Vielfalt im Klassenzimmer

Bildung vom sozialen Status entkoppeln

Lehrer haben Vorbehalte gegenüber muslimischen Schülern. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Vielfalt im Klassenzimmer“. IslamiQ befragt den Autor der Studie, Dr. Tim Müller, nach den Hintergründen.

23
07
2017
Vielfalt in der Schule © Perspektif.eu

IslamiQ: Unabhängig von Ihrer aktuellen Studie: Was sind aus Ihrer Sicht die größten Baustellen des deutschen Bildungssystems?

 Dr. Tim Müller: Ganz generell ist das die starke Abhängigkeit des schulischen Erfolges vom sozioökonomischen Hintergrund der SchülerInnen. Daten aus dem Bildungsbericht 2016 zeigen zum Beispiel, dass der Anteil von 15-jährigen Jugendlichen, die ein Gymnasium besuchen, insgesamt bei 41% liegt. In der Gruppe der Jugendlichen aus Familien mit einem niedrigen sozioökonomischen Status liegt der Anteil jedoch nur bei etwa 15%.

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind hiervon stärker betroffen, da sie häufiger aus Familien mit einem schwächeren sozialen Hintergrund kommen. Unterschiede im Bildungserfolg sind also zu einem großen Teil sozial bedingt, aber es gibt auch andere Gründe, die zu einer geringeren Bildungsbeteiligung bei Kindern aus Zuwandererfamilien führen können. Ein Ziel unserer Studie war es, diesen Ursachen näher auf den Grund zu gehen.

IslamiQ: 61 Prozent aller befragten Lehrkräfte meinen: Muslime sind genauso bildungsorientiert wie Nichtmuslime. Inwieweit beeinflusst dies das Handeln der Lehrkräfte im Unterricht? 

Müller: Es ist zunächst einmal sehr überraschend, dass dieser Wert so niedrig ist, da wir aus anderen Forschungsarbeiten wissen, dass Zuwandererfamilien sehr großen Wert auf Bildung legen und beispielsweise in türkeistämmigen Familien sehr hohe Bildungsaspirationen vorliegen, die sich in den letzten Jahren auch in einer Verbesserung beim Erwerb höherer Bildungsabschlüsse niederschlagen. Wenn man den sozialen Hintergrund und die schulischen Leistungen berücksichtigt, sind diese Bildungsziele sogar höher ausgeprägt als in den nicht zugewanderten Familien.

Die Unterschätzung durch die Lehrkräfte hat auch Auswirkungen im Unterricht. So zeigen unsere Ergebnisse, dass Lehrkräfte bei faktisch gleicher Leistung türkeistämmigen SchülerInnen weniger gute Leistungen zutrauen, als den Kindern ohne Migrationshintergrund. Dies führt zu einer geringeren Interaktionsdauer im Unterricht und auch dazu, dass diese Kinder zum Beispiel seltener im Unterricht aufgerufen werden. In bestimmten Fällen kann sich dieses negativ auf die Leistungsentwicklung auswirken.

IslamiQ: Herrschen in deutschen Lehrerzimmern große Vorbehalte gegenüber muslimischen SchülerInnen? Wenn ja, welche?

Müller: Einen der Vorbehalte haben Sie ja bereits genannt – das geringere Zutrauen in die schulischen Fähigkeiten von muslimischen SchülerInnen. Insgesamt sollte man zunächst einmal festhalten, dass die befragten Lehrkräfte insgesamt positivere Einstellungen gegenüber Muslimen äußern als die übrige Bevölkerung. 76% der aktiven Lehrkräfte stimmen der Aussage zu „die islamische Kultur bereichert Deutschland“ (übrige Bevölkerung: 54%), 71% würden ihr Kind auf eine Schule mit mehr als einem Viertel Muslimen schicken (übrige Bevölkerung: 60%), und 79% der aktiven Lehrkräfte befürworten, dass islamischer Religionsunterricht angeboten werden sollte, wenn dieser nachgefragt wird (übrige Bevölkerung: 68%). Eine Minderheit der Befragten hält Muslime für aggressiver (15% der aktiven Lehrkräfte, aber 27% in der übrigen Bevölkerung).

