FREITAGSPREDIGTEN, 21.10.2016

Belohnung, Verwandtschaft und Wertschätzung

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

21
10
2016
Gebetsketten
Muslimische Gebetsketten in einer Moschee © by Beggs auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) wird diese Woche die Belohnung einer guten Tat thematisiert. Dabei zitiert die IGMG eine Überlieferung vom Propheten Muhammad (s), in der es heißt: „Wenn einer von euch ein guter Muslim ist, dem wird (zur Belohnung) jede gute Tat, die er begangen hat, zehnfach bis siebenhundertfach bewertet und jede schlechte Tat, die er begangen hat, wird ihm nur als solche einfach angelastet.“

Wie großzügig sei doch der Schöpfer in der Belohnung guter Taten. Das Gute belohne er zehn- bis siebenhundertfach, das Schlechte nur einfach. Allah mache es seinen Geschöpfen nicht schwer. Im Gegenteil erbarme er sich seiner Diener und vergibt ihnen.

Allah entscheide darüber, wie hoch er die Menschen belohnen wird. Deshalb müsse jeder Muslim auf dem Weg Allahs aufrichtig sein. Jedes Gebet und jede Wohltat fußen auf diesem Fundament. Heuchelei und Prahlerei sind nicht Eigenschaften eines Muslims. Denn sie mindern den Lohn, bis nichts mehr übrig bleibe.

Verwandtschaftsverhältnisse schützen

Die Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) behandelt das Schützen der Verwandtschaftsverhältnisse. Die Familie sei eine der schönsten Gaben Allahs und eine gesegnete Einheit, die mit der Barmherzigkeit Allahs unterstützt werde.

Heutzutage wird die Institution Familie von vielen unterschiedlichen Gefahren bedroht. Diese Probleme führen dazu, dass die Scheidungen zunehmen und die jungen Generationen vor der Verantwortung flüchten Familien zu gründen. Auch tauchen bestimmte neue und religiös nicht legitime Formen von Beziehungen auf. Das Familienglück sei eng damit verknüpft, dass die Ehepartner die gegenseitigen Rechte und Pflichten auf eine gerechte Weise einhalten.

So wie die Ehefrau und der Ehemann innerhalb der eigenen Familie jeweils die Mutter, den Vater und die Verwandten achten und lieben, sollte die selbe Achtung und Liebe gegenüber den Eltern und Verwandten des Ehepartners aufgezeigt werden.

Eines der Grundelemente, die die Familie formen, sind die Kinder. Allen voran sollten die erziehenden Eltern des Kindes und darüber hinaus alle anderen Mitglieder der Familie ein gutes Vorbild für die Kinder sein.

Wertschätzung der Gelehrten

In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um die Wertschätzung der Gelehrten. In den Lebzeiten des Propheten wurden die Grundbausteine des Islam gelegt. Durch die Aufopferung vieler Gelehrten seien der Islam und seine Lehren unverändert bis in die heutige Zeit gekommen. Dabei erlitten sie sehr viel Leid und üble Nachreden, doch blieben sie Standhaft mit der Hoffnung viele Nichtgläubige zum rechten Weg leiten zu können.

Deshalb sollten Muslime diese Gelehrten wegen ihrer Anstrengungen auf dem Wege Allâhs und ihren Lehren wertschätzen, sie respektieren und sie mit guten Worten bedenken.

 

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.

Leserkommentare

Ali Simirliogliu sagt:
"Ein Gramm Handeln ist mehr wert als eine Tonne Predigt." Mahatma Gandhi - Rechtsanwalt, Publizist, Morallehrer, Asket, Pazifist, Revolutionär, Widerstandskämpfer (1869-1948). Er wurde ermordet am 30.01.1948.
22.10.16
0:11
Ute Fabel sagt:
Wenn ich nur deshalb eine gute Tat vollbringe, weil mir Mohammed verspricht, dass ich dafür zehnfach bis siebenhundertfach von Allah belohnt werde, halte ich das nicht für eine besonders edle Gesinnung. Ganz im Gegenteil, es ist extrem egostisch, wenn jemand nur deshalb etwas Gutes macht, weil er sich davon erhofft im Jenseit um ein Vielfaches belohnt zu werden. Ich glaube weder an Mohammed noch an ein Jenseits. Mir reicht es anderen Menschen durch gute Taten enfach eine Freude machen zu können und erwarte mir von niemanden eine Belohnung.
25.10.16
11:00
Lena sagt:
@Ute Es gibt aber reichlich Menschen, die bspw. Den Kontakt zu den Eltern abbrechen, weil sie sich überhaupt nicht verstehen und trotzdem muss man sich um den Kontakt bemühen. Für dich ich oder viele mag es selbstverständlich sein anderen eine Freude zu machen, aber es gibt Menschen die sich überwinden müssen, mit Verwandten den Kontakt zu pflegen. Für diese Mühe und Überwindung gibt es eine Belohnung.
01.01.18
14:15