Umfrage

Interessen britischer Muslime säkular geprägt

Laut einer Umfrage seien die alltäglichen Sorgen der britischen Muslime nicht anders als die der Briten. Themen wie die Gesundheitsversorgung und Arbeitslosigkeit stehen an erster Stelle.

03
12
2016
Symbolbild: muslimische Frauen, Kopftuch, Kopftuchverbot
Symbolbild: muslimische Frauen, Kopftuch, Kopftuchverbot © shutterstock

Die britischen Muslime denken einer Umfrage zufolge ebenso „weltlich“ wie der Rest der Bevölkerung. „Sie haben im Wesentlichen säkulare Interessen und Prioritäten“, heißt es in der Studie des Forschungsinstituts ICM, über die britische Medien (Freitag) berichten. Die britischen Muslime sollten also „nicht in Geiselhaft für Gruppierungen genommen werden, die nicht für sie sprechen“, heißt es mit Blick auf religiös-extremistische Gruppen.

Zwar stellten die britischen Muslime „einen zweifellos religiöseren Teil“ der Bevölkerung dar, der teilweise auch Angst vor Diskriminierung habe. „Mit Blick auf ihre alltäglichen Anliegen und Prioritäten antworten die britischen Muslime aber nicht anders als ihre nichtmuslimischen Nachbarn“, so die Initiatoren der Umfrage. Auf die Frage, was die drei wichtigsten Themen seien, mit denen Großbritannien heute konfrontiert sei, nannten demnach 36 Prozent der befragten Muslime die Gesundheitsversorgung, 32 Prozent Arbeitslosigkeit und 30 Prozent Einwanderung.

Die alltäglichen Sorgen der überwältigenden Mehrheit der Muslime seien damit säkularer Art. Diese Befunde lägen „im Gegensatz zu dem, was häufig auf beiden Seiten des politischen Spektrums behauptet“ werde. Die Erhebung wurden von der Londoner Denkfabrik Policy Exchange in Auftrag gegeben. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Manuel sagt:
Gut, wieso gibt es dann Scharia-Gerichte im UK?
03.12.16
17:23
Andreas sagt:
Sind britische Muslime keine Briten?
03.12.16
23:56
Johannes Disch sagt:
@Andreas -- "Sind britische Muslime keine Briten?" (Andreas) Gute und richtige Frage. Denn das ist genau das Problem: Dass viele Europäer Muslime in erster Linie als Muslime sehen. Sie legen die Identität von Muslimen einseitig auf die Religion fest.
05.12.16
8:17
Manuel sagt:
@Johannes Disch: Die Moslems legen ja selbst Ihre Identität auf den Islam fest, also kein Wunder, dass sie dann von außen so gesehen werden. Das islamische Kopftuch ist ja breits so eine Uniform der islamischen Identität.
05.12.16
12:14
Andreas sagt:
Es ist kompletter Unsinn, dass "die Mislems" ihre Identität selbst auf den Islam festlegen. Die Muslime, die ich kenne, sehen den Islam als einen Baustein ihrer Identität. Ein Kopftuch macht auch nicht allein die Identität einer Frau aus. Das ist immer nur die Sicht von Islamgegnern. Und natürlich von Islamisten. Also jeweils von Extremisten. Nicht jedoch der Mehrheit der Myslime.
05.12.16
21:14
Manuel sagt:
@Andreas: Falsch, die Moslems wollen ja auch nach außen als Moslems wahrgenommen werden, sonst könnten Sie ja auch islamische Kleidung verzichten oder? Die Militanz der Moslems, wenn es um das Kopftuch geht, zeugt nicht unbedingt von einem Willen zum Miteinander sondern sucht bewußt die Abgrenzung.
06.12.16
11:48