Es gibt aber Vorbehalte, die sich nicht so sehr auf die SchülerInnen beziehen. Zum Beispiel würden nur 58% der aktiven Lehrkräfte einer muslimischen Lehrerin das Tragen eines Kopftuches erlauben, in Ostdeutschland sogar nur 32%. Hierdurch wird vielen jungen muslimischen Frauen der Eintritt in den Lehrerberuf sehr erschwert. Ein gewisser Anteil junger Frauen, die eigentlich sehr gute Lehrerinnen sein könnten und auch eine Vorbildfunktion übernehmen könnten, fangen deshalb schon gar nicht das Lehramtsstudium an, weil sie ihre Berufsaussichten als sehr gering einschätzen. Ich glaube, dass hier ein Umdenken stattfinden sollte.

IslamiQ: Ihre Ergebnisse zeigen, dass Lehrkräfte von türkeistämmigen SchülerInnen geringere Leistungen erwarten als von solchen ohne Migrationshintergrund. Ist das schon eine Form von Diskriminierung?

Müller: Ja, es handelt sich um eine Form der Diskriminierung, auch wenn diese Erwartungen vielleicht eher unbeabsichtigt und unbewusst erfolgen. Es ist auch ein strukturelles Problem unseres Bildungssystems: Fort- und Weiterbildungsangebote zum Ausbau interkultureller Kompetenzen, die diesen negativen Erwartungseffekten entgegenwirken könnten, sind bisher leider rar gesät. In den seltensten Fällen werden angehende Lehrkräfte in ihrer Ausbildung zu diesem Thema systematisch geschult.

Dabei könnten selbst kleine Veränderungen im Verhalten der Lehrkräfte dazu führen, dass SchülerInnen mit Migrationshintergrund ihre Potentiale im Unterricht besser ausschöpfen können. Hier wären zum Beispiel Formen des kritischen Feedbacks und Motivationsmethoden zu nennen, welche die Selbstwirksamkeit bei Kindern mit Migrationshintergrund erhöhen könnten.

IslamiQ: Was sind die Ursachen und Folgen ethnischer Bildungsungleichheiten? 

Müller: Die Ursachen ethnischer Bildungsungleichheiten habe ich schon grob dargelegt. Neben den Effekten der sozialen Herkunft, von denen ethnische Minderheiten eher betroffen sind, gibt es Effekte negativer Erwartungen, die sich im Handeln der Lehrkräfte bemerkbar machen und auch eine Rolle bei der Leistungsentwicklung spielen können. Dazu kommen die psychologischen Effekte auf Seiten der SchülerInnen, welche in einer Art „selbsterfüllender Prophezeiung“ schlechtere Leistungen zeigen, wenn sie wissen, dass die Erwartungen an sie gering sind. Dieses Phänomen wird in der Forschung als „Bedrohung durch Stereotype“ bezeichnet.

Selbstverständlich sind auch Disparitäten in der frühkindlichen Bildung sowie unzureichende Ressourcenausstattungen der Schulen zu nennen. Laut einem Bericht der OECD aus dem Jahr 2016 liegen die Bildungsausgaben Deutschlands pro Schüler im Primar-, Sekundar- und Tertiärbereich unter denen des OECD-Durchschnitts. Ethnische Bildungsungleichheiten setzen sich dann auf dem Arbeitsmarkt fort. Niedrigere Bildungschancen verschlechtern die Arbeitsmarktchancen und erhöhen so das Armutsrisiko in Zuwandererfamilien.

IslamiQ: Welchen Einfluss haben Lehrer auf SchülerInnen? Und wie wirken sich ihre Einstellungen und ihr Umgang mit ihnen auf den Lernerfolg aus?

Müller: Es gibt eine ganze Reihe positiver Befunde zum Thema sogenannter „multikultureller Überzeugungen“ von Lehrkräften im Unterrichtskontext. Dabei geht es darum, dass man die Vielfalt im Klassenzimmer als positiv bewertet, und kulturelle Unterschiede nicht als Ausnahme- oder unerwünschte Abweichung, sondern als Normalfall betrachtet. Lehrkräfte mit solchen Überzeugungen können mit einem diversen Unterrichtskontext besser umgehen und fühlen sich weniger gestresst.

Die SchülerInnen können ein besseres Verhältnis zur Lehrkraft aufbauen und ihnen werden so bessere Entwicklungsmöglichkeiten gegeben. Beispielsweise haben wir herausgefunden, dass SchülerInnen, welche unterschätzt werden, auch seltener im Unterricht aufgerufen werden. Wenn Lehrkräfte sie nicht unterschätzen würden, würden sie ihnen wahrscheinlich eher die Möglichkeit geben, sich auch an schwierigeren Aufgaben beweisen zu können und dadurch höhere Motivation zu erfahren.

