Freitagspredigten, 15.07.2016

Unterdrückung und Arbeitsmoral

Die Hutba (Freitagspredigt) wird beim wöchentlichen Freitagsgebet der Muslime gehalten und behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Gebetsketten
Muslimische Gebetsketten in einer Moschee © by Beggs auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet IslamiQ

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG) geht es darum, dass Allah jede Art von Unterdrückung verbiete. Nur wer im Herzen keine Gottesfurcht habe und nicht an die Abrechnung im Jenseits denke, sei fähig, andere zu unterdrücken.

Gerecht zu handeln und sich mit aller Kraft gegen Unterdrückung zu stellen gehöre zu den Eigenschaften des Muslims. Denn schon das Schweigen angesichts von Unterdrückung mache einen mitschuldig. In dem man Unterdrückung hinnimmt und nichts tut, auch wenn die Möglichkeit bestehe, sich dagegen zu stellen, wird man selbst zum Unterdrücker. Denn jeder sei für das verantwortlich, wozu er imstande ist.

Es sollte nicht vergessen werden, dass Unterdrückung niemals ohne Folgen bleibt. Allah gewährt den Unterdrückern Aufschub, aber spätestens im Jenseits, wenn nicht schon früher, müssen auch Unterdrücker für ihre Taten gerade stehen, heißt es in einem Koranvers.

Arbeits- und Handelsmoral der Muslime

In der Freitagspredigt der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) geht es um die Ethik des Handels und der Arbeit im Islam. Demnach sei die Arbeits- und Handelsmoral unserer Religion Aufrichtigkeit und Rechtschaffenheit; Sensibilität für Erlaubtes und Verbotenes; Wahrung der Rechte des Arbeitenden und Arbeitgebers sowie Respekt für die Arbeit.

Nach unserer Religion sei nicht jeder Weg für den Verdienst erlaubt. Doch leider habe die Moderne auch die Arbeits- und Handelsmoral beeinflusst. Neben denen, die aufrichtig, vertrauenswürdig, seriös, die Arbeit gerecht entlohnend und die Rechte des Arbeiters beachtend handeln, habe sich die Zahl derer vermehrt, die nur fokussiert auf Finanzen und Profit denken.

Der Mensch sollte in der Lage sein, sein Leben selbst zu bestreiten ohne auf andere Menschen bedürftig zu sein und den Lebensunterhalt für seine Familie zu verdienen. Sein Einkommen sollte er durch erlaubte und legitime Wege erwerben und nicht in dem er das Wohlwollen Allahs sowie die Linie des Erlaubten-und-Verbotenen ungeachtet lässt.

 

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.