FREITAGSPREDIGTEN, 05.08.2016

Reue, Rechte der Menschen, Gebet

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Gebetsketten
Muslimische Gebetsketten in einer Moschee © by Beggs auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um Reue und Vergebung. Die Fehler eines Menschen werden ihn irgendwann einholen, egal wo und wann er sie begannen habe. Jedoch gebe Allah dem Menschen Hoffnung. Er verspreche, dass er ihre Sünden vergebe, wenn sie sich reinen Herzens an ihn wenden und ihre Fehler bereuen. Eine Sünde zu begehen bedeute, eine von Allah gesetzte Grenze zu überschreiten.

Allah rät den Menschen zur Tawba. Die aufrichtige Tawba für Sünden kommt aus tiefstem Herzen. Sie dürfe nicht aufgeschoben werden. Wer gesündigt habe und bereue, verspreche seinem Herren, dieselbe Sünde nicht noch einmal zu begehen.

Wenn eine begangene Sünde nicht bereut werde, sei man sich den Gefahren dieser Sünden nicht bewusst. Unser Prophet habe hierfür einen Maßstab gegeben. Entsprechend der Überlieferung des Propheten, besitze derjenige wahrhaften Glauben, der wegen der eigenen Freude und wegen einer Verfehlung Trauer empfinde.

Rechte der Menschen und der Öffentlichkeit

In der Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) werden die Rechte der Menschen und der Öffentlichkeit behandelt. Der Mensch wurde auf schönster Weise erschaffen. Allah setzte bestimmte Maßstäbe und Prinzipien, um das Wohlbefinden und das Glück des Menschen sowohl in der Welt als auch im Jenseits zu gewährleisten.

Allen voran die Rechte des Individuums und der Öffentlichkeit. Soweit diese Rechte beachtet werden, werde das Wohl in der Gesellschaft aufrechterhalten. Das Verachten dieser Rechte führe zu Unwohl, Streit und Krieg. Aus diesem Grunde habe der Islam, die Rechte von allen Menschen als heilig und unverletzbar anerkannt, ohne dabei Völker, Geschlechter und Religionen zu diskriminieren.

Das höchste Recht eines Menschen sei das Lebensrecht. Worte und Handlungen, die das Ansehen des Menschen erschüttern und die Ehre verletzen gelten als Vergehen gegen dieses Recht.

Der Islam habe Handlungen, die zur Verletzung der Rechte von Menschen führen, verboten. Hierzu zählen Handlungen wie Menschen das Leben zu nehmen, Ehebruch zu begehen, die Ehre der Menschen zu verletzen, zu betrügen, arglistig zu täuschen.

“Huşû”beim Gebet

In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um das Verrichten des rituellen Gebets mit “Huşû”. Huşû ist ein Zustand der Stille und des Friedens, in dem man den Geschehnissen rechts und links keine Beachtung schenkt und Demut und Hingabe übt.

Um diesen Zustand im Gebet zu verwirklichen, sollte der Körper einen inneren Frieden eingehen und das Gefühl vermitteln, als befände er sich in der Gegenwart von Allah.

 

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.