FREITAGSPREDIGTEN, 09.09.2016

Hadsch und Diener auf dem Wege Allahs

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Gebetsketten
Muslimische Gebetsketten in einer Moschee © by Beggs auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

Die Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) behandelt diese Woche die Weisheiten der Hadsch. Der Hadsch gehöre zu den wichtigsten Ibâdas des Islams. Er sei Pflicht für alle Muslime, die dazu in der Lage seien. Die Pilgerfahrt habe unzählige positive Auswirkungen auf das diesseitige und das jenseitige Leben, aber nur wer ihn aufrichtig durchführe, wisse, wie sehr der Hadsch auf den Menschen wirke.

Der Hadsch sei ein wichtiger Wendepunkt im Leben eines Menschen. Die Gedanken und das Handeln des aufrichtigen Pilgers verändern sich. Der Hadsch lehre den Gläubigen Willensstärke, Selbstdisziplin und den Respekt vor allen Lebewesen. Es zeige ihnen, dass sich ein Muslim nicht durch seine Herkunft, Ethnie, Rechtsschule und Sprache unterscheide, sondern durch seine Takwâ. Der Pilger, der den Ihrâm anlege, streife alle weltlichen Wertmaßstäbe ab.

Für eine Reise muss man sich gut vorbereiten. Der Proviant für eine weltliche Reise sei Nahrung und Kleidung. Der Proviant für eine spirituelle Reise sei die Liebe zu Allah und die Abkehr von allem außer Ihm, also Takwâ.

Der Gottesdienst des Opferfestes und der Pilgerfahrt

In der Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) wird ebenfalls die Pilgerfahrt (Hadsch) thematisiert. Muslime befinden sich in den Tagen, an denen die Reise nach Mekka aus allen Regionen der Welt angetreten wird, um einen der fünf grundlegenden Gottesdienste durchzuführen.

Der Gottesdienst der Pilgerfahrt beherberge in seinem Geiste viele Errungenschaften und weitere verdichteten Gottesdienste wie Pilgergewand (Ihram), Ritualgebet, Talbiya, Dhikr, Waqfa, reumütige Umkehr (Istigfar), Umkreisung (Tawaf), Geduld, Opfer und Spende.

Der Hadsch ermögliche es, die Glaubensgrundlagen an Allah, den Propheten sowie an das Jenseits zu festigen und biete den Muslimen die Möglichkeit, sich ethische Werte wie Gottesfurcht, Geduld, Liebe, Respekt, Geschwisterlichkeit, Selbstlosigkeit und Freigebigkeit anzueignen und diese zu praktizieren.

Die Wallfahrt ist ein Gottesdienst, das nicht innerhalb eines Monats beginnt und endet. Vielmehr ist es ein Gottesdienst, das als Folge seine Wirkung bis zum Ende des Lebens weiterhin entfaltet. Der Hadsch bilde einen Wendepunkt im Leben des Muslims, der tiefe Erinnerungen hinterlasse. Aus dieser Sicht sei die Pilgerfahrt eine Erneuerung und Transformation des Gläubigen.

Diener auf dem Wege Allahs

In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um die Dienerschaft auf dem Wege Allahs. Allah habe den Menschen als das ehrenvollste unter den  Geschöpfen erschaffen, ihm die Vernunft als Gabe mitgegeben und ihm über Seine Gesandten den richtigen Weg gezeigt. Der richtige Weg führe den Muslim zu Glück und Freude im Diesseits und im Jenseits. Trotz der Schicksalsschläge, die die Propheten erlebt haben, seien sie ihrer Aufgaben nachgegangen.

Auch später haben große muslimische Persönlichkeiten sich angestrengt, den Menschen den Islam nahe zu bringen. Keiner von denen habe sich durch Rückschläge sofort entmutigen lassen. Denn All diese Anstrengungen haben einen sehr hohen Stellenwert bei Allâh.


Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.