Ramadan 2017

Fragen zum Ramadan – Teil 1

In wenigen Tagen beginnt der Fastenmonat Ramadan. Ein Monat lang werden Muslime fasten. Doch was ist Ramadan? Und warum fasten Muslime? Diese und andere Fragen beantwortet IslamiQ.

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2017
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Ramadan
Ramadan - Zeit der Besinnung © PP, bearbeitet by iQ.

Was ist Ramadan?

Der neunte Monat des islamischen Mondkalenders trägt den Namen Ramadan. Dieser richtet sich nach dem Mondkalender, der 10-11 Tage weniger hat als der Sonnenkalender. Dadurch beginnt der Ramadan jedes Jahr 10-11 Tage früher als im Jahr davor. Der Ramadan ist eine besonders segenvolle Zeit und deshalb von großer Bedeutung für die Muslime. In diesem besonderen Monat verzichten erwachsene und gesunde Muslime von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr. Die Fastenden lernen in diesem Monat Ruhe, Geduld, Genügsamkeit und Mitgefühl auszustrahlen und nehmen somit ihre Umwelt und ihre Mitmenschen bewusster wahr. Zudem wird das Bewusstsein der Fastenden für die notleidenden Menschen geweckt.

Welchen Stellenwert hat der Ramadan für Muslime?

Der Monat Ramadan ist die wichtigste Zeit im islamischen Jahr. Das Fasten in diesem Monat ist eine der fünf Säulen im Islam. Das Fastengebot steht im Koran folgendermaßen: „O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorge­schrieben war, die vor euch waren – vielleicht seid ihr ja gottesfürchtig.“ (Sure Bakara 2:183) Das Fasten ist also ein Zeichen der Verbundenheit des Gläubigen zu seinem Schöpfer. Außerdem begann die Herabsendung des Korans im Ramadan. Hierzu lesen wir im Koran: Es ist der Monat Ramadan, in welchem der Koran als Rechtleitung für die Menschen und als Beweis dieser Rechtleitung und als (normativer) Maßstab herabgesandt wurde. Wer von euch in diesem Monat zugegen ist, soll während seines Verlaufs fasten.(Sure Bakara, 2:185) .

Was soll der Fastenmonat Ramadan bei Muslimen bewirken?

Der Ramadan als eine Zeit der besonderen Spiritualität soll den Muslimen körperliche und seelische Reinigung ermöglichen. Mit dem Verzicht auf ganz natürliche Bedürfnisse, wie die Nahrungsaufnahme, Trinken und eheliche Intimität soll der Mensch seinen Blick vollends auf wesent­liche Dinge lenken, in sich gehen, reflektieren und seinem Schöpfer näher kommen.

Die innere Dimension des Fastens ist, dass die Fastenden im Ramadan, noch mehr als sonst darauf achten sollen, sich von allem Schlechten fernzuhalten und nichts Verabscheuungswürdiges zu tun. Die Fastenden sollen sich darüber im Klaren sein, dass alles im Diesseits vergänglich ist und sie daher sich vom Weltlichen lossagen müssen. Als Reisender macht man sich mit dem Fasten auf den Weg zum Schöpfer, das Gewohnte und nicht unbedingt Notwendige wird beiseite gelassen. Das Fasten stärkt somit das Bewusstsein für die Barmherzigkeit Allahs.

Wie trägt der Ramadan zur Spiritualität bei?

Neben dem Fasten gibt es im Ramadan viele Gelegenheiten, um innere Ruhe zu finden. Durch gemeinsame Gebete, Koranlesungen oder religiöse Vorträge wird den Fastenden viele Möglichkeiten gegeben, den Ramadan intensiver zu erleben und sich geistig weiterzuentwickeln. Aber nicht nur die gemeinschaftliche Koranrezitation (Mukâbala) ist eine Möglichkeit, um sich in der Moschee zu versammeln, sondern auch das nur an Ramadan-Abenden verrichtete Tarâwîh-Gebet.

Zu erwähnen ist außerdem der Îtikâf, der in den letzten zehn Tagen des Fastenmonats in der Moschee stattfindet. Dabei wird im Gegensatz zu den anderen Gebeten das Allein-sein bevorzugt. Die Fastenden ziehen sich zurück und verbringen die Zeit mit Gottesdien­sten und dem Gedenken an Gott. Es geht darum, sich intensiv seinen Gebeten, der Rezitation und der Reflexion über den Koran zu widmen.

Für wen ist das Fasten im Ramadan nicht verpflichtend?

Alle erwachsenen und gesunden Muslime sollen fasten. Ausgenommen sind jene, die an Altersschwäche leiden, Kranke, Reisende, schwangere und stillende Frauen, Wöchnerinnen und Frauen, die ihre Monatsperiode haben. Diese sind zur Erleichterung von der Fastenpflicht befreit, sollen dies jedoch wenn möglich zu einem baldigen Zeitpunkt nachholen.

Wie können nichtmuslimische Kollegen und Freunde jemandem helfen, der im Ramadan fastet?

Nichtmuslimische Arbeitgeber, Kollegen, Lehrer etc. können helfen, indem sie versuchen, den/die Fastende/n nach Möglichkeit körperlich weniger zu beanspruchen. Arbeitgeber könnten auf den Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten am Morgen und am Abend eingehen. Im Sportunterricht können muslimische Schüler/innen geschont werden, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht am Unterricht teilnehmen.