Universität Hamburg

Verhaltenskodex für Religionsausübung an Uni

Die Universität Hamburg hat als bundesweit erste Hochschule in einem Verhaltenskodex geregelt, wie Studenten an der Uni ihren Glauben leben und ausüben können.

18
10
2017
Uni Hamburg beschließt Verhaltenskodex
Uni Hamburg beschließt Verhaltenskodex © Facebook, bearbeitet by iQ.

Ein neuer Verhaltenskodex der Universität Hamburg ruft dazu auf, die Religionsfreiheit und die Gleichberechtigung der Geschlechter auf dem Campus zu respektieren. Religiöse Verhaltensweisen oder die Verwendung von religiösen Symbolen dürften nicht die Ausübung von Forschung, Lehre und Bildung beeinträchtigen, heißt es in dem am Mittwoch in Hamburg vorgestellten Regelwerk. Die Verfasser fordern Respekt gegenüber Anders- und Ungläubigen: „Die Religionsfreiheit der Einen kann nicht weiter reichen als die Religionsfreiheit der Anderen.“

Laut gesprochene Gebete etwa in der Bibliothek sind demnach ebenso untersagt wie rituelle Fußwaschungen in sanitären Anlagen. Religiöse Feste dürfen ausschließlich in einem „Raum der Stille“ stattfinden, den die Universität auch weiterhin auf dem Campus zur Verfügung stellt. Ein die Geschlechter trennender Vorhang, den muslimische Studenten dort angebracht hatten, ist laut den Ausführungen diskriminierend und wird nicht geduldet. Das Tragen religiöser Kleidung erlaubt das Regelwerk jedoch grundsätzlich. Dies sei nicht per se eine Störung, heißt es. Das gelte auch für die Vollverschleierung.

Eine Kommission aus zehn Wissenschaftlern, darunter Philosophen, Theologen und Juristen, hatte den Verhaltenskodex in den vergangenen Monaten erarbeitet. Anlass zur Einsetzung des Gremiums war laut Universitätspräsident Dieter Lenzen eine Reihe von Konflikten, die sich in jüngster Zeit auf dem Campus zugetragen hatten. Laut Lenzen hatte ein salafistischer Prediger auf den Fluren der Universität öffentlich zu Gebetszeiten aufgerufen; männliche Muslime hatten Druck auf Frauen ausgeübt, die kein Kopftuch tragen. Lenzen sprach von „vereinzelten Vorkommnissen“. Die Rückfragen, wie damit umzugehen sei, hätten in letzter Zeit zugenommen. Der Kodex wurde am Mittwoch samt einer zehn Punkte umfassenden Ausführungsbestimmung an an alle Mitglieder der Universität verschickt.

