Freitagspredigten, 21.04.2017

Mirâdsch – Die Nacht der Himmelfahrt

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Beten, Muslime, Islam © Shutterstock
Beten, Muslime, Islam © Shutterstock

Die Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) thematisiert diese Woche den Mirâdsch. Der Mirâdsch sei die Himmelfahrt des Propheten, nachdem er mit Allahs Hilfe von der Kaaba zur Al-Aksa-Moschee gebracht worden war. Dort wurden ihm folgende drei Geschenke mitgegeben: 1. das fünfmalige tägliche Pflichtgebet, 2. der letzte Teil der Sure Bakara, 3. die frohe Kunde, dass allen aus dieser Umma, die keinen Schirk begangen haben, ihre Sünden vergeben werden.

In den Versen der Sure Bakara werde den Muslimen der Glaube an das Verborgene (Gayb) vermittelt. Beginnend mit dem ersten Menschen werde die Unveränderlichkeit der Offenbarung hervorgehoben. Demnach wurde Adam (a), Ibrâhîm (a) und Îsâ (a) dasselbe offenbart wie dem Propheten Muhammad (s). Dies seien die Geschenke Allahs.

Wer nur dem Weltlichen und seinem Nafs folge, möge sich fragen, was daran ein Geschenk sein soll. Das Geschenk des Propheten sei der Weg zur ewigen Glückseligkeit.

Die Nacht der Himmelfahrt

In der Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) wird ebenfalls der Mirâdsch behandelt. In der Nacht vom Sonntag, 23. April 2017 auf Montag werden Muslime die Nacht der Himmelfahrt begehen. Isrâ und Mirâdsch seien die Bezeichnungen für die wundersame Reise und den Aufstieg des Propheten, der als Barmherzigkeit der Welten gesandt wurde.

Für die Muslime sind die wichtigsten Besonderheiten der Himmelfahrt, dass die fünf Gebete zur Pflicht wurden, dass diejenigen, die Allah niemanden beigesellen mit dem Paradies verheißen wurden und dass die letzten beiden Verse der Sure Bakara als Geschenk für die Menschheit präsentiert wurden. Gleichzeitig habe Allah den Muslimen verheißen, dass sie nicht für solche Dinge verantwortlich seien, die sich ihrer Macht entziehen und alle unsere Sünden – außer der Beigesellung – vergeben werden, wenn Allah es wünsche.

Nacht der Himmelreise

Die Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) thematisiert ebenfalls den Mirâdsch. Nach islamischem Verständnis umfasse der Begriff Mirâdsch, die sowohl physisch als auch geistig stattgefundene Reise des Propheten von Mekka nach Kuds, von dort in die sieben Himmelssphären und an noch andere Orte und Dimensionen, die Allah für ihn gewünscht habe. Darüber hinaus steht der Begriff Mirâdsch auch für alle Ereignisse, die in dieser Nacht sonst noch passiert seien.

Diese gesegnete Nacht sollten Muslime so gut wie möglich erwecken und versuchen sie zu ihrem Vorteil zu nutzen. Sie sollten ihre Eltern, Geschwistern und Freunden ihre Aufwartung machen, in dem sie sie mindestens anrufen und sie zu dieser Nacht beglückwünschen.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.