Islamfeindlichkeit

US-Gericht verhängt hohe Haftstrafe wegen Moscheeschändung

Ein Mann in Florida wurde wegen Schändung einer Moschee zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der 37-jährige Täter ist schon mehrfach vorbestraft.

09
12
2017
Moschee am Finsbury Park © Facebook
Symbolbild: Moschee am Finsbury Park © Facebook

Ein Gericht in Florida hat einen Mann wegen Schändung einer Moschee zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nach einem Bericht der Zeitung „Florida Today“ (Freitag Ortszeit) sah es die Jury in der Stadt Titusville als erwiesen an, dass der 37-jährige Michael Wolfe im Januar 2016 in die Al-Munin-Moschee einbrach und dort Speck auf dem Boden verteilte. Schweinefleisch gilt im Islam als unrein. Kameraaufzeichnungen zeigen den vermummten Täter, wie er mit einer Machete Fensterscheiben und Lampen der Moschee einschlägt.

Wolfe hatte bereits mehrere Vorstrafen wegen Einbruchs. Nach seiner Entlassung soll er weitere 15 Jahre auf Bewährung bleiben. In den USA kommt es seit Monaten immer wieder zu Angriffen auf Moscheen und islamische Zentren.

Die Zahl der in den USA gemeldeten Hassverbrechen ist 2016 weiter gestiegen. Laut Daten der Bundespolizei FBI waren 2015 rund noch 5.800 Vorfälle Gegenstand polizeilicher Ermittlungen; im vergangenen Jahr stieg die Zahl auf 6.121. Vor allem durch Rassenhass motivierte Übergriffe wurden demnach gemeldet (58 Prozent). 21 Prozent hatten einen religiös diskriminierenden Hintergrund; 18 Prozent bezogen sich auf Attacken aufgrund sexueller Orientierung. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Dilaver Çelik sagt:
In Deutschland sind die Strafen nicht abschreckend genug. Wenn wir auch hohe Haftstrafen verhängen würden, würde die Zahl der Anschläge auf Moscheen drastisch zurückgehen. Deswegen müssen deutsche Muslime auf den Staat mehr Druck ausüben, um ihre Interessen durchzusetzen.
09.12.17
15:51
Frederic Voss sagt:
Die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) sagte einmal über die USA: " Die haben ein lausiges Rechtssystem." Diese kurze Beschreibung wäre ein sehr großes Thema für sich alleine. . In den USA wird auch niemand zu 15 Jahren Haft und zu anschließend weiteren 15 Jahren Bewährungsstrafe verurteilt, nur weil er in islamischen Versammlungsräumen Speck auf dem Boden verteilte sowie Fensterscheiben und Lampen beschädigte. Nur wegen mehrerer Vorstrafen wegen Einbruchs kam es zu dieser barbarischen Strafe. Die hätte er auch mehr oder weniger für andere kleinere Vergehen bekommen. Das ist USA-Justiz. Guantanamo lässt grüßen. Nicht umsonst meinte die Süddeutsche Zeitung im Mai 2012: "Tausende Fehlurteile. Tausende Tragödien." Ein Land, in dem viele die Todesstrafe rechtfertigen und verehren - auch der unsägliche Milliardär und Führer Donald Trump. Dieses Urteil ist in keinster Weise zu feiern; es ist eher beschämend im Sinne von echter Gerechtigkeit.
09.12.17
20:34
Frederic Voss sagt:
Verhängung abschreckender, hoher Haftstrafen, Druck ausüben und Durchsetzung eigener religionsgesteuerter Interessen forcieren - beeindruckende Wünsche und Forderungen sind hier zu lesen. Das passt auch gut zum Redestil in vielen Warnpredigten bzw. Drohbotschaften, die Freitags gerne als Moschee-Islam die Integration der Muslime verhindert. Ein solcher Kampf- und Abwehrmodus ist mehr als befremdlich.
12.12.17
11:02