Religiöse Konflikte an Hochschulen

An deutschen Hochschulen ist es in jüngster Zeit immer wieder zu Konflikten im Zusammenhang mit Religionsausübung gekommen. So schloss etwa die Technische Universität Dortmund im Januar 2016 ihren „Raum der Stille“, nachdem muslimische Studenten eine Wand aufgestellt hatten, um Frauen und Männer zu trennen. Die Technische Universität Berlin schaffte im März dieses Jahres ihre Gebetsräume für Muslime ab. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Manuel sagt:
Vollverschleierung stört sehr wohl die Lehre!!!!!!!!!!!!
18.10.17
18:20
Kritika sagt:
L.S. Diese Dortmunder TU gefällt mir. Jegliche religiöse Hokus Pokus sollte aus einer Uni verbannt werden; erst recht aus einer Technischen Uni. Jemand, der auch nur im Traum daran denkt - - , Adam und Eva wären die ersten Menschen, eine Jungfrau könne ein Sohn gebären, ein Warlord hat den Mond gespalten, - - - - Der glaubt auch, eine Brücke, die nach Salomo, Jesus, Mohammed genannt ist, der kann niemals einstürzen. Nicht Gauben und Beten hat die Pest besiegt, sondern das Forschen der Chemiker. Glauben und Beten hat es niemals über die Wirkung eines beliebigen Plazebos hinaus geschafft. Christen sind ausreichend schrizofren: loben am Sonntag den Schöpfer alles Lebens und arbeiten tagsüber in einem Labor an CRISPR/Cas9 um neue Formen von Leben selber zu kreïren. Die Niederländer sagen: Geloven, dat doe je in de kerk. - Den Ort, dem Glauben zu praktizieren ist das Kichengebäude. - Die Muslims in den Niederlanden sind noch auf dem Weg sich anzupassen; dann werden auch sie sagen: Geloven, dat doe je in de moskee Die Dortmunder TH hat festgelegt: Geloven, dat doe je NIET in de TH. Zur Nachahmung empfolen. Grüss Gott, Kritika
18.10.17
23:45
Frederic Voss sagt:
Folgender Verhaltenskodex sollte noch angehängt werden, auch für alle Kleriker aller Art: Jeder erklärt sich dazu bereit, Vielfalt zu begrüßen und alle Menschen gleichermaßen zu respektieren. Diskriminierung kann nicht toleriert werden. Jeder soll sich zuhause und angenommen fühlen können - unabhängig von seiner Herkunft, Religion, Nationalität, seiner ethnischen Zugehörigkeit, seiner Hautfarbe, einer Behinderung, seinem Geschlecht bzw. seiner Geschlechtsidentität, seiner sexuellen Orientierung oder seinem Alter. Jeder verpflichtet sich dazu, andere respektvoll, vorurteilsfrei und unvoreingenommen zu behandeln und wertzuschätzen. Wer diesem Bekenntnis nicht zustimmen kann oder will, ist leider unerwünscht.
19.10.17
16:55
Kritika sagt:
L.S. Esoterik, hat in wissenschaftlichen, seriösen Hochschulen nichts zu suchen. Schon der Hinweis, zB durch Kopftuch, dass dort Menschen Esoterik Ernst nehmen, oder gar ein Raum zum Anbeten von Fabelwesen, würde die Seriösität des Institutes in Zweifel stellen. Was Betriebe festlegen können: ReligionsNeutrale Kleidung, sollten die Unies auf jedem Fall ebenfalls bestimmen. Gruss, Kritika
20.10.17
0:41
Dilaver sagt:
Die muslimische Hochschulgruppe vor Ort hat es demnach versäumt, die Herren da oben darüber aufzuklären, das bei der Vollziehung der Gebetswaschung das Waschen der Füße obligatorisch und damit unabdingbar ist. Folglich ist ein Verbot, sich die Füße zu waschen, gegenstandslos. In der Realität ist es ohnehin so, dass die Gebetswaschung in wenig frequentierten Sanitäranlagen vollzogen wird, um möglichst wenig aufzufallen. Die meisten Studenten nehmen es ohnehin locker, wenn sie einen muslimischen Kommilitonen dabei sehen, dass er sich die Füße wäscht. Selbst wenn dem im Einzelfall nicht so wäre: Ein Muslim lässt sich da nichts einreden oder verbieten. So viel Selbstbewusstsein sollte man als Muslim schon haben. Und nein liebe Islamhasser: Ihr könnt niemanden umstimmen oder Euch durchsetzen. Vergisst es.
20.10.17
16:36
Dilaver sagt:
Salafistische Kommilitonen können mit ihrer Klugschwätzerei selbst den übrigen praktizierenden Muslimen gehörig auf die Nerven gehen. Ein Umstand, dem sich muslimische Hochschulgruppen immer wieder annehmen müssen, weil sich muslimische Kommilitonen beschweren. Kommt sowas jedoch dem Rektorat zu Ohren, dann werden durch das Rektorat weitere Probleme geschaffen, welche dann alle ausbaden müssen. Dass Probleme nicht durch Schaffung weiterer Probleme gelöst werden können, liegt auf der Hand.
20.10.17
17:02
Dilaver sagt:
Sich nichts einreden und verbieten lassen heißt hier ganz konkret: Man erklärt dem Kommilitonen, welcher sein Missfallen äußert, kurz und knapp, warum das Waschen der Füße wichtig und unverzichtbar ist. Eine ausführliche theologische Erklärung ist nicht nötig. Man darf sich jedoch nicht auf eine Diskussion über das Pro und Contra einlassen, weil es nicht nur sinnlos und unnötig ist, sondern auch kontraproduktiv sein kann. Zeigt der Kommilitone dennoch keine Einsicht und "belehrt" einen weiter und droht sogar mit Konsequenzen, dann stellt man ihm in höflichem aber bestimmten Ton kurz und knapp klar, dass man mit ihm nicht diskutieren möchte und verlässt nach vollzogener Gebetswaschung zügig den Sanitärraum.
20.10.17
17:30
Ute Fabel sagt:
Es ist gelungen, die christlichen Flagellaten erfolgreich zu bekämpfen, die öffentliche Selbstauspeitschungen als religiöse Pflicht betrachteten. Abergläubisches Füße Waschen auf universirärenn Sanitäranlagen greift in die negative Religionsfreiheit anderer Studenten massiv ein und ist daher zu unterbinden.
21.10.17
2:01
Kritika sagt:
L.S. Die von Hr. Dialiver geschilderten Probleme, mit Muslims lassen sich einfacher lösen als sich Hr. Dieliver vorstellen kann: ►Auf dem UniGelände: reliöse Erkennungszeichen abschaffen, religiöse Räume und -Handlungen auch. ►Bei der ersten Übertretung: Ermahnung; schriftlich, mit Eintrag. ►Wer weiter macht fliegt. Gruss, Kritika
21.10.17
12:22
Frederic Voss sagt:
Selbstverständlich müssen sich auch islamisch orientierte Studentengruppen an ihre Hochschul-Umgebung anpassen. Sonderrechte jedoch erhalten...wieso? Jeder Student kann sich natürlich die Füsse waschen, so oft er mag. Wenn das aber ständig und provokativ als öffentliches Schauspiel bzw. als zur Schau gestellte Kult-Handlung & Zeremonie vor anderen Augen präsentiert und inszeniert wird, sollte es im öffentlichen Raum dafür keinen Spielraum geben. Hochschulen werden garantiert keine eigenen Islam-Fusswasch-Räume einrichten. Wären übrigens anale Waschungen nicht sinnvoller? Gibt es die als islamische Kulthandlung auch?
22.10.17
11:49