In einem weiteren Teil unserer Studie untersuchten wir aber auch konkret, wie sich das vorhin genannte Phänomen der „Bedrohung durch Stereotype“ auswirkt, und wie man hier Abhilfe schaffen kann. Weil sich die Angst, negative Leistungserwartungen zu erfüllen auch tatsächlich negativ auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirkt, schneiden türkeistämmige und arabischstämmige SchülerInnen in Prüfungssituation oft schlechter ab als Jugendliche ohne Migrationshintergrund – selbst wenn sie das gleiche Leistungspotential besitzen. Wenn man diesen SchülerInnen kurz vor einer Klassenarbeit die Möglichkeit gibt, über die Dinge nachzudenken, die ihnen im Leben persönlich wichtig sind – das können unterschiedliche Dinge sein, die mit der Schule gar nichts zu tun haben: Freunde und Familie, Sport, ein Musikinstrument zu spielen, auch ihr Glaube – dann schneiden sie in dem anschließenden Test besser ab.

Man kann diese anfänglich noch kleinen Effekte aber über einen längeren Zeitraum verstärken und die Motivation der Jugendlichen auf einem höheren Niveau halten. Einfach ausgedrückt: Wenn man die Jugendlichen ernstnimmt und nicht von vornherein unterschätzt, wirkt sich dieses auch positiv auf ihre Leistungen aus. Ich würde mir wünschen, dass Lehrkräfte in diesen Methoden systematisch geschult würden und auch dazu angehalten würden, ihre eigenen Vorbehalte zu überdenken.

IslamiQ: Wie kann unser Bildungssystem gerechter werden?

Müller: Der Soziologe Ralf Dahrendorf stellte in den 1960er Jahren fest, dass „die katholische Arbeitertochter vom Land“ systematisch schlechtere Bildungschancen hat. Das war ein nicht hinnehmbarer Zustand, und in den 1970er Jahren erlebten wir eine große Bildungsexpansion, bei der große Anstrengungen unternommen wurden, um diese Bildungsungerechtigkeit zu beseitigen. Ich würde mir wünschen, dass die Politik dieses Gerechtigkeitsempfinden wiederentdecken und eine Art neuer Bildungsexpansion anstoßen würde, die verstärkt auf die Belange von Kindern und Jugendlichen aus Migrantenfamilien eingehen würde. Hierzu gehört unter anderem die Entkopplung der Bildungschancen vom sozialen Hintergrund.

Konkrete Maßnahmen, um die Bildungschancen für Kinder mit Migrationshintergrund zu erhöhen, könnten daran bestehen, mehr Lehrkräfte mit Migrationshintergrund einzustellen und gerade auch jungen muslimischen Frauen, egal ob sie Kopftuch tragen oder nicht, den Einstieg in den Lehrerberuf zu ermöglichen. Zudem sollten Stereotype in Schulbüchern vermieden werden, in denen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zum Beispiel seltener als positive Rollenvorbilder dargestellt werden. Die Ausbildung von Lehrkräften sollte das Erlernen interkultureller Kompetenzen als Basiskompetenz beinhalten und zu guter Letzt sollten Eltern auch gegenüber den Effekten stereotyper Leistungserwartungen sensibilisiert werden, weil sie gerade im frühen Kindesalter noch viel dazu beitragen können, ein positives Selbstbild der Kinder zu fördern.

Das Interview führte Muhammed Suiçmez.

