Niederlande

„Der Islam ist keine Religion“

Am 15. März wählt die Niederlande. Im Vorfeld hetzt der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders erneut gegen Muslime. Für ihn sei der Islam eine Ideologie, die sich als Religion verkleide.

24
02
2017
Geert Wilders - Stop Islam
Geert Wilders - Stop Islam © Facebook, bearbeitet by iQ.

Die in der niederländischen Verfassung garantierte Religionsfreiheit ist nach Ansicht des Rechtspopulisten Geert Wilders nicht auf den Islam anwendbar. Beim Islam handele es sich weniger um eine Religion als um eine Ideologie, die sich als Religion verkleide, sagte der niederländische Politiker laut Vorabmeldung vom Freitag im Interview des „ARD Europamagazins – Bericht aus Brüssel“ (Sonntag).

Darin vergleicht er den Islam laut der WDR-Mitteilung mit totalitären Systemen wie Kommunismus oder Faschismus: „Im Koran steht mehr über Antisemitismus, als es jemals in Hitlers ‚Mein Kampf‘ oder anderen furchtbaren Büchern gab“, wird Wilders zitiert. Er hat gute Chancen, mit seiner „Partei für die Freiheit“ bei den Wahlen Mitte März zur stärksten politischen Kraft im niederländischen Parlament zu werden.

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders will sich nach einem Wahlsieg seiner Partei im März für ein weitgehendes Verbot des Islams in seinem Land stark machen. Er fordert ein Verbot des Korans und die Schließung der Moscheen.

Neben offener Islamfeindlichkeit setzt Wilders im Wahlkampf auch auf seine Gegnerschaft zur EU, aus der er am liebsten austreten möchte. Wegen der EU-Mitgliedschaft seien die Niederlande kein souveräner Staat mehr, der über seine Politik entscheiden könne, etwa wo es um Einwanderung, Finanzen oder Banken gehe: „Eine Demokratie braucht den Nationalstaat, braucht Unabhängigkeit, seine eigene Fahne und Werte“, sagte Wilders im Gespräch mit dem Magazin. Das sei „kein Fanatismus oder Rassismus, sondern Patriotismus“. (KNA, iQ)

 

