FREITAGSPREDIGTEN, 13.10.2017

Halal, Haram und Familie

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Freitagspredigt
Symbolbild: Minbar, Freitagspredigt, Hutba

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es diese Woche um Halal und Haram. Halal sei im Islam alles, was Gott und der Prophet Muhammad (s) nicht verboten haben. Andere Bezeichnungen für halal seien: maschru (rechtmäßig), dschâiz (statthaft) und mubah (zulässig). Haram sei genau definiert und umfasse alles, was nicht getan werden darf. 

Ein Muslim, der richtig handeln will, müsse auf die Einhaltung von Halal und Haram achten- und zwar in allen Lebensbereichen.  Denn das Verbotene betreffe nicht nur materielle Dinge, sondern umfasse alles, was den gesellschaftlichen Frieden stört. Dazu gehören beispielsweise üble Nachrede, Verleumdung, Verrat, die Missachtung der Rechte der Schwachen, Diebstahl, Raub, Zins und Glücksspiel.

In dem Muslime angesichts weltweiter Probleme nachhaltige Lösungen suchen, Verantwortung übernehmen, seien sie auf dem richtigen Pfad ein rechtmäßiges Leben zu führen, in diesem Zusammenhang soll das Verständnis von Halal und Haram für Muslime an erste Stelle stehen. 

Familie im Islam

Die Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) behandelt die Relevanz der Familie im Islam. Eines der Hauptziele des Islams sei die Bildung einer gesunden Gesellschaftsstruktur. Der Islam beinhalte viele Gebote und Verbote zu diesem Thema. In diesem Zusammenhang habe jeder einzelne Gläubige eine essenzielle Verantwortung gegenüber der Familie, die ein fundamentaler Baustein der Gesellschaft sei. 

Ein glückliches Familienleben beginne vor allem mit der legalen Gründung der Ehe. Der Prophet Muhammad (s) habe darauf hinweisend gesagt, dass das Heiraten eine „Sunna“ für jeden Muslim, jede Muslimin sei. Die Fortführung der Menschheit und der Schutz der Nachfahrenschaft ist im Islam lediglich durch eine -religiös- legale Ehe möglich. Unzucht, Prostitution und alle nicht legalen Beziehungen sind im Islam verboten.

Muslime sollen nicht vergessen, dass der schönste Abschnitt des Lebens die Zeit sei, die sie mit ihrer Familie verbringen. Wenn diese familiäre Zusammenkunft im Rahmen von Liebe und Respekt, Rücksichtnahme aufeinander und Achtsamkeit für die Rechte des anderen genutzt werde, werde jeder Tag ein noch besserer Tag als die vergangenen Tage. 

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.

Leserkommentare

Alete sagt:
Familie ist einem heilig und wird selbstverständlich immer, wenn möglich, unterstützt. Das verstehe ich. Aber was ist, wenn man seine Familie geldlich immer wieder unterstützt, aber dieses Geld anderweitig immer wieder vom Bruder für Luxus oder sonstiges ausgegeben wird. Wenn ein Sohn in Deutschland hart und lange für dieses Geld arbeitet, welches für die gesamte Familie bestimmt ist, zB. auch Arztbesuch für die Mutter oder Ackerkauf, damit sich die Familie selbst ernähren kann. Dieses Geld aber anderweitig verwendet wird, was ist dann? Er fühlt sich seiner Mutter und Schwester verpflichtet, das verstehe ich. Ich weiß, das ist nicht korrekt. Aber was soll er tun?
13.10.17
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