Leserkommentare

Manuel sagt:
Warum soll man ein mittelalterliches Dogma, wie das islamische Kopftuch einfach so tolerieren müssen? Außerdem, wieso werden nicht die Probleme angesprochen, die vor allem moslemische Schüler mit der Lehrerinnen haben, von Nicht-die-Hand-geben ganz zu schweigen.
23.07.17
18:43
Kritika sagt:
L.S. «- - - Lehrkräfte mit Migrationshintergrund einzustellen und gerade auch jungen muslimischen Frauen, egal ob sie Kopftuch tragen oder nicht » ---------- Kopftuch tragende Lehrerinnen sollte man keinesfalls unterrichten lassen. noch unkritische Schüler würden den falschen Eindruck bekomen, dass KopftuchTragen etwas ganz Normales ist. Frauen mit KopftuchSturheit gehören im Gegenteil zunächst einer Sekte im %-Bereich an. Und von diesen trägt nur das fanatische untere Viertel Kopftuch. Zudem; unbefangene Kinder von religions-fanatische Frauen unterrichten zu lassen birgt die Gefahr, dass Kinder unterschwellig Islamisch missioniert werden, und das ist sicher mit das schlimmste, was man den noch unkritischen Kindern (und deren Eltern) an tun kann. Gruss, Kritika
23.07.17
23:41
Dilaver sagt:
An die Vor- sowie Nachkommentatoren: In der Zukunft wird es aber so sein, dass Ihre Enkelkinder das Kopftuch genauso selbstverständlich nehmen werden wie Lehrerinnen, die Kopftuch tragen, weil Sie damit aufwachsen werden. Solange jemand ihnen nicht etwas anderes erzählt. Etwa, dass das Kopftuch etwas schlechtes sei. Kopftuchverbote sind nur ein vorübergehendes Phänomen, das langfristig zum Scheitern verurteilt ist, weil ein solches Verbot nichts anderes ist als Ungerechtigkeit und Diskriminierung. Sie müssen also, auch wenn es Ihnen nicht gefällt, das Kopftuch akzeptieren und einsehen, dass alles negative, was mit dem Kopftuch in Verbindung gebracht wird, schlichtweg falsch und haltlos ist. Die Türkei hat es vorgemacht: Da wurden alle Kopftuchverbote abgeschafft - vor 20 Jahren noch unvorstellbar. Seitdem ist auch die Kopftuchdebatte aus der Tagesordnung. Und nichts anderes wird auch in Deutschland sein. Wer auf Kopftuchverboten besteht, beweist damit nur seine Dummheit sowie Uneinsichtigkeit. Denn Kopftuchverbote sind schlichtweg dumm. Es kommt nicht darauf an, was auf dem Kopf ist, sondern im Kopf, d.h. es kommt auf die Qualifikation sowie Kompetenzen an und nicht was man mit dem Kopftuch fälschlicherweise in Verbindung bringt. Da kommt den Islamverbänden eine wichtige Aufgabe zu, die Bevölkerung über das Kopftuch aufzuklären. Kopftuchverbote müssen ohne wenn und aber der Vergangenheit angehören. So wird es auch sein und nicht anders. Wer das Gegenteil behauptet, dem ist nicht zu helfen.
24.07.17
13:14
Johannes Disch sagt:
Herr Müller hat völlig Recht mit der Feststellung, dass in kaum einem anderen Land Bildung und beruflicher Erfolg so sehr von der Herkunft abhängig ist wie bei uns in Deutschland. Das bemängelt die OECD schon lange. Was nun muslimische Schüler betrifft: Wenn ich meine eigenen Erfahrungen zugrunde lege-- wir haben in der Schule in meinem Stadtteil einen hohen Anteil an Migrantenkindern überwiegend muslimischen Glaubens--, dann muss ich sagen, dass sich die Lehrkräfte sehr um diese Schüler bemühen. Und Vorurteile seitens der Lehrerschaft gegen muslimische Schüler kamen mir noch nicht zu Ohren. Und ich kenne nicht nur die Schule in meinem Stadtteil, sondern auch viele andere, wo der Anteil an muslimischen Schülern sehr hoch ist. Auch da gab es bisher nie Klagen, dass Lehrer Vorbehalte hätten gegen diese Schüler.
24.07.17
13:24
Kritika sagt:
L.S. Herr Dilaver malt ein düsteres Bild mit vollendeter KopftuchSturheit. Kritika sieht auch erfreuliche, gegenteilige Zeichen am Glaubenshimmel: Länder, die weniger Scrupel besitzen, Nonsens auch Nonsense zu nennen, sind schon viel weiter mit dem realistischen, wahrheitsmässigen Bewerten von Religionen: zB in Den Niederlanden, Frankreich, Belgien und einige weitere liberale Staaten, braucht sich niemand mehr über scheussliche Nikab/Burka's zu ärgern. Frankreich hat die Schulen von Kopftücher befreit, sowohl für Schüler als für Lehrer. Und - nachdem zunächst wenige MuslimFanatiker meinten, ihr angebliches MuslimRecht wäge höher als das Staatliche, herrscht