Islamfeindlichkeit

„Leute wie euch will ich nicht haben“

Aktuell diskutiert Frankreich über einen französischen Islam. Der Rauswurf zweier Muslimas aus einem französischen Restaurant sorgt für zusätzliche Unruhe.

30
08
2016
Restaurant Le Cénacle © Facebook starrehber.com

Laut Medienberichten zeigt ein Video, wie ein Restaurantbesitzer zwei Muslimas aus dem edlen Lokal „Le Cénacle“ in der französischen Stadt Tremblay-en-France geworfen haben soll. Grund dafür: sie sind Muslime. Der Restaurantbesitzer soll dabei „Die Terroristen sind Muslime. Und alle Muslime sind Terroristen“ gesagt haben.

Aus dem heimlich aufgenommen Video höre man eine der Frauen sagen, sie wolle nicht von einem Rassisten bedient werden. Aus dem Video wird deutlich, dass mindestens eine von ihnen ein Kopftuch trägt. Nach einer kurzen Diskussion verweist der Mann die Gäste schließlich des Lokals: „Leute wie euch will ich bei mir nicht haben. Basta“.

Auch die Politik zeigte sich fassungslos. Medien zufolge äußerte sich der Bürgermeister der Stadt nordöstlich von Paris. Die Einstellung stehe im „Widerspruch zu unseren Werten der Toleranz, der Brüderlichkeit und des Rechts“.

Mittlerweile bereue der Restaurantbesitzer seine Tat und bittet um Verzeihung, berichtet die „Le Parisien“. Er wolle sich bei den Frauen und der gesamten muslimischen Gemeinde entschuldigen. Muslime seien nette Menschen, so der Mann. Trotz der Entschuldigung drohen dem Restaurantbesitzer neben juristischen Maßnahmen auch wirtschaftliche Konsequenzen.

Leserkommentare

Manuel sagt:
Und in Saudi-Arabien will man keine Nicht-Moslems haben.
30.08.16
19:10
Ute Fabel sagt:
Mit Mekka und Medina sind gleich ganze Städte für Nichtmuslime gesperrt. Dafür hat sich noch niemand entschuldigt und sein Bedauern darüber ausgedrückt. Ich habe in IslamiQ noch nie etwas Kritisches dazu gelesen. Den Vatikan konnte ich als Atheistin hingegen völlig problemlos besichtigen, da hat mich niemand nach meinen religiösen Überzeugung gefragt. Wenn man schon immer vom "antiislamischen Rassismus" spricht, sollte man sich auch mit dem "Rassimus gegen Nichtmuslime" in Mekka; Medina und anderswo auseinandersetzen.
01.09.16
12:30
Tunisiana sagt:
Wir Muslime weltweit distanzieren uns von Saudi-Arabien, weil diese für uns nichts mit dem Islam zutun haben, genau so wie Terroristen. Warum redet ihr nicht von Ägypten oder Tunesien wo Touristen friedlich halbnackt am Strand liegen und keiner Ihnen vorschreibt was sie anziehen müssen. Rassismus in Mekka und Medina? Die heilige Stadt ist kein Museum oder Touristenattraktion. Wir Muslime wollen ja auch nicht in den Vatikan während Menschen dort hinpilgern um ihren Glauben zu stärken und zu beten.
07.09.16
15:57