn Gotteshäuser seien „Zufluchtsorte für Spiritualität und inneren Frieden in der Gesellschaft und genießen besonderen Respekt und Schutz“.

Besonders betroffen ist die islamische Religionsgemeinschaft DITIB von der Angriffsserie. Die Religionsgemeinschaft kritisiert nicht nur die Anschlagsserie, sondern auch die verbalen und medialen Angriffe auf DITIB.  „Die aktuellen Kämpfe in der syrischen Region Afrin werden derzeit zum Anlass genommen, die DITIB-Moscheen in sozialen Netzen oder medialen Debatten ausdrücklich als Zielobjekt zu zeigen. Leider waren auch in den letzten zwei Tagen zwei DITIB-Gemeinden Ziel terroristischer Anschläge. Zu befürchten sind Nachahmungstäter. Über diese Entwicklung ist unsere DITIB-Gemeinschaft sehr besorgt. Wir verurteilen jede Art von Zwietracht und Ungerechtigkeit, jede Art von Terror, Gewalt und Aufruf zu Gewalt“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung von DITIB.

Auch die Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) solidarisiert sich mit den betroffenen Moscheegemeinden und verurteilt die Angriffe. „Türkeistämmige Muslime in Deutschland sind zutiefst besorgt über die feigen und schändlichen Angriffe von Anhängern der Terrororganisation PKK. (…) Deutschland darf kein Ort sein, in dem Menschen Angst davor haben, ihr Haus zu verlassen oder eine Moschee aufzusuchen. Der PKK-Terror ist längst in Deutschland angekommen und wütet bereits. Die Sicherheitsbehörden stehen in der Pflicht, die Sicherheit von Muslimen und ihren Einrichtungen zu gewährleisten und die Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen“, so Kemal Ergün, Vorsitzender der IGMG.

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Mich wundert,dass die islamischen Religionsgemeinschaften nicht mehr darüber besorgt sind, was in Religionsdiktaturen wie dem Iran oder Saudi Arabien alles im Namen des Islams angerichtet wird. Das sollten sie wahrlich beschämend finden und dagegen lauthals protestieren. Der saudische Blogger Raif Badawi wurde bereits 2012 verhaftet und 2013 wegen „Beleidigung des Islam“ zu 10 Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt. Im Januar 2015 wurde er erstmals öffentlich ausgepeitscht. Hier sind einige seiner "beleidigenden" Positionen angeführt: Auf der Website "Die Saudischen Liberalen" forderte er, den Islam mit anderen Religionen gleichzusetzen . Zudem plädierte er für einen liberalen Staat und damit für das Recht eines jeden, seine Religion frei zu wählen. Über das Verhältnis von Staat und Religion schrieb er: „Der Staat ist religionslos. Das heißt nicht, dass er ketzerisch ist. Ganz im Gegenteil schützt und pflegt der Staat das Recht aller Religionen, ohne sie zu diskriminieren, zu bevorzugen oder den Glauben der Mehrheit zu missionieren. Der Liberalismus ist die Vision eines freien und guten Lebens für alle. Und diese Vision steht im Einklang mit der göttlichen Religion, die immer und jederzeit zur Güte, Liebe und zum Frieden aufruft.“ Mit Blick auf die Situation der Frauen in Saudi-Arabien schrieb er: „Natürlich muss das liberale System auf andere Konzepte ausgeweitet werden wie Menschenrechte, Gleichberechtigung und Chancengleichheit. Hätten liberale Frauen und Männer nicht über Jahrzehnte dafür gekämpft, gäbe es solche Konzepte und Ideen nicht.“ Was haben die islamische Religionsgemeinschaften in Deutschland bisher unternommen, um auf eine Freilassung von Raif Badawi hinzuwirken?
25.01.18
12:32
Johannes Disch sagt:
@Ute Fabel Was soll denn das Aufrechnen mit Dingen, die in islamisch geprägten Ländern passieren? Macht das die Moschee-Anschläge in Deutschland etwa weniger schlimm????
25.01.18
22:52
Manuel sagt:
Einseitiger geht es kaum noch, Erdogan maschiert einfach in ein anderes Land ein um dort eine Minderheit, die ihm nicht passt zu bekriegen, ja er will sie sogar noch vernichten. Also bitte, etwas mehr kritische Artikel zu Erdogan wären schon auch von Nöten.
26.01.18
19:07
Frederic Voss sagt:
Besorgnis wäre auch angebracht angesichts dessen, daß in islamisch beherrschten Ländern keine gleichen Rechte für Männer und Frauen gelten. Zudem beklagen sich auch von dort geflüchtete Frauen über die Vormundschaft durch Männer, die sie dann auch noch ggfs. genußvoll auspeitschen. Das ist Islam REAL.
27.01.18
20:53
Andreas sagt:
@Ute Fabel: Für Menschen, die in Deutschland leben, ist in erster Linie relevant, was in Deutschland passiert. Wenn also Anschläge auf Moscheen in Deutschland ver+bt werden, dürfen Muslime besorgt sein. Und wir anderen müßten empört sein. Es geht nämlich um unser Land. Da mag es zwar schlimm sein, was in anderen Ländern passiert, ändern kann ich die Bedingungen aber zunächst einmal nur im eigenen Land.
29.01.18
15:20
grege sagt:
Muslime sollten auch über die Aktivitäten der grauen Wölfe sowie islamistischer und salafistischer Gruppierungen besorgt sein. Aber ist wieder mal Schweigen im Walde
30.01.18
20:15
Dilaver Çelik sagt:
Ich hoffe, die Täter werden bald gefasst und ins Gefängnis gesteckt. Unsere Gebete sind mit den Moscheen, die angegriffen wurden, sowie mit den türkischen Soldaten, die in Syrien Terroristen (nicht jedoch die kurdische Zivilbevölkerung!) erfolgreich bekämpfen, sowie für den Frieden.
31.01.18
0:03