Koalitionsvertrag

Berlin – „Solidarisch. Nachhaltig. Weltoffen“

Der Koalitionsvertrag der der rot-rot-grünen Landesregierung in Berlin steht. Darunter sind Themen wie die Einführung der islamischen Theologie an der Hochschule und das vorantreiben der Gefängnisseelsorge und der islamischen Bestattung.

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2016
Symbolbild Berlin © by Daniel Mennerich auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

„Solidarisch. Nachhaltig. Weltoffen“. So will die rot-rot-grüne Landesregierung in den nächsten sechs Jahren „Berlin gemeinsam gestalten“. In der 177-seitigen Koalitionsvereinbarung werden dabei die Kirchen nicht explizit genannt.

Aufgeführt sind indes Themen, die auch die Religionen betreffen. So heißt es beim Punkt Wissenschaft, Theologien, weltanschauungs- und religionsbezogenen Studien an den Universitäten hätten „eine wichtige Integrations- und Inklusionsaufgabe“. Deshalb sollten „bestehende Regelungen und vorhandene Einrichtungen zukunftsorientiert ausgestaltet und weiterentwickelt werden“. Das an der Humboldt-Universität geplante Institut für islamische Theologie werde „im Hochschulvertrag abgesichert“. Mit Blick auf die Schulen freier Träger sagen die Koalitionäre zu, bis Ende 2017 ein neues Finanzierungsmodell „auf Vollkostenbasis“ zu erarbeiten und ab 2019 einzuführen. Es solle im Rahmen der bisherigen Zuschüsse jene Privatschulen mehr fördern, die verstärkt inklusiv arbeiten und sozial benachteiligte Schüler aufnehmen.

Zudem will Rot-Rot-Grün die Voraussetzungen, unter denen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften öffentlich-rechtliche Körperschaften werden können, zur Debatte stellen. Auch will die Koalition die Gefängnisseelsorge, die humanistische Beratung und die Erleichterung von Bestattungen nach islamischem Ritus „vorantreiben“. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Ute Fabel sagt:
Anbiederung an religiöse Lobbyinginteressen ist für mich kein Zeichen von Weltoffenheit. Ich bin für eine konfessionsübergreifende Studienrichtung "Religionswissenschaften", an der grundsätzlich jede unabhängig von Religion oder nicht religiöser Weltanschauung lehren und studieren kann. "Theologische Fakultäten" sind in Wahrheit Religionsakademien auf Staatskosten, wo die jeweiligen Religionsangehörigen nur im eigenen Saft schmoren. Sie tragen zur Spaltung der Gesellschaft bei und erfüllen keine integrative Funktion. Ebenso trennend ist die staatliche Finanzierung von selbst ernannten "religiösen Seelsorgern" in Gefängnissen zu bewerten. Professionelle psychologische Betreuung ist kompetenter und verbindender.
25.11.16
8:10
Andreas sagt:
Es sind nicht die Religionen, die die Gesellschaft spalten. Neben Extremisten, die verduchen, ihre jeweilige Religion für een Machterwerb zu missbrauchen, sind es vor allem rechte Hetzer, die die deutsche Gesellschaft spalten wollen.
25.11.16
13:44
Ute Fabel sagt:
@Andreas: Religonen spalten die Gesellschaft sehr stark - ein Blick in den Nahen Osten reicht, wo sich die Menschen schon seit Jahrzehnten bekriegen, weil jeder glaubt sein Prophet hätte seinen Religionsangehörigen ein Stück Wüstenland versprochen. Deshalb würde ich mir eigentlich wünschen, dass mehr Menschen an Astrologie anstatt an Religion glauben, wenn sie sich schon an etwas Irrationales klammern wollen. Unplausibel ist beides, aber Astrologie spaltet die Menschen weit weniger als es die Religionen tun. Vielleicht sollte Berlin eine astrologische Fakultät an den Universitäten und Astrologieunterricht an den Schulen einführen - dass wäre nachhaltiger.
25.11.16
14:41
Manuel sagt:
Jedenfalls darf es in Berlin nicht sowas wie London geben, wo Scharia-Familiengerichte eingeführt wurden und der britische Staat schaute nur zu. Es muss klar sein, dass wir hier die Etablierung der mittelalterlichen. tiefreaktionären, aliberalen islamischen Gesellschaftsordung nicht tolerieren.
25.11.16
17:01
Holger Berger sagt:
In Deutschland brauchen wir definitiv nicht: Scharia-Familiengerichte, islamische Fakultäten, schulische Islam-Indoktrination, predigende Islamismus-Hetzer, 'weltoffene' Islamismus-Propaganda in Gefängnissen. Sind islamische Bestattungsformen & Leichenbehandlungspraktiken - mit dem Verstopfen aller Körperöffnungen, weil die Verstorbenen sonst nicht ins Paradies gelangen - wirklich erstrebenswert und einer aufgeklärten Gesellschaft vermittelbar?
16.12.16
2:03