Burkini-Debatte in Italien

Bischofskonferenz gegen Burkini-Verbot

Angestoßen von dem teilweise ausgeführten Burkini-Verbot in Frankreich, diskutiert nun auch Italien über ein mögliches Verbot. Christliche Geistliche sprechen sich jedoch stark dagegen aus.

19
08
2016
Burkini © Marks & Spencer

Der Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz hat sich gegen ein Burkini-Verbot in Italien ausgesprochen. Es gehe darum, mit unterschiedlichen Religionen zusammenzuleben, Gepflogenheiten anderer Kulturen zu kennen und sie zu akzeptieren, sofern sie nicht die Sicherheit gefährdeten, sagte Bischof Nunzio Galantino (68) der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ (Donnerstag). Er respektiere Frankreichs Motive für das an einigen Stränden eingeführte Verbot. Auf Italien sei dieses jedoch nicht problemlos übertragbar, so der Bischof angesichts der aktuell auch in Italien geführten Debatte über ein Burkiniverbot.

Jede Person habe das Recht, ihren Glauben auch durch die Kleidung auszudrücken. „Wir müssen nur darauf achten, dass religiöse Symbole nicht instrumentalisiert werden“, betonte Galantino. Religionsfreiheit sei genauso wichtig wie das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Die italienische Politikerin und frühere Ministerin, Livia Turco, schlug laut Medienberichten einen Runden Tisch mit muslimischen Frauen vor. Wichtiger als die Frage, „Burkini Ja oder Nein?“ sei die Integration muslimischer Frauen in Italien. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Manuel sagt:
Kein Wunder auch die Katholische Kirche hat ein Problem mit Nacktheit und Sexualität, es wird ja so getan als sei sowas vollkommen Naürliches das was Schlechtes. Wir kommen alle nackt auf die Welt und nicht verhüllt und angezogen.
20.08.16
18:48
Andreas sagt:
@Manuel: Obwohl wir alle nackt zur Welt kommen, werden wir von Anfang an verhüllt und tun dies dann auch bis zu unserem Lebensende. Zumindest, wenn wir uns im öffentlichen Raum bewegen. Im Schwimmbad tragen manche Frauen dann Badeanzug, andere Bikini und wieder andere eben Burkini. Jede Frau sollte die Bademode tragen dürfen, mit der sie soch wohlfühlt.
22.08.16
21:18
Enail sagt:
Meines Wissens gab es zur Zeit der Gründung des Islam noch keine Freibäder. Weshalb Badebekleidung nichts mit Religion zu tun haben kann. Es ist nur eins von vielen Instrumenten, um Frauen in dieser Religion zu gängeln.
23.08.16
1:16
Ute Fabel sagt:
In der letzten Zeit ist ein Schulterschluss der Konservativen zwischen den Religionsgemeinschaften zu beobachten . Das dürfte sich mit den Prinzip "Die eine Hand wäscht die andere" erklären lassen. Die Vertreter der christlichen Kirchen haben sich ja auch ganz überwiegend gegen das - wie ich meiner- völlig richtige Beschneidungsurteil des Landesgerichts Köln vor einigen Jahren gestellt, in welchem diese religiöse motivierte Zwangsamputation bei Kindern zu Recht als strafrechtswidrig qualifiziert wurde. Kalkül dürfte sein, dass man dann vielleicht damit auf die Solidarität der anderen Religionsgemeinschaften hoffen darf, wenn es um die Verteidigung fragwürdiger christlicher Rituale,Traditionen und Privillegien geht (Kruzifixe in Schulklassen und Gerichten Einhebung der Kirchensteuer durch den Staat, christliche Kindertaufe von religionsunmündigen Babys)
23.08.16
8:45
Johannes Disch sagt:
Katholiken setzen sich für Muslime ein! Wunderbar! Welch wunderbare, unverhoffte Allianz! Beim Burkini geht es nur darum, wie eine muslimische Frau ins Schwimmbad geht. Den ideologischen Zirkus darum machen nur Islam-Basher. Leute, egal, ob Kopftuch, Burka oder Burkini´: Wie viele Musliminnen kennt ihr? Mit wie vielen habt ihr euch schon einmal unterhalten über die Gründe für ihre Bekleidung? Ihr wisst die Antwort ja schon vorher: Das Kopftuch / Die Burka / Der Burkini ist ein Zeichen für Unterdrückung. Offensichtlich fällt euch dabei gar nicht mehr auf, dass ihr damit Klischees transportieet, und zwar nicht nur über muslimische Frauen, sondern auch über muslimische Männer. Die unterdrücken ihre Frauen. Schon klar... Leute, kommt endlich mal mit Muslimen und Musliminnen in Kontakt. Dann werdet ihr feststellen, dass die meisten Muslime ihre Frauen respektvoll behandeln und die meisten Musliminnen ihre Kleidung selbst wählen. lg Johannes Disch
24.08.16
2:28
Müzeyyen sagt:
Ateist darf man sein aber religiös nicht oder wie? Jeder muss den anderen akzeptieren so wie er ist, außer er verletzt das Gesetz natürlich. Selbst dazu gibt es Gerichte, muss sich keiner unnötig Gedanken machen. Und das jetzt ein Urteil fiel ist schön, letzendlich ist Frankreich ein Rechtsstaat, da kann nicht jeder nach Wunsch Verbote erlassen. Frankreich empfängt im Jahr genau soviele Touristen wie die eigene Bevölkerungszahl, da sollen sie sich lieber darum kümmern als sich mit den eigenen Bürgern zu fetzen.
28.08.16
18:26
Holger Berger sagt:
Bischofskonferenz gegen Burkini-Verbot. Und wann ist der Zentralrat der Muslime für die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensformen und gegen Homosexuellen-Diskriminierung?
24.10.16
15:12