Porträt

Nicolaus Fest: Umstrittener Medienmann und Islamfeind

Zuletzt hatte er mit einem islamkritischen Kommentar für Wirbel gesorgt, jetzt ist er Mitglied der Berliner AfD: Der Publizist und ehemalige Vize-Chefredakteur der „Bild am Sonntag“, Nicolaus Fest. Sofort nach seinem Eintritt bei der AfD forderte er die „Schließung jeder Moschee“. Ein Porträt.

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2016
Nicolaus Fest © facebook/Nicolaus Fest

Zuletzt hatte er mit einem islamkritischen Kommentar für Wirbel gesorgt, jetzt ist er Mitglied der Berliner AfD: Der Publizist und ehemalige Vize-Chefredakteur der „Bild am Sonntag“, Nicolaus Fest. Der Sohn des früheren „FAZ“-Herausgebers und Historikers Joachim Fest („Hitler – Eine Biographie“) wurde 1962 geboren und promovierte in Rechtswissenschaften. Fest arbeitete zunächst einige Jahre für ein großes Auktionshaus, bevor er in den Journalismus wechselte. Im Jahr 2001 begann er bei Axel Springer – seit 2013 war er stellvertretender Chefredakteur der „Bild am Sonntag“.

Im Juli 2014 sorgte Fest für einen Skandal, als er den Islam in einem Kommentar unter anderem als Integrationshindernis bezeichnete. Nachdem sich die „Bild“-Chefredaktion von dem Text distanziert hatte, der vom Deutschen Presserat scharf kritisiert worden war, verließ Fest zwei Monate später Springer. Er gab an, auf eigenen Wunsch der Zeitung den Rücken zu kehren, um als freier Journalist zu arbeiten.

Im Oktober 2016 stellte die Berliner AfD den Juristen als neues Parteimitglied vor. Der Berliner Landes- und Fraktionschef Georg Pazderski bezeichnete Fest als einen „Vordenker“, der sich „nie angepasst habe“. Fest sagte, als Mitglied der AfD wolle er ein Zeichen setzen und gegen die innenpolitischen Entwicklungen vorgehen, durch die er die „Freiheit“ und „Rechtsstaatlichkeit“ in Deutschland bedroht sehe. Sofort nach seinem Eintritt in die Partei sorgte Fest für einen mittelgroßen Skandal. Bei seiner ersten Pressekonferenz bringt er den Berliner Parteichef Georg Pazderski ins Schwitzen, als er die „Schließung jeder Moschee“ fordert. Außerdem möchte er ein generelles Kopftuchverbot einführen und halte den Islam für eine „totalitäre Bewegung, die mehr dem Stalinismus oder Nationalsozialismus ähnelt“, so berichtet der „Tagesspiegel“.

Neben ihm sitzt Nicolaus Fest, ehemals Vizechefredakteur der „Bild am Sonntag“. Gerade fordert Fest, alle Moscheen in Deutschland zu schließen, das Tragen von Kopftüchern generell zu verbieten. „Ich halte den Islam nicht für eine Religion, sondern für eine totalitäre Bewegung, die mehr dem Stalinismus oder Nationalsozialismus ähnelt“, sagt er. Sogar für die Verhältnisse der AfD sind diese Aussagen ungewöhnlich, denn zumindest offiziell bekennt sie sich zur Religionsfreiheit. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Malte sagt:
Der Mann hat doch recht. Wie sieht es denn in den muslimischen Ländern aus? Ist Saudi Arabien etwa keine Diktatur mit mittelalterlichen Strukturen in der Meinungsfreiheit nicht existent ist? Geschweige denn Religionsfreiheit. Und was ist mit dem Iran? Oder Katar, von wo viel finanzielle Unterstützung für den Islamischen Staat kam? Oder der Islamische Staat? Was gelten dort die Menschenrechte? Natürlich ist der Islam eine totalitäre Bewegung. Das kann man überall dort sehen, wo der Islam an der Macht ist. Aber auch dort, wo der Islam versucht, unmittelbar die Macht zu erlangen. Lediglich in Ländern, in denen der Islam noch keinerlei Macht hat, gibt er sich moderat und tolerant. Wenn also der Islam eine totalitäre Bewegung ist, ist es nur logisch, dessen Vereinsheime und Moscheen sofort zu schließen und das tragen von Kopftüchern zu verbieten. Warum sollen Symbole des Nationalsozialismus verboten sein, Symbole des Islamismus hingegen nicht? Eine vernünftigen Grund dafür gibt es nicht.
10.10.16
16:53
Das Bedenklichste sagt:
Da will es einer Trump gleichtun, hat zwar einen Namen von Papa, aber zu wenig Geld, um den Mädels zwischen die Beine zu greifen.
10.10.16
18:15
Josef gelb sagt:
@Malte Auf das Konto der islamistischen Länder oder Muslime oder wie sie sie nennen wollen gehen keine 6 Millionen tote Juden und weitere zig Millionen weitere im Verlauf des 2. Weltkrieges. Auf das Konto der Nationalsozialisten schon, oder wollen Sie das verneinen und sich als Nazi outen? Sie reden von Vernunft, aber ihr geschriebenes entbehrt gleichzeitig jedweder Vernunft...
12.10.16
15:23
Enail sagt:
@ Josef gelb Da würde ich doch mal die Geschichte der islamischen Expansion in Asien, Afrika und Europa erkunden. Da kommen sie auf ganz andere Zahlen, als die, die Sie in Ihrem Artikel anführen. Und es hört immer noch nicht auf. Sich mit der Geschichte und der Verbreitung des Islam auseinander zu setzen wäre nicht gerade einfach und würde manch einem die Augen öffnen.
17.10.16
0:48