Frankreich

Erstmals muslimische Partei bei Parlamentswahlen

In den nächsten Tagen finden die Parlamentswahlen in Frankreich statt. Zum ersten Mal wird eine muslimische Partei zu den Wahlen antreten. Sie wollen sich gegen die wachsende Islamfeindlichkeit stark machen.

10
06
2017
Avignon, frankreich
Frankreich, Avignon © by anthony40 auf Flickr (CC BY-SA 2.0), bearbeitet islamiQ

Zum ersten Mal tritt die Partei „Französisch und Muslimisch“ am Sonntag bei den Parlamentswahlen in Frankreich an. Sechs Kandidaten habe die Partei in der Pariser Region aufgestellt, berichtet die französische Zeitung „La Croix“. Einer der Kandidaten, Jimmy Parat aus dem Bezirk Seine-Saint-Denis, sagt, dass es bei den traditionellen Parteien zwar mittlerweile Kandidaten mit Migrationshintergrund gebe, sich aber niemand besonders um die Muslime kümmere.

In ihrem Programm schreibt die Partei, dass sie sich für den Kampf gegen die Islamophobie und die Diskriminierung von Muslimen in der Arbeitswelt einsetzen möchte. Zudem schlägt sie eine Überarbeitung des Gesetzes zur Trennung von Staat und Kirche aus dem Jahr 1905 vor, um auch andere Kulturen zu integrieren. Das Verbot religiöser Symbole in Schulen wolle sie aufheben.

Die erste Runde der Parlamentswahlen findet am Sonntag (11. Juni), die zweite am darauffolgenden Sonntag (18. Juni) statt. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Kritika sagt:
L.S. Die "Parti Musulman France", PMF, gibt es schon viele, viele Jahre als < 1% Partei. Sie teilt Fransosen in Muslims und Nichtmuslims ein, spaltet folglich statt zu integrieren. Damit ist sie nicht nur unbedeutend winzig sondern auch überflüssig wie ein Kropf und schadet den Moslims. Der Glaube sollte sich aus der Politik heraushalten: das Eine ist ein nicht-nachvollziehbares FantasieGebäude, das Andere Realität. Die Niederlande stehen dem Islam selbstverstänlich ebenso ablehnend gegenüber, wie Deutschland (es gibt dort kein Islamische Partei, weil die ebenso chanchenlos wäre wie die PMF). Das aber nichts damit zu tun, dass ein hervorragender, hoch geachterer Bürgermeister von Rotterdam Muslim ist. Er ruft Muslims, die auch in Holland ständig für Ärger sorgen, zu: "Wenn es euch bei uns nicht gefällt, dann haut ab!" (dan rot op). Gruss, Kritika
11.06.17
23:30
Enail sagt:
Hoffentlich sind die Franzosen klug genug, dieser Partei ihre Stimme zu versagen. Sie wollen die Trennung von Kirche und Staat aufheben. Was die Folgen sind kann man in allen islamischen Ländern sehen. Man kennt den Auftrag des Islam und dieser kann seinen Auftrag nicht erfüllen, solange der Staat über der Religion steht. Dass in Staaten ohne Trennung von Kirche und Staat keine Demokratie möglich ist sieht man in der islamischen Welt. Wie kann man nur bereit sein, die Demokratie zu opfern, wenn man das Glück hat, in einer leben zu dürfen.
12.06.17
0:51
Kritika sagt:
An Enail, Ihre Einschätzung Staat - Islam - Auftrag des Islam Religion ist leider realistisch. [ Die abwertende Wortschöpfung der Muslims dafür: Islamofobie ] Zum Glück krebst die PMF seit ewigen Zeiten bei unter 1% WählerStimmen herum, letzte Zahl: 0,8%. Das bedeutet, dass sogar nur wenige Fransösische Muslims sich dort gut aufgehoben fühlen. Also bei einer solchen Akzeptanz kann man ruhig schlafen. Gruss, Kritika
13.06.17
17:25