nun schon seit langem Koptuchloser Frieden (in Deutschland zur Nachahmung empfolen). Auch die EU fand nichts zu beanstanden. Die Christen wissen mittlererweil, dass die Geschichte von Adam und Eva ebenso ein Märchen ist, wie der Heiligen Geist und weitere Absurditäten. Andere Religionen haben andere Absurditäten, die jedem Vernunftbegabten Menschen die Haare zu Berge stehen lassen. Bei den Christen sind die Kirchen bereits leer gelaufen, Angehörigen aderer Religionen mit andere Absurditäten werden Anspruch von Religion und Götter mit der Realität vergleichen, ebenfalls ihre Schlüsse ziehen, und dann "aus der Kirche austreten". Für den Islam bedeutet das einen deutlichen Verlust an KopftuchSturheit- und für die Städte ist es ein enormer Gewinn für das harmonische, neutrale Städtebild. Den einfältigen KopftuchFrauen, die glaubten, am jüngsten Tag gäbe es ein Bonus für ihre KopftuchSturheit werden enttäuscht feststellen, dass dieser Tag niemals kommt- und der Bonus auch nicht. Sie sehen, sehr geehrter Herr Dilaver, es gibt erfreulicherweise gute Gründe an Ihre HorrorVision des all umfassenden KopftuchTerrors zu zweifeln. Gruss. Kritika
26.07.17
0:47
Jürgen Uther sagt:
Vor zwanzig Jahren war ich Vorsitzender des Bezirksschulbeirates und habe gegen die Ungleichbehandlung der Kinder aus dem ehemaligen Jugoslawien interveniert, weil diese im unverhältnismäßigem Maß auf Sonderschulen gelenkt wurden, kaum an Gymnasien oder Gesamtschulen. Der Argumentation, dass diese dort besser gefördert werden könnten fand ich scheinheilig, weil dann die Lenkung entsprechend den vorhandenen Potentialen an Schulen die mit einem Studienzugang abschließen praktisch ausgeschlossen ist. Heute ist die Situation immer noch die selbe, Ausgesiebt wird nur nach unten, Aufstieg wird blockiert, nur der betroffene Personenkreis ist ein anderer, davon wird es nicht besser, die Förderung muss nach wie vor in der normalen Schule erfolgen und bremst auch nicht die anderen Schüler, im Gegenteil, bei Einbeziehung der Schüler mit besseren Leistungen in die Förderung werden deren Persönlichkeiten in für die berufliche Tätigkeit wichtigen Bereichen der Sozialkompetenz viel besser und stärker ausgeprägt, diese Vorbereitung auf das Leben ist anstrengender aber zukunfts- und menschenorientiert. Übrigens im Artikel ging es um Schule und Bildung nicht um das Kopftuch. Und Kopftuch tragen hat nichts mit den von vielen ungerechtfertigt unterstellten Vorurteilen zu tun. Es geht um die bestmögliche Entwicklung unser aller Kinder, nicht um ideologische Kontroversen.
26.07.17
20:10
Andreas sagt:
@Manuel: Sie tun mal wieder so, als würden alle muslimischen Schüler ihren Lehrerinnen respektlos gegenübertreten. Das ist aber eine völlig unzulässige Pauschalisierung, die nur dem Zweck dienst, Rassismus zu schüren. Natürlich gibt es Probleme mit muslimischen Schülern, aber eben nicht mit allen, nicht einmal mit einer Mehrheit. Ebenso gibt es Probleme mit Schülern, die keine Muslime sind.
27.07.17
15:46
Mads sagt:
@Dilaver: Wieso drohen Sie uns mit diesem Schreckensszenario? Das Kopftuch der Moslems wird nie "normal" sein in Deutschland, es sei denn, der Islam war mit seiner Eroberung erfolgreich und hat uns unterjocht. Ich hoffe aber, dass wir und unsere Nachkommen davon verschont bleiben. Niemand braucht einen Islamischen Staat in Deutschland.
27.07.17
15:48
Manuel sagt:
@Andreas: Verstehe, wenn Diskriminierung religiös begründet ist, ist es Ihrer Meinung nach plötzlich keine Diskriminierung mehr. Einer Frau nicht die Hand zu schütterln, nur weil sie eine Frau IST Diskriminierung und hat mit Religionsfreiheit nicht das geringste zu tun, aber wenn es nach Ihnen geht, dann dürften auch noch Moslemas mit Niqabs unterrichten, wissen wir schon.
30.07.17
13:27
Andreas sagt:
@Manuel: Wann habe ich denn gesagt, dass religiös begründete Diskriminierung keine Diskriminierung sein soll? Und der Händedruck ist doch nur eine von vielen Begrüßungsformen. Es gibt auch Begrüßungsformen, die ich für mich nicht gut finde. Die vermeide ich dann auch. Da kann man ein Drama draus machen, kann es aber auch lassen.
01.08.17
15:06
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