Integrationsbeauftragte der Bundesregierung

Özoğuz wirft CSU Generalverdacht gegen Muslime vor

Integrationsministerin Özoğuz wirft der CSU vor einen Generalverdacht gegen Muslime zu schüren und reagiert damit auf einen CSU-Leitantrag zum „politischen Islam“.

07
11
2016
Aydan Özoğuz fordert Ausbildung der Imamen in Deutschland
Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration - Aydan Özoğuz © SPD / Dominik Butzmann, bearbeitet IslamiQ

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoğuz (SPD), wirft der CSU nach ihrem Parteitag vor, einen „Generalverdacht gegen Muslime“ zu befeuern. „Für die CSU ist wohl nur derjenige ein guter Muslim, der seinem Glauben abschwört, konvertiert oder zumindest seinen Glauben versteckt“, sagte Özoğuz der „Welt“ am Montag. Das habe mit Religionsfreiheit nichts zu tun.

Die Zeitung verweist auf den CSU-Leitantrag zum „politischen Islam“, in dem unter anderem eine Verteidigung der offenen Gesellschaft und christlich-abendländischer Werte gefordert werde. Die CSU betone, dass ihre Ablehnung nicht der Religion gelte, sie warne aber auch vor falsch verstandener Toleranz.

Özoğuz sagte, die CSU müsse abgrenzen, was sie mit dem Begriff „politischer Islam“ meine. Nicht jeder Muslim, der sich auch aus seinem Glauben heraus politisch engagiere, sei ein Extremist – das müsse die CSU, die ein „C“ in ihrem Namen führe, am besten wissen. Das Grundgesetz gelte für alle Menschen und Glaubensrichtungen in Deutschland.

Scharfe Kritik von Seiten der Muslime

Der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), Bekir Altaş findet, dass die Forderungen der CSU Muslime unter Generalverdacht stellen und der gelebten Realität in keiner Weise gerecht werden .„Die CSU sollte ihre Politik an harten Fakten orientieren und Rechtsextremismus bekämpfen, statt einen Anti-Islam-Wettlauf mit der AfD abzuliefern“, erklärt Bekir Altaş.

Auch der Vorsitzende des Islamrats, Burhan Kesici, äußerte sich zu den CSU-Forderungen nach Überprüfung von Imamen und wirft ihr Islambashing vor. „Anstatt konstruktive Vorschläge für das gemeinsame friedliche Zusammenleben zu erarbeiten, übt die CSU Islambashing und trägt damit zur Islamfeindlichkeit in Deutschland bei“, so Kesici.

Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach sagte der Zeitung: „Die religiöse Überzeugung des Einzelnen und seine private Lebensführung hat der Staat nicht zu kritisieren, solange sie nicht in Konflikt zur staatlichen Rechtsordnung geraten.“ (KNA/iQ)

Leserkommentare

Manuel sagt:
Und ich werfe Özoğuz Blindheit gegenüber dem politischen Islam vor!
08.11.16
10:29
Fabian sagt:
@Manuel: Einen Generalverdacht gegen Muslime zu kritisieren hat nichts mit Blindheit gegenüber dem "politischen Islam" zu tun. Gerade eine solche Behauptung ist eben wieder ein Generalverdacht gegen Muslime, dass nämlich alle Muslime dem "politischen Islam" anhängen.
09.11.16
16:51
Johannes Disch sagt:
@Manuel Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Die CSU differenziert ja Gott sei Dank zwischen dem Politischen Islam und dem Islam. Eine wichtige Differenzierung, die bei populistischen Parteien wie der AfD fehlt.
10.11.16
13:43
Manuel sagt:
@Fabian: Wenn ich mir die ständig Zunahme von Kopftüchern, das Verweigern von Hanschlägen bei Frauen, das Auftauchen von Niqabs und die vielen radikalen, erzkonservativen und auch extremistischen Islamverbände und Moscheen ansehen, dann ist ein genaues Hinsehen angebracht. Außerdem, wenn alle Moslems so liberal sind, wie Sie tun, wieso demonstrieren sie dann nicht gegen den Extremisten und Erzkonservativen Moscheen und Islamverbände?
11.11.16
12:58
Johannes Disch sagt:
@Frau Özuguz hat sich mit ihren Äußerungen zum Verbot des Salafisten-Netzwerkes "Die wahre Religion" endgültig ins Abseits gestellt. Da nützt auch das Zurückrudern nix mehr! Ich erwarte, dass man sie als "Integratiónsbesuftragte" ablöst. Die Famile Özuguz bedarf eh einer besonderen Betrachtung. Ihre beiden Brüder betreiben das radikale Portal "Muslim Markt." Da wurde u.a. zur Ermordung des Islam-Kritikers Hans Peter Raddatz aufgerufen. Und jemand aus so einem Clan wird "Integrationsbeauftragte" der Bundesregierung! Da kann man nur ungläubig den Kopf schütteln.
17.11.16
10:48
Kritika sagt:
L.S. Die Deutschen geraten leicht in Panik, bei dem typisch Deutschen Begriff "Generalbverdacht". Wenn zB irgendwo eine Radarfalle aufgestellt wird, dan fühlen sich alle Autofahrer unter Generalverdacht. Viele Moscheën sind zu VersammlungsOrte von verbrecherische Moslims geworden. Auch wenn nur 1 von 1.000 Muslimen ein radikaler Verbrecher ist oder werden kann, haben wir es mit tausende potentielle Muslimische Verbrecher in der BRD zu tun. Viele von denen werden polizeilich bewacht, was enorme resourcen bindet Die Moscheën ständig gründlich unter die Lupe zu nehmen, ist daher lebenswichtig, hat nichts mit Generalverdacht zun tun sondern nur mit Vorsicht und böse Erfahrung. Frau Özoğuz ist offenbar ein Bock (sorry, eine Geiss), die es zur Gärtnerin gebracht hat. Bei ihrem Umfeld hätte man vorher darauf kommen müssen; sie sollte nicht länger im Amt bleiben. Gruss, Kritika
18.11.16
1:38