Deutsche Islam Konferenz

De Maiziere: „Wir haben viel erreicht“

Vor 10 Jahren wurde die Deutsche Islam Konferenz (DIK) einberufen. Bundesinnenminister de Maiziere hält die Gründung für sehr wichtig. Für ihn sei die DIK ein Impulsgeber und Garant für greifbare Ergebnisse.

23
09
2016
Thomas De Maizière
Bundesinnenminister Thomas De Maizière © BMI / Peter Lorenz

Zehn Jahre nach Gründung der Deutschen Islam Konferenz (DIK) hält Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) die Einrichtung besonders in diesen Tagen für sehr wichtig. „Gerade jetzt ist es entscheidend, dieses Format zu nutzen, aber auch weiterzuentwickeln“. Es sei immer besser miteinander als übereinander zu sprechen.

Die erste Sitzung der Deutschen Islam Konferenz war am 27. September 2006 zusammengetroffen. Die vor zehn Jahren vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) initiierte DIK dient als zentrale Dialogplattform zwischen Staat und Islam in Deutschland. Sie soll die religions- und gesellschaftspolitische Integration der rund vier Millionen Muslime voranbringen. Ein zentrales Ergebnis der ersten Phase bis 2009 war die Einigung auf einen Wertekonsens als Bekenntnis zur deutschen Rechtsordnung und zu den Werten des Grundgesetzes. Derzeit debattiert die Konferenz etwa über die Gründung einer islamischen Wohlfahrtspflege.

Impulsgeber für zentrale Themen

De Maiziere erklärte weiter, es „war gut und richtig“, dass der Staat die DIK vor zehn Jahren eingerichtet habe. Damals habe es kaum einen Dialog mit Muslimen gegeben. „Der Staat ist hier in die Bresche gesprungen“, so de Maiziere. „Wir haben viel erreicht“. Die Deutsche Islam Konferenz „war und ist Impulsgeber für zentrale Themen und Garant für greifbare Ergebnisse“. Dazu zählten vor allem die Einführung von islamischem Religionsunterricht und die Schaffung der Lehrstühle für islamische Theologie. Die Zeiten hätten sich inzwischen geändert. „Die enormen Flüchtlingszahlen, darunter viele Muslime, und auch die stärkere Präsenz des Terrorismus haben einen starken Einfluss auf die Wahrnehmung des Islam, auch in Deutschland“, so der Minister.

Auch muslimische Vertreter äußern sich zur Gründung der DIK. Ali Kızılkaya, ehemaliger Vorsitzender des Islamrats (IRD), hebt insbesondere die positive Entwicklung der DIK hervor. „Die Deutsche Islamkonferenz war und ist ein Versuch, den Islam und die Muslime als Teil Deutschlands institutionell zu etablieren“. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Johannes Disch sagt:
Ich halte diese "Islamkonferenzen" für Alibi-Veranstaltungen, die schöne Bilder und salbungsvolle Worte für das TV produzieren. Islamunterricht an Schulen und Lehrstühle für islamische Theologie?? Völlig okay. Aber dafür braucht man nicht 10 Jahre Islamkonferenz. Bei uns gilt das Grundgesetz. Und das ist relativ einfach zu verstehen. Trotz 10 Jahren Islamkonferenz ist das Wissen unserer Politiker über die Religion, Geschichte und Kultur des Islam noch immer sehr gering, wie man leicht bei jedem Interview und jedem Talkshow-Auftritt unserer Politiker sehen kann. Da frägt man sich dann tatsächlich, über was die die letzten 10 Jahre gesprochen haben.
24.09.16
1:37
Manuel sagt:
Solange der Islam an viele seine mittelalterlichen Dogmen festhält, wird er nie vollständig ein Teil Deutschlands sein.
24.09.16
11:35
Ute Fabel sagt:
@Johannes Disch: Konfessioneller Religionsunterricht und "theologische" Fakultäten sind nicht okay - sie widersprechen der Trennung von Staat und Religionen. Konfessionelle Religionsunterricht als Pflichtfach gehört - nach Berliner Vorbild - durch einen religionsübergreifenden Ethikunterricht als Pflichtfacht ersetzt. Das ist viel integretiver, als religionsunmündige Kinder in öffentlichen Schulen nach dem Religionsbekenntis ihrer Eltern auszusieben. Politische Bildung wird in der Schule ja auch nicht von den einzelnen politischen Parteien unterrichtet, sondern parteiübergreifend. Eltern, die Wert auch eine religiöse Erziehung legen, können ihren Nachwuchs ja in der Freizeit in die Jugendorganisationen der Religionsgemeinschaften schicken. Die so genannten "theologischen " Fakultäten sind in Wahrheit Religionsakademien auf Staatskosten und haben mit Wissenschaft nichts zu tun, da die Religionsangehörigen dort nur im eigenen Saft schmoren. Diese sollten durch ein religionsübergreifendes Studienfach "Religionswissenschaften" ersetzt werden, welches alllen Gläubigen und Ungläubigen zum Studium zugänglich ist. Politikwissenschaften ist auf den Unis auch weltanschauungsübergreifend ausgerichtet. Es gibt keine sozialdemokratische, christdemokratische, liberale, grüne Politik als eigenes Studienfach nur für entsprechende Parteimitglieder, was rechtfertigt es eigentlichen das bei den Religionen anders zu handhaben - aus dem Umstand, dass zwei Staatreligionen seit dem 16. Jahrhundert den Deutschen aufgezwungen wurde und jetzt eine dritte Gruppieren gerne mit ins Privillegienboot möchte.
26.09.16
13:31