Leserkommentare

Charley sagt:
Ganz klar ein Mann der "alternativen Fakten". Der freut sich nur, wenn sich einer am Widerlegen seiner Behauptungen u Urteile abmüht und bringt noch 5 neue. Ihm geht es nicht um Aussagen u "Wahrheit", sondern um Publicity. Ein widerlicher Spinner u Faschist! - Wodurch ist etwas Ideologie oder Religion. Das ist nicht per se gleichzusetzen. Er sagt es ja auch nicht über jede Religion... Die Frage ist schon interessant. Nur wird Wilders dazu nichts beitragen (können).
24.02.17
22:26
Ute Fabel sagt:
Populisten wie Wilders dürfen nicht mit halben Wahrheiten volle Erfolge feiern. Die falsche Strategie ist es jedoch sich nach dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" zu verhalten und in einen undifferenzierten Pro-Islam-Solidaritätsreflex zu verfallen. Es gibt vieles, was an islamischen Glaubensinhalten und Traditionen abzulehnen ist. Das darf nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden. Die linken Parteien und die bürgerliche Mitte brauchen mehr Mut zur gebotenen seriösen Religionskritik, wie man sie in der vergangenen Jahrzehnten auch gegenüber der katholischen Kirschen (Verhütung, Zölibat) aufgebracht hat. Gegenüber dem Islam hat man sich aus falsch verstandener politscher Korrektheit und dem Drang es allen recht machen zu wollen, vor der notwendigen Konfrontation oft gescheut und auf einen unangebrachten Kuschelkurs gesetzt. Damit wurde Leuten wie Wilders das Feld überlassen, der mit seinem Anti-Islam-Kurs leider beinahe eine Monopolstellung erlangt hat.
26.02.17
7:09
Charley sagt:
@Ute Fabel: da stimme ich Ihnen Mal zu, auch wenn ich nicht weiß, was Sie speziell i Auge haben. Es wäre schön was, die innermuslimischen Reformkräfte zu stärken ("Euro-Islam"). Aber so weit wollen Politiker leider nicht einsteigen und nehmen ein großes Thema leider nicht auf, das dann andere wie Wilders (AFD) besetzen.
27.02.17
12:06
Kritika sagt:
L.S. In den Niederlanden gibt es traditionell viele Glaubensrichtungen und Sekten. Dass Wilders ausgerechnet den Islam als seinen Gegner ausgemacht hat und nicht irgendeinen der vielen anderen religiösen Richtungen, hat mit dem agressiven und expansiven Charackter des Islam zu tun. Die Mosleme tragen daher ein gerütteltes Mass Verantwortung darfür, dass Anti-IslamBewegungen, nicht nur in den Niederlanden, aufgekommen- und gross geworden sind. Die hunderttausende Tote im Nahen Osten und milionen homeless dort sind ein triftiges Argument, alles zu tut, dass gerade diese Religion und Ideologie in Europa nicht sesshaft werden kann. Ob Wilders Spinner, Populist oder Visionär war, das wird mann in Zukunft besser beurteilen können als heute. Den Islam als Gefahr für Europa erkannt zu haben, das alleine macht ihm noch nicht zu einem "wiederlichen Spinner und Faschist". Auch Wilders hat das Recht eine eigene Meinung zu haben. Hoffentlich stellt sich seine Meinung später einmal als falsch heraus. Gruss, Kritika
28.02.17
1:35
all-are-equal sagt:
Im Jahr 2004 wurde der niederländische Künstler Theo van Gogh von dem Salafisten Mohammed Bouyeri auf offener Straße ermordet. Wenn irgendwo Mohammed-Karikaturen veröffentlicht werden, gibt es auf weltweit Unruhen und gewaltsame Ausschreitungen. Dieser aufsehenerregende Mord hingegen im Namen des Islam löste weltweit keine vergleichbare Protestwelle aus. Die aus Somalia stammende Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali, der der Anschlag eingentlich gegolten hat, musste schließlich das Land verlassen. Weder die sozialdemokratische PVdA noch die rechtsliberale VVD, jene Parteien, die derzeit die Regierung bilden und in welchen sich Ayaan Hirsi Ali engagierte, boten ihr den angemessenen Rückhalt. Die etablierten Parteien in der Niederlanden zeigen Härte gegenüber Islamkritikeren aber fahren gegenüber dem Islam einen pauschalen Kuschelkurs, der völlig unangebracht ist. Statt Schönreden und Beschwichtigen wäre mehr konfrontative Auseinandersetzung mit dem Islam geboten, welchem die etablierten aus Feigheit und falsch verstandener politischer Korrektheit nicht oder bestenfalls halbherzig nachkommen. In dieses Vakuum kann dann leider ein nicht so sympathischer Zeitgenossen wie Herr Wilders schlüpfen.
28.02.17
10:35
Kritika sagt:
L.S. Vielen Dank, all-are-equal, für diesen Hintergrund Info. Der Attentäter von Theo van Gogh, übrigens direkter Abkömmling vom Grossen Maler Theo van Gogh, hat bei seiner Festnahme die Polizei angefleht, ihm zu erschiessen; er war felsenfest überzeugt, dann schnurstraks bei Allah am Tisch zu landen und die 72(?) Jungfrauen zu kassieren. Die Polizei fand aber, ein NL-Gefängnis sei ein angemessener Ort für ihn. Sind diejenigen IslamFührer, die solche junge Mörder so indoktrinieren, dass sie an diese Belohnungen glauben nicht noch viel verwerlicher als die Mörder selber? Und was unternimmt die Moslimführung gegen solche Aufhetzer? Auf jeden Fall wirkt dieser Mord heute noch nach, wenn es um das Verhältnis der Niederländer zum Islam geht. Übrigens - die von all-are-equal erwähnte Somalierin Ayaan Hirsi Ali, die in kurzer Zeit fliessend Niederländisch sprach, hat als Abgeortnete der Zweiten Kammer (hier Bundestag) glänzend ihr neues Land vertreten. Sie hat Bücher geschrieben, die auch heute noch sehr aktuell sind. Einige sind in's Deutsche übersetzt. Grusss, Kritika
28.02.17
16:47
Charley sagt:
@all-are-equal: Danke! Das soll hier gesagt sein!
28.02.17
20:46