Presse- und Meinungsfreiheit

Ägypten sperrt Islam-Portal „Qantara“

Ägyptische Behörden haben ohne Vorankündigung den Zugang zum Islam-Portal „Qantara.de“ gesperrt. Schon seit Monaten geht die ägyptische Regierung hart gegen die Pressefreiheit vor.

19
08
2017
qantara-logo
Qantara.de - bekannt als Brücke zur islamischen Welt. © Screenshot

Die Behörden in Ägypten haben nach Angaben der Deutschen Welle (DW) ohne vorherige Ankündigung den Zugang zum arabischen Online-Portal „Qantara“ des deutschen Auslandssenders gesperrt. „Wir fordern von den ägyptischen Behörden die unverzügliche Freischaltung von Qantara.de in allen drei Sprachen“, betonte DW-Sprecher Christoph Jumpelt am Donnerstagabend in Bonn. Qantara.de ist ein Online-Magazin auf Deutsch, Englisch und Arabisch. Der DW-Sprecher fügte hinzu: „Diese Maßnahme der Regierung in Kairo ist offensichtlich Teil einer fortgesetzten Kampagne gegen die Presse- und Meinungsfreiheit.“

Das Wort „qantara“ kommt aus dem Arabischen und bedeutet „Brücke“. Das Internetportal will den Dialog mit der islamischen Welt fördern.

„Seit Anfang 2017 betreiben von der Regierung gelenkte Medien in Ägypten eine gezielte Kampagne gegen die Deutsche Welle“, so der Sender in einer Pressemitteilung. In Zeitungsartikeln und TV-Sendungen seien „wiederholt absolut haltlose Vorwürfe gegen den deutschen Auslandssender erhoben und sogar einzelne seiner Mitarbeiter diffamiert“ worden, hieß es. Die ägyptische Regierung habe seit Mai 2017 mittlerweile über 120 kritische Internetportale gesperrt.

Träger des Online-Portals „Qantara“ sind die Deutschen Welle, das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen und die Bundeszentrale für politische Bildung. Seit 2003 wird das Portal vom Auswärtigen Amt gefördert. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
"Das Internetportal will den Dialog mit der islamischen Welt fördern" In Ägypten gibt es auch Christen, Atheisten uvam.. Mit diesen Gruppen soll der Dialog nicht gefördert werden? Ägypten einfach als Bestandteil der "islamischen Welt" zu bezeichnne, zeugt auch nicht gerade vor großem Respekt vor der Meinungsvielfalt.
21.08.17
9:59
Mads sagt:
Islamische Diktatoren können eben nicht gut mit abweichenden Meinungen umgehen. Denen fällt da immer nur Verbot und Schikane ein.
21.08.17
14:54
Johannes Disch sagt:
@Ute Fabel "Quántara" setzt sich auch für den interreligiösen Dialog ein. Einfach mal reinsehen. In Deutschland ist die Seite problemlos aufrufbar. Wir sind hier ja zum Glück nicht in Ägypten.
21.08.17
23:00