Vereinigte Staaten von Amerika (USA)

Muhammad Alis Sohn auf US-Flughafen festgehalten

Zwei Stunden lang soll der Sohn von Boxlegende Muhammad Ali auf einem Flughafen in Florida festgehalten – wohl nur wegen seines Namens und seiner Religion, sagt sein Anwalt. Muhammad Ali Jr. denke über eine Klage nach.

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02
2017
Muhammad Ali. © Wolf Gang (CC 2.0) auf Flickr, bearbeitet by IslamiQ

Der Sohn der Boxlegende Muhammad Ali ist nach Angaben seines Anwalts Anfang Februar zwei Stunden lang auf einem US-Flughafen festgehalten worden. Einwanderungsbeamte hätten ihn danach gefragt, ob er muslimisch sei, sagte der Anwalt und Freund der Familie, Chris Mancini, der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten mehrere US-Medien darüber berichte. Muhammad Ali Jr. denke über eine Klage nach.

Der 44-Jährige lebt in Florida und hatte sich zusammen mit seiner Mutter Khalila Camacho-Ali, der Exfrau des im vergangenen Jahr gestorbenen früheren Boxchampions, zu einer Veranstaltung in Jamaika aufgehalten. Bei der Rückkehr am 7. Februar seien die beiden auf dem Flughafen Fort Lauderdale-Hollywood angehalten worden – wegen ihres arabisch klingenden Namens, wie Anwalt Mancini sagte.

Camacho-Ali habe dann aber gehen können, nachdem sie ein Foto von ihr zusammen mit ihrem früheren Mann vorgezeigt habe. Ihr Sohn, der kein solches Bild bei sich getragen habe, sei dagegen fast zwei Stunden festgehalten und wiederholt gefragt worden: „Wo hast du deinen Namen her?“ und „Bist du ein Muslim?“

Als Ali Jr. mit Ja geantwortet habe, hätten ihn die Beamten zu seiner Religion und seinem Geburtsort befragt. Der heute 44-Jährige kam in Philadelphia zur Welt und ist amerikanischer Staatsbürger. „Angesichts all dessen, was passiert ist, glaubt er, dass er von der Einwanderungsbehörde nur festgehalten und befragt worden ist, weil er einen arabischen Namen hat und Muslim ist“, sagte Anwalt Mancini.

US-Präsident Donald Trump hatte im Januar ein Einreiseverbot für sieben Länder mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung verfügt, das US-Gerichte aber zumindest vorerst auf Eis gelegt haben. Trump selber sagt, dass sich das Dekret nicht gegen Muslime richte. Es gelte vielmehr, „potenzielle radikale Terroristen“ herauszufiltern und an der Einreise in die USA zu hindern. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Maja sagt:
"wohl nur wegen seines Namens und seiner Religion". Was ist das denn für ein Journalismus? Da werden einfach Mutmaßungen als Tatsachen übernommen und schon war der arme Mann Opfer von religiöser Diskriminierung. Fakten interessieren dann gar nicht mehr. Man könnte ebenso mutmaßen, dass er sich durch sein Verhalten auffällig gemacht hat und deshalb festgehalten wurde. Es ist eben alles denkbar, wenn die Fakten nicht bekannt sind.
02.03